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Junge Dresdner lösen ein Corona-Problem

App statt Papierlisten: Marius Gebert und Jonas Kellert wollen Veranstaltern in Sachsen mit einem digitalen Formular den Einlass ihrer Gäste erleichtern. So geht's.

Jonas Kellert (l.) und Marius Gebert wollen die Kontaktnachverfolgung bei Events vereinfachen.
Jonas Kellert (l.) und Marius Gebert wollen die Kontaktnachverfolgung bei Events vereinfachen. © guestident

Dresden. Lange Wartezeiten, Zettelwirtschaft und überfordertes Einlasspersonal. Zwei junge Dresdner wollen helfen, Veranstaltern und Besuchern von Events aller Art in Sachsen das Leben in der Corona-Pandemie ein wenig zu vereinfachen. Schließlich sei das für die Kulturschaffenden in diesem Jahr schon hart genug.

Egal ob Theater, Wochenmarkt, Hochzeit oder Fußballspiel - seit diesem Sommer müssen bei Veranstaltungen die Kontaktdaten von Gästen erfasst werden, um später Infektionsketten zurückverfolgen zu können, falls einer der Anwesenden positiv auf das Coronavirus getestet wird. "Die Erfassung erfolgt bisher meist mit handschriftlichen Papierformularen, die vor Ort ausgefüllt werden müssen", sagt Marius Gebert. "Das ist belastend für alle Beteiligten. Im Ernstfall müssten alle Zettel noch einmal vom Gesundheitsamt digitalisiert werden, bevor die Gäste kontaktiert werden können.

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Deswegen hat der 18-jährige Schüler vom Gymnasium Dresden-Plauen nun gemeinsam mit dem Studenten Jonas Kellert (20) eine digitale Lösung entwickelt, die Zettel am Einlass überflüssig machen. "Wir veranstalten beide selbst Partys und haben das Problem daher hautnah miterlebt", sagt Jonas. Das muss doch auch einfacher gehen, dachten sich die beiden und tüftelten zwei Monate lang an ihrer Idee. 

Das Ergebnis: Über ihre Web-App "Guestident" können Gäste ihre Daten vor einer Veranstaltung oder spontan am Einlass digital eintragen und erhalten einen QR-Code. Dieser Code enthält die persönlichen Daten und dient als digitaler Ausweis, mit dem auf jeder Veranstaltung eingecheckt werden kann. Theoretisch reicht also eine Anmeldung aus. Was aber ist mit den Gästen, die kein Smartphone besitzen? "Die können vom Einlasspersonal zusätzlich digital eingetragen werden", erklärt Jonas.

Dank der Web-App "Guestident" könnte künftig das Scannen eines QR-Codes am Einlass reichen, um Kontakte bei einem Corona-Fall nachverfolgen zu können.
Dank der Web-App "Guestident" könnte künftig das Scannen eines QR-Codes am Einlass reichen, um Kontakte bei einem Corona-Fall nachverfolgen zu können. © guestident

Der Aufwand für den Besucher soll dabei minimal sein, versprechen die beiden. Statt eine App auf ihr Handy zu laden, können sie das Formular direkt im Browser aufrufen und dort ihren Namen sowie ihre E-Mailadresse oder ihre Handynummer eintragen. Die gesammelten Daten würden verschlüsselt, auf Anfrage ausschließlich dem Gesundheitsamt zur Verfügung gestellt und nach vier Wochen gelöscht. "Wir sind uns der Verantwortung bewusst und haben vorgesorgt, dass der Datenschutz nicht in Gefahr ist", sagt Marius.

App ist kostenlos verfügbar

Der Clou: Ihre Anwendung stellen die zwei Jugendlichen grundsätzlich kostenlos zur Verfügung. Lediglich Anpassungen der Nutzungsoberfläche für spezielle Anlässe stellen sie in Rechnung. 

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