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Jungunternehmer: "Ich halte durch, das verspreche ich"

Jens Koser (33) ist Besitzer des neuen Sunshine-Bowling-Centers in Pirna. Trotz der coronabedingten Zwangsschließung ist er optimistisch.

Jens Koser ist der Inhaber von Sunshine-Bowling in Pirna.
Jens Koser ist der Inhaber von Sunshine-Bowling in Pirna. © Daniel Schäfer

Herr Koser, wie viel Geld haben Sie in den Um- und Ausbau des neuen Sunshine-Bowling-Centers im Pirnaer Einkaufszentrum an der Rottwerndorfer Straße investiert?

Über eine halbe Millionen Euro. Dafür habe ich Kredite aufgenommen, aber auch Eigenkapital investiert. Sonst wäre es gar nicht gegangen. Entstanden ist eine moderne Bowlinganlage mit acht Bahnen.

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Wie lange durften Sie bisher öffnen?

Das Bowlingcenter haben wir am 1. Oktober 2020 eröffnet. Es lief so richtig gut an. Die Gäste kamen und waren begeistert. Dann mussten wir aufgrund der Pandemie und des erneuten Lockdowns am 2. November bereits schon wieder schließen. Fazit: Wir hatten bisher nur einen Monat Betrieb und Einnahmen.

Sind Sie finanziell am Ende?

Das wäre zu stark, aber die Situation ist schwer. Ich möchte jedoch betonen, bei aller Schwierigkeit, sind wir jetzt nicht von einer endgültigen Schließung bedroht. Ich halte durch, das verspreche ich.

Wie schaffen Sie das?

Ich profitiere glücklicherweise von dem umfangreichen Hilfsprogramm der Bundesregierung, also von den Überbrückungshilfen. Diese ermöglichen mir das wirtschaftliche Überleben in der Krise. Zusätzlich bekomme ich Kurzarbeitergeld, sodass ich keinen meiner fünf festangestellten Mitarbeiter kündigen musste.

Aber...

Ja, es gibt natürlich ein Aber. Gewinn mache ich derzeit nicht. Die Einnahmen bei laufendem Betrieb wären wesentlich höher als die Hilfszahlungen, die ich erhalte. Mut machen mir aber auch meine Gäste. Ich habe nach der Schließung im November zahlreiche Mails und Anrufe bekommen, die mir und meinen Mitarbeitern gut taten. Die Gäste fordern uns zum Durchhalten auf und wollen unbedingt wieder kommen, wenn wir erneut öffnen dürfen.

Sind Sie sauer, dass Sie bisher nur einen Monat arbeiten durften? Es ist ja ein bisschen wie ein Berufsverbot.

Das ist eine schwere Frage, die Sie mir da stellen. Ich bin etwas hin- und hergerissen. Grundsätzlich habe ich Verständnis für die Maßnahmen. Wir müssen die Pandemie unter Kontrolle bekommen, sonst fliegt uns das Gesundheitssystem um die Ohren. Ich denke ebenso an die vielen Toten, die an und mit Corona gestorben sind, beziehungsweise an deren Angehörigen. Es ist tragisch. Aber ich meine, man sollte uns Unternehmern durchaus mehr Vertrauen entgegenbringen. Wir sind selber in der Lage, funktionierende Hygienekonzepte zu erstellen und umzusetzen.

Sie fühlen sich von den Politikern bevormundet?

Sicherlich haben die Politiker ihre Gründe. Aber vieles wird pauschal, ohne Augenmaß, geregelt. Bei einer Inzidenzzahl wird die allgemeine Notbremse gezogen. Besser wäre es, wenn man auf die Gastronomen mehr eingegangen wäre. Besonders der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband hat gute Vorschläge gemacht. Wir selber in Pirna haben extra Luftreinigungsgeräte angeschafft und die Sanitärbereiche mit berührungslosen Seifen- und Papierspendern ausgestattet. Auch die Armaturen in dem Bowlingcenter funktionieren bei uns über Sensor.

Haben Sie dennoch Zuversicht?

Ja, auf alle Fälle. Ich beobachte, wie alle anderen ja auch, dass die dritte Welle gebrochen ist. Ich bin mir sicher, dass wir das Schlimmste hinter uns haben, und somit im Sommer wieder zur neuen Normalität zurückkehren können.

Was ist für Sie die neue Normalität?

Die Maskenpflicht wird bestimmt noch gelten, wie auch andere Hygienemaßnahmen. Aber ich denke, dass wir wieder öffnen können. Und darum geht es. Und Pläne haben wir auch schon im Team entwickelt. Künftig soll es regelmäßige Brunch-Wochenenden im Bowlingcenter geben. Angedacht sind ebenso Themen-Abende, zum Beispiel unter dem Motto "80er-Jahre". Außerdem möchten wir verstärkt spezielle Angebote für Schulen und Senioren machen.

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