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Kamenz: Sportler kämpfen für Lockerungen

Die Sportvereine des Landkreises Bautzen leiden unter dem langen Trainingsverbot. Mit einer besonderen Aktion haben sie jetzt darauf aufmerksam gemacht.

Nicht nur die Tore sind abgesperrt. Generell darf derzeit auf Sportplätzen und in Hallen in Sachsen kein Amateursport im Verein stattfinden.
Nicht nur die Tore sind abgesperrt. Generell darf derzeit auf Sportplätzen und in Hallen in Sachsen kein Amateursport im Verein stattfinden. © Jürgen Loesel

Kamenz. Was machen fast 300 farbige Trikots auf dem Jahn-Sportplatz von Kamenz? Ein gutes Bild zum einen - und zum anderen hoffentlich auch Eindruck auf die Politik. Das wünschen sich zumindest die Sportler. Denn die Corona-Schutzverordnung untersagt bisher jegliches Training für Sportvereine. Seit Monaten können Sportlerinnen und Sportler also nicht mehr gemeinsam im Verein trainieren, sondern nur noch allein zu Hause. Oder bestenfalls miteinander per Online-Training.

Die allgemeine Unzufriedenheit wächst, gerade im Bereich der Mannschaftssportarten. Im Landkreis Bautzen ist etwa jeder Siebte in einem Sportverein aktiv. Die Zahl der Vereinsmitglieder lag 2020 bei 47.330. Doch durch die Krise wackelt die frohstimmende Statistik. Das wollen die Amateursportler nun nicht mehr länger hinnehmen. Allen voran der Kreissportbund (KSB) Bautzen. Er übergab dem Landessportbund Sachsen aus diesem Grund bereits am 22. Februar ein Ideenpapier als Diskussionsgrundlage für zeitnahe Öffnungsschritte.

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Resonanz für die Aktion sogar aus Brandenburg

Mit der T-Shirt-Protestaktion in Kamenz wollte man am Sonntag zusätzlich ein Zeichen setzen - und das Ideenpapier symbolisch unterstreichen. Sportler der unterschiedlichsten Vereine radelten, joggten oder liefen am 28. Februar deshalb am Jahn-Sportplatz von Kamenz vorbei und gaben gebrauchte T-Shirts ihres Vereines ab. Diese wurden auf einer großen Fläche zu einem riesigen Sport-Shirt drapiert - und anschließend per Drohne fotografiert.

Der Kreissportbund Bautzen startete am Sonntag auf dem Kamenzer Jahn-Sportplatz eine außergewöhnliche Aktion für die Öffnung der Sportstätten. Zwölf Vereine des Landkreises legten aus Protest gegen das Verbot, im Verein Sport zu treiben, symbolisch Trikot
Der Kreissportbund Bautzen startete am Sonntag auf dem Kamenzer Jahn-Sportplatz eine außergewöhnliche Aktion für die Öffnung der Sportstätten. Zwölf Vereine des Landkreises legten aus Protest gegen das Verbot, im Verein Sport zu treiben, symbolisch Trikot © PR: Nico Morawa

"Neben der Beteiligung einer Vielzahl an ortsansässigen Sportvereinen bekam Aufbau Deutschbaselitz als Initiator der Aktion auch unter anderem aus Senftenberg, Hoyerswerda, Bautzen und sogar Potsdam regen Zuspruch", freut sich KSB-Chef Lars Bauer. "Am Ende des Tages zählten die Vereinsverantwortlichen mehr als 300 Shirts von zwölf Vereinen der Region auf dem Sportplatz."

Kreissportbund hat Fünf-Stufen-Plan vorgelegt

Die Ursprungsidee stammte nämlich von Mitgliedern des SV Aufbau Deutschbaselitz. Der Kreissportbund griff diese auf und bündelte die Kräfte corona-konform. "Wir hatten das dringende Bedürfnis, irgendetwas zu tun", sagt Torsten Schröder vom Verein. "Wir wollten vor allem auf das Ideenpapier des Kreissportbundes Bautzen aufmerksam machen. Weil wir zu 100 Prozent dahinter stehen", sagt er. "Und immer nur reden, bringt nichts."

Die Kreissportbünde Bautzen und Görlitz haben im Ideenpapier ein Konzept für die Wiederaufnahme des Trainings- und Wettkampfbetriebs erarbeitet. Es umfasst einen konkreten fünfstufigen Plan. In der Erklärung steht auch, dass der Breitensport in Bezug auf Lockerungen einen höheren Stellenwert bekommen müsse. Es sei durchaus möglich, in kleinen Gruppen kontaktarm Sport zu treiben. Besonders wichtig seien Kinder- und Jugendsport.

Vereine verzeichnen riesige Austrittswelle

Auch deshalb wurde die Aktion in Kamenz am Sonntag so gut angenommen. Aktuell ruft der Kreissportbund Bautzen seine Sportvereine dazu auf, sich fit für den Neustart zu machen. Das beinhaltet neben dem Sporttreiben für jeden Einzelnen allein auch die Vorbereitung von Hygienekonzepten und Teilnahme an Bildungsmaßnahmen. Hier gibt der KSB gern Starthilfe, Tipps und Unterstützung.

Der Landessportbund verzeichnet währenddessen in der Corona-Krise einen riesige Austrittswelle in den Vereinen. Die Lage ist ernst. Für viele war die Aktion deshalb ein Hoffnungsschimmer. Auch in den sozialen Medien verbreitete sie sich rasant.

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