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Keine Masken für Dresdner Putzkräfte?

Die Gewerkschaft IG Bau mahnt: Auch in Dresden würden viele Arbeitgeber der Reinigungsbranche nicht genug für den Corona-Schutz ihrer Angestellten sorgen.

In ihrem Arbeitsalltag kommen Reinigungskräfte mit allerhand Corona-Gefahren in Kontakt.
In ihrem Arbeitsalltag kommen Reinigungskräfte mit allerhand Corona-Gefahren in Kontakt. © Marijan Murat/dpa

Dresden. Aufgrund konstant hoher Infektionszahlen richten sich derzeit immer mehr Blicke auf den Corona-Schutz bei der Arbeit. Die Gewerkschaft IG Bau kritisiert nun, dass Reinigungskräften in Dresden nicht genügend kostenlose Schutzmasken zur Verfügung stehen würden.

Der Grund: Viele Arbeitgeber würden sich weigern, die Bezahlung für medizinische OP-Masken oder FFP-2-Masken zu übernehmen. Dabei werde ein Mund-Nasen-Schutz bei Reinigungsarbeiten besonders dringend benötigt, heißt es vonseiten der Gewerkschaft.

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"Sorge um die eigene Gesundheit"

Die Reinigungskräfte kümmerten sich um die Hygiene in Büros, Schulen und Krankenhäusern, müssten sich aber in der Corona-Zeit Sorge um ihre eigene Gesundheit machen. Dazu käme, dass Menschen, die in dieser Branche arbeiten, oft besonders wenig Geld verdienen würden.

"Es kann nicht sein, dass ausgerechnet die Menschen, bei denen das Einkommen kaum für Miete und Lebensunterhalt reicht, auf den Kosten der beruflich genutzten Masken sitzen bleiben", so der IG-Bau-Bezirksvorsitzende Jörg Borowski.

Dies gelte insbesondere für Teilzeitkräfte und Minijobber. Borowski fordert deshalb, dass sich an dieser Situation schnell etwas ändere. Insgesamt arbeiten in Dresden laut einer Statistik der Arbeitsagentur rund 6.800 Menschen im Bereich der Gebäudereinigung.

Reinigungskräfte berichten: Nur eine OP-Maske

Das Problem besteht der IG Bau zufolge in ganz Deutschland, weshalb die jeweiligen Bezirksverbände in ihrem jeweiligen Gebiet geschlossen darauf aufmerksam machen wollen.

Die Gewerkschaft fordert, dass sich die Arbeitgeber dringend darum kümmern sollten, für ausreichend Masken zu sorgen und empfiehlt dabei, am besten FFP-2-Masken für alle Mitarbeiter gratis zur Verfügung zu stellen. Bislang würden viele Reinigungskräfte - wenn überhaupt - eine einfache OP-Maske bekommen.

Der Mundschutz müsse aber bei der Arbeit mehrmals am Tag gewechselt werden, weshalb Mehrkosten auf die Arbeitskräfte zukämen.

Das regelt die neue Arbeitsschutzverordnung

Die Inhaberin der Dresdner City-Apotheken, Katrin Daub, fordert generell, dass sich die Dresdner Arbeitgeber mehr mit dem Thema Masken beschäftigen. "Sie sind in der Pflicht, sich jetzt damit auseinanderzusetzen, um ihre Mitarbeiter zu schützen", sagt Daub.

Ab kommenden Mittwoch gelten auch in Sachsen neue Corona-Regeln am Arbeitsplatz. Einer neuen Arbeitsschutzverordnung des Bundes zufolge müssen Arbeitgeber dann medizinische oder vergleichbare Atemschutzmasken zur Verfügung stellen.

Nach der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung muss der Arbeitgeber seinen Beschäftigten Masken zur Verfügung stellen, wenn technische und organisatorische Schutzmaßnahmen zur Kontaktreduktion im Betrieb nicht möglich sind. Arbeitgeber, die dagegen verstoßen, drohen bis zu 30.000 Euro Bußgeld.

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