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Keine Einkaufsverbote für Ungeimpfte in Sachsen

Das neue 2G-Modell soll nicht für Geschäfte und Supermärkte gelten – CDU, Grüne und SPD im Landtag lehnen das ab.

Die Maskenpflicht gilt wie in diesem Geschäft auf der Prager Straße weiter, Zugang nur für Geimpfte und Genesene wird es im Handel nicht geben.
Die Maskenpflicht gilt wie in diesem Geschäft auf der Prager Straße weiter, Zugang nur für Geimpfte und Genesene wird es im Handel nicht geben. © Robert Michael/dpa-Zentralbild

Dresden. Obwohl der Freistaat Sachsen mit seiner neuen Corona-Schutzverordnung weitere Einschränkungen für ungeimpfte Personen plant, bleibt der freie Zugang zu Geschäften und Supermärkten davon ausgenommen. Das stellte am Donnerstag das Sozialministerium klar und dementierte damit anderslautende Medienberichte.

Das geplante neue 2G-Modell, bei dem sich Gastronomen und Veranstalter freiwillig dafür entscheiden können, nur noch Geimpften und Genesenen Zugang zu gewähren, soll ab dem 23. September möglich werden. Im Gegenzug dafür, dass in den Fällen ungeimpfte oder lediglich getestete Personen außen vor bleiben müssen, entfällt für alle Besucher der jeweiligen Veranstaltung die Abstands- und Maskenpflicht.

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Laut Sozialministerium ist die geplante Neuregelung jedoch lediglich für die Innengastronomie, für Veranstaltungen und Feste in Innenräumen, für Hallenbäder und Saunen, für Kultur- und Freizeiteinrichtungen, für Diskotheken, Clubs, Bars und Spielhallen sowie den Sport im Innenbereich, körpernahe Dienstleistungen und die Prostitution sowie für touristische Bahn- und Busfahrten gedacht.

2G-Optionsmodell: Kritik von den Regierungsfraktionen

Zuvor gab es von den drei Regierungsfraktionen im Landtag Kritik an noch weitreichenderen Maßnahmen. „Ein generelles Optionsmodell, insbesondere unter Einbeziehung des Einzelhandels, wie im aktuellen Entwurf der Corona-Schutzverordnung vorgesehen, lehnt die CDU-Fraktion ab“, sagte der Abgeordnete Alexander Dierks der SZ.

Für die Bündnisgrünen erklärte Kathleen Kuhfuß: „Für uns ist es politisch keine Option, Ungeimpfte aus der Grundversorgung auszuschließen. In diesem Bereich gehören für uns das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und die Einhaltung der Abstandsregeln zu den gebotenen Maßnahmen der Pandemiebekämpfung.“

Die SPD verweist zudem darauf, es sei wichtig, „dass das G2-Modell lediglich eine weitere Möglichkeit zur Pandemiebekämpfung ist. Kein Restaurant ist gezwungen, es anzuwenden“, so die Abgeordnete Simone Lang. Auch aus der Wirtschaft und von den Kommunen kommt Widerspruch. Die Torgauer Oberbürgermeisterin Romina Barth sagte, für den Veranstaltungsbereich sei die neue Möglichkeit zu begrüßen, „für den Einzelhandel dagegen gar nicht“.

Endgültige Entscheidung über Verordnung am Dienstag

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Der Freistaat will ein Zugangsmodell für Geimpfte und Genesene, nicht aber für Getestete einführen. Die Entscheidung liegt jedoch bei den Veranstaltern.

Sachsens Dehoga-Chef Alex Klein: „Es ist gut, dass 2G eine Option ist und nicht verpflichtend.“ Gerade die Gastronomie habe im letzten Jahr eine starke wirtschaftliche Belastung hingenommen. Deshalb müsse sie entlastet werden, um sich wieder erholen zu können – egal, ob mit 2G- oder 3G-Modell.

Sachsens Kabinett wird am Dienstag abschließend über die Details der neuen Corona-Schutzverordnung entscheiden, die zunächst bis zum 23. Oktober gelten soll.

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