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Endlich wieder Bewegung auf Dresdens Leinwänden

Die Dresdner Kinos empfangen wieder Besucher - allerdings nicht ohne Corona-Regeln. Was jetzt gilt und welche Filme gespielt werden.

Auch im Ufa-Kristallpalast laufen jetzt wieder Filme.
Auch im Ufa-Kristallpalast laufen jetzt wieder Filme. © Christian Juppe

Dresden. Die Kinosäle der Stadt haben wieder geöffnet. Aber dürfen Besucher das Filmvergnügen ohne Maske erleben? Und welche Streifen laufen gerade? Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zum Neustart der Dresdner Kinos.

Welche Regeln gelten für den Kino-Besuch?

Eine Testpflicht für Besucher gibt es zwar nicht. Die Maskenpflicht bleibt jedoch bestehen. "Im ganzen Haus muss eine medizinische oder eine FFP2-Maske getragen werden", sagt Katharina Steinhäuser, die das Ufa-Kino an der Prager Straße leitet. Wer im Kinosessel Popcorn nascht und Cola trinkt, dürfe die Maske für diese Zeit aber abnehmen.

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Außerdem ist es nach wie vor Pflicht, seinen Namen und seine Kontaktdaten zu hinterlassen, um die Gäste schnell informieren zu können, sofern mit ihnen ein Infizierter im Saal saß. Natürlich werden die Regeln alle umgesetzt, versichert Steinhäuser. Sie sieht dennoch eine Ungleichbehandlung. So gelte zum Beispiel für den Zoo keine Maskenpflicht. Im Zweifel würden sich Familien eher für Freizeitangebote entscheiden, bei denen es lockerer zugehen darf, befürchtet die Kino-Leiterin.

"Mit der Maske im Haus und bis zum Sitzplatz" lautet auch die Hygieneregel in der Schauburg. "Wir hoffen natürlich, dass sich das Publikum wieder zurück ins Kino traut und dass nicht nur in Einzelgruppen, sondern auch als Familie", sagt Stefan Ostertag, einer der zwei Schauburg-Chefs. "Eben so, wie es im Zuge der halbwegs übersichtlichen Corona-Situation zugelassen ist." Hauptsache, es mache dem Publikum wieder Spaß, ins Kino zu gehen.

Das Programmkino Ost setzt auf psychologische Effekte. "Wir müssten ab sofort und so lange die Inzidenz unter zehn bleibt, gar keine Hygienevorschriften mehr machen", sagt Betreiber Sven Weser. Trotzdem platziere er das Publikum in den Sälen im Schachbrettmuster, also mit Abständen nach allen Richtungen. "Wir denken, dass sich unsere Besucher damit einfach wohler fühlen."

Im Cinemaxx am Schillerplatz wurden Sitzplan und Buchungssystem so angepasst, dass der behördlich geforderte Abstand zu den nächsten Plätzen gewährleistet ist. Es gibt Abstands- und Leitsysteme, mit denen sichergestellt ist, dass die geforderten Abstandsvorgaben auf dem Weg zum Platz eingehalten werden. Die Mitarbeiter tragen einen Mund-Nasen-Schutz, die Tickets werden kontaktlos kontrolliert.

Mit welchen Filmen starten die Dresdner Kinos?

Pünktlich um 14.30 Uhr sind die Ufa-Mitarbeiter in die Nach-Corona-Kinosaison gestartet. Im Programm stehen neue Filme wie "Godzilla vs. Kong", "Catweazle" mit Otto als Hauptdarsteller sowie "Peter Hase 2". Auf die ganz großen Blockbuster werden sich die Dresdner noch gedulden müssen. Der neue James-Bond-Streifen mit Daniel Craig wird wohl nicht vor September in die Kinos kommen.

Ein ganz ähnliches Angebot hat auch das Cinemaxx. Hier sind außerdem noch die Horror-Streifen "Conjouring 3: Im Bann des Teufels" sowie "A Quiet Place 2" zu sehen, Disneys "Cruella", "Monster Hunter", das Liebesdrama "Das Mädchen Deiner Träume", "Der Spion" und der Animationsfilm "Demon Slayer The Move: Mugen Train".

Die Schauburg startete am Donnerstag mit der Dokumentarfilm-Reihe "SchauDOK - Die interessantesten Dokumentationen aus aller Welt". Außerdem derzeit im Programm: der US-Streifen "Nomadland" aus dem vergangenen Jahr, der Film "Der Spion" aus Großbritannien, der ebenfalls 2020 seine Premiere feierte, und der deutsche Film "Weißbier im Blut" aus diesem Jahr. Laut der Programmvorschau startet der neue James Bond in der Schauburg exakt am 30. September.

Sven Weser vom Programmkino Ost kann "Der Rausch" mit Mads Mikkelsen "uneingeschränkt jedem" empfehlen. Der dänische Film ist am Donnerstag im Preview und ab 22. Juli regulär zu sehen. Ebenfalls vorab zeigt das Kino den Streifen "Minari" in Originalfassung mit Untertitel. Kinostart wird dafür der 15. Juli sein. Besonders ans Herz legt Lichtspielhausbetreiber Weser Maria Schraders Regiearbeit "Ich bin dein Mensch".

Wie sehen die Buchungszahlen aus?

"Der Familiensonntag läuft gut an", sagt Katharina Steinhäuser. Auch der Horror-Streifen "Conjuring 3: Im Bann des Teufels" sei zum Start sehr gefragt. In dem Film geht es um Geisterjäger, die die Seele eines kleinen Jungen retten wollen. Für die anderen Filme, die gezeigt werden, sei es noch zu früh für eine Einschätzung, so Steinhäuser.

Stefan Ostertag, einer der zwei Schauburg-Geschäftsführer, hofft auf eine Auslastung von 50 bis 60 Prozent. 100 Prozent sind schon deshalb nicht drin, weil in dem Neustadt-Programmkino auch weiter Sitze freigehalten werden sollen - etwa zwischen fremden Paaren, Familien oder Besuchergruppen. "Das wäre dann sicher kostendeckend, wenn es richtig voll wäre, aber es wird nicht brechend voll sein in allen Filmen", schätzt er ein.

Der Grund: Es laufen jetzt sehr viele an. "Es gibt eine große Auswahl von Filmen, über 20", sagt Ostertag. "Das ist schön für das Publikum, aber es muss sich ja auch auf die große Auswahl von Filme einstellen". Das heißt, die große Filmzahl könnte dafür sorgen, dass pro Film weniger Leute kommen. "Aber ich kann die Verleiher auch verstehen, die wollen ja auch wieder Geld verdienen."

"Klar ist der Sommer keine optimale Zeit für Kinosäle, aber gemessen an Corona ein marginales Problem", sagt Sven Weser vom Programmkino Ost. Exakt 141 Tage hatte sein Haus geschlossen, bis es nun wieder starten darf. Dafür hofft er nun das Beste und will allen Dresdnern, die Kino lieben, zurufen: "Kommt, kauft Karten und bringt am besten noch eure Freunde mit!"

Cinemaxx äußerst lediglich seine Erwartungen: "Wir glauben felsenfest an Kino und rechnen in Deutschland mit einem hohen Nachholbedarf", sagt Geschäftsführer Frank Thomsen.

Konnten die Kinos alle ihre Mitarbeiter halten?

"Nein, in alter Mannschaftsstärke sind wir nicht mehr", sagt Katharina Steinhäuser. Insbesondere Studenten hätten sich in den vergangenen Monaten umorientiert. Von einer Personalnot im Ufa-Palast könne aber keine Rede sein.

Die Schauburg braucht neue Mitarbeiter. Die Corona-Tests sollen weitergehen, auch wenn sie derzeit weniger gefragt seien als zum Beispiel noch im Mai. Dafür habe er ausreichend Leute, sagt Geschäftsführer Stefan Ostertag. Doch vor allem, wenn im September die Saison mit den Sonderveranstaltungen wie Poetryslam, Comedy und Kabarett oder Livekonzerten in der Schauburg startet, brauche er neue Leute. "Da geht es uns genauso wie den Gastronomen. Wir haben natürlich Leute, die bei der Stange geblieben sind, aber wir müssen auch neues Personal suchen, finden und einlernen."

Das PK Ost startet mit seinem alten Team. Corona habe keinen einzigen Mitarbeiter gekostet. Darüber freut sich Betreiber Sven Weser und kann sich darauf verlassen, dass alle Abläufe und Handgriffe sitzen.

Das Cinemaxx wollte sich nicht dazu äußern.

Wie sind die Kinos durch die Krise gekommen?

"Das ist ein ganz schwieriges Thema", sagt Schauburg-Chef Ostertag und schickt hinterher: "Jetzt zu sagen, wo wir am Ende des Jahres stehen, ist Glaskugelleserei." Die Schauburg sei "ganz schön gebeutelt" worden. Vor allem, weil sie aufgrund der Gesellschafterzusammensetzung als sogenanntes verbundenes Unternehmen gelte, in dem sich mehrere Firmen die Hilfsgelder teilen. "Die Hilfen waren also nicht so üppig wie das bei der einen oder anderen Einzelfirma gewesen sein mag."

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Alle zwei Wochen haben die Mitarbeiter des Programmkinos Ost die Projektionstechnik gestartet und sämtliche Haustechnik wie Klimaanlage, Heizung und Lüftung jeden Monat einmal aktiviert. "Heutzutage läuft ja fast alles computergestützt, allein dafür sind Updates nötig, die man nicht ignorieren darf." Warten, Reparieren, Umbauen, all das sorgte während der Schließzeit für Beschäftigung. Soundsysteme und Lichttechnik wurden erneuert. "Und ums Geld mussten wir uns ja auch kümmern", sagt Betreiber Sven Weser. Für die Überbrückungshilfen ist er dankbar.

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