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Kirchen laden zu Christvespern ein

Das Kirchspiel Radeberger Land bietet zum Fest zahlreiche Gottesdienste an. Eine Andacht kann im Internet verfolgt werden.

Von Thomas Drendel & Rainer Könen
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Pfarrer Jan Schober in der weihnachtlich geschmückten Kirche in Seifersdorf. Er lädt zu mehreren Gottesdiensten ein.
Pfarrer Jan Schober in der weihnachtlich geschmückten Kirche in Seifersdorf. Er lädt zu mehreren Gottesdiensten ein. © René Meinig

Radeberg. Das Weihnachtsfest findet zum zweiten Mal unter den besonderen Corona-Bedingungen statt. Dabei ist jeder in diesen Tagen in besonderer Weise auf der Suche nach Einkehr, Musik, wärmenden Worte, Seelenfrieden.

Nach Angaben von Pfarrer Johannes Schreiner haben die Mitarbeiter des Kirchspiels Radeberger Land versucht, sich auf die Situation einzustellen, haben miteinander Ideen gesammelt, um unter den gegebenen Umständen und gesetzlichen Vorgaben im Advent und an Heiligabend die Kirchen offenzuhalten. „Ähnlich wie im vergangenen Jahr haben wir uns sowohl für kleinere und zeitlich kurze Formate als auch für digitale Angebote und solche zum in die Hand- und mitnehmen entschieden“, so Johannes Schreiner. Es wird offene Kirchen im Kerzenschein mit Zeit für Stille und Besinnung geben. Die Christvesper in Radeberg um 16.30 Uhr wird per Livestream übertragen und ist über Youtube abrufbar.

Kirchen halten Risiko einer Ansteckung klein

„Darüber hinaus werden die Türen unserer Kirchen auch außerhalb der Veranstaltungen bis in den späteren Abend allen offen stehen, die einen Ort suchen, um Ruhe zu finden, Kraft zu schöpfen oder ein Licht anzuzünden.“ Weihnachten in diesem Jahr heißt nach seinen Worten auch, das Risiko einer Ansteckung kleinzuhalten und Menschen zu schützen. Das bedeutet die Einhaltung der 3G-Regel beim Besuch, keine freie Platzwahl und die Verpflichtung zum Tragen einer FFP2-Maske. Er weist in dem Zusammenhang auf die besonderen Umstände der Geburt von Jesus hin und schreibt. „Der Sohn Gottes, der in einem Stall geboren wurde, hat schon vor 2.000 Jahren alle traditionellen Erwartungen an ein festliches Ereignis über den Haufen geworfen.“

Insofern sind unerwartete Umstände eigentlich eine weihnachtliche Urerfahrung der Christenheit: Gott kommt meist anders, als wir denken. „Was sich ja auch daran zeigt, dass er die Welt als Baby betritt. Wenn wir diesen Wesenszug des Weihnachtsfestes 2021 für uns und andere existenziell erfahrbar machen, sind wir der Weihnachtsbotschaft möglicherweise besonders nah.“ Als Kirche sei man sich bewusst, was für ein Privileg es ist, in Zeiten wie diesen Gottesdienste feiern und die Kirchen offen halten zu können. „Dafür sind wir sehr dankbar und möchten das damit verbundene Vertrauen nicht missbrauchen.“

Zahl der Sitzplätze in den Kirchen begrenzt

Auch der Wachauer Pfarrer Jan Schober wird in diesen Tagen in seiner Gemeinde besonders oft mit dieser einen Frage konfrontiert: Wie wird in diesem Jahr Weihnachten in der Kirche gefeiert? Zunächst war geplant, in den Gemeinden Seifersdorf, Schönborn und Wachau, die Jan Schober im Kirchspiel Radeberger Land seit zwei Jahren seelsorgerisch betreut, die Messen nicht in den Kirchen, sondern im Freien zu feiern. Open-Air-Gottesdienste an Heiligabend. Das gab es im Kirchspiel Radeberger Land noch nie. Inzwischen ist diese Idee verworfen worden. „Der organisatorische Aufwand für diese Open-Air-Veranstaltungen wäre einfach zu groß gewesen“, so Jan Schober. Gottesdienste finden in den Kirchen statt. Das Platzangebot ist in diesem Jahr jedoch reduziert worden. In der Wachauer Kirche dürfen nur 100 Leute teilnehmen, in Seifersdorf 80. In der Schönborner Kirche ist die erlaubte Teilnehmerzahl mit 40 gar noch kleiner.

Jan Schober bereitet derzeit Sorgen, dass viele sich in diesen Tagen aus dem Gemeindeleben zurückzuziehen. Dabei, das steht für ihn fest, "muss man gerade jetzt auf die Menschen zugehen, ihre Nöte verstehen, ihnen das Gefühl geben, dass die Kirche ein Rückhalt in der Pandemie ist". Schober spricht davon, dass seine Kirchgemeinde auch die Stimmungen und Strömungen abbilde, die man derzeit überall im Lande wahrnehme.

In dem einem Dorf befürwortete man die Impfpflicht, betrachte die Impfung als "nationale Aufgabe", im anderen lege man großen Wert auf die Einhaltung der Corona-Regeln, und dann gebe es halt in seiner Gemeinde auch die, die die Corona-Lage im Land mit Skepsis betrachteten. Da sei man als Seelsorger mehr denn je gefordert, beschreibt es Pfarrer Schober. Ihm ist es da ein großes Anliegen, all die Menschen mit ihren verschiedenen Ansichten dennoch miteinander verbinden zu können. Vor allem zum Weihnachtsfest.

An Weihnachten laden Kirchen im Rödertal zu zahlreichen Andachten ein. Ein Überblick:

Christvespertermine in Radeberg:

24. Dezember: 14 Uhr Krippenspiel mit Matthias Hänsel & Kantor Fritzsch Kirche Radeberg

16.30 Uhr Christvesper mit Vikar Reichardt, Kirche Radeberg

17.45 Uhr Christvesper mit Pfr. Schober Kirche Radeberg

25. Dezember: 9.30 Uhr Gottesdienst mit Supintendent i.R. Hesse Kirche Radebergg

26. Dezember: 9.30 Uhr Gottesdienst mit Sup. Nollau Kirche Radeberg

Christvespertermine Gemeinde Wachau

24. Dezember: 15.15 Uhr Kirche Seifersdorf Krippenspiel mit Jochen Sobe

16.30 Uhr Kirche Seifersdorf Christvesper mit Pfarrer J. Schober

15.15 Uhr Kirche Wachau Christvesper mit Pfarrer J. Schober

16.30 Uhr Kirche Wachau Krippenspiel mit Jochen Sobe

15.30 Uhr Kirche Schönborn Christvesper mit Team

16.30 Uhr Kirche Schönborn Christvesper mit Team

25. Dezember: 9.30 Uhr Kirche Seifersdorf Gottesdienst mit Pfarrer J. Schober

26. Dezember: 9.30 Uhr Kirche Schönborn Gottesdienst mit Vikar Reichardt

11 Uhr Kirche Wachau Gottesdienst mit Vikar Reichardt

Christvespertermine Ottendorf-Okrilla

24. Dezember: 14, 15, 16, 17 Uhr Evangelische Kirche Ottendorf Krippenspiel

18 Uhr Evangelische Kirche Christvesper mit Pfarrer K. Urban

25. Dezember: 10.30 Uhr Andacht im Freien vor dem Altersheim, Fried-Walter-Straße

26. Dezember: 9.30 Uhr Evangelische Kirche Gottesdienst mit Prädikant G. Pecking