merken
PLUS Pirna

Kirchgemeinden gedenken Corona-Toten

Gebete, Fürbitten und Kerzen sollen an das Leid erinnern. Anlässlich des Aktionstages planen einige Kirchen im Landkreis SOE spezielle Gottesdienste.

Die katholische Kirchgemeinde in Pirna gedenkt am Sonntag der Corona-Toten.
Die katholische Kirchgemeinde in Pirna gedenkt am Sonntag der Corona-Toten. © Marko Förster

Mehr als 71.500 Menschen sind bislang in Deutschland nach einer Corona-Infektion gestorben. Hinter jedem Einzelnen steht ein Schicksal. Die Kirchgemeinden in Sachsen rufen jetzt zu einem Aktionstag auf. Am 18. April öffnen Kirchen ihre Türen zum Gedenken an Verstorbene, zur Fürbitte für Leidtragende und als Orte des Trostes und der Hoffnung. Der ökumenischen Aktionstag steht unter dem Motto. "Zeit zur Klage - Raum für Hoffnung". "Die Vertreter der christlichen Kirchen in Sachsen wollen gemeinsam dieser Klage Ausdruck verleihen und nach Zeichen der Hoffnung suchen", sagt Tabea Köbsch, Pressesprecherin der Landeskirchenamtes Sachsen.

Anzeige
Virtueller Hochschulinfoabend
Virtueller Hochschulinfoabend

[email protected]! Am 18. und 20. Mai 2021 bietet die HSZG bei zwei Onlineveranstaltungen Antworten auf alle Fragen rund um ein Studium an der Hochschule Zittau/Görlitz.

Fürbitten in der katholischen Kirche in Pirna

Zahlreiche Kirchgemeinden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bringen sich am 18. April dazu ein. So auch die Katholische Pfarrei St. Heinrich und St. Kunigunde in Pirna . "Wir werden in dem Gottesdienst der Toten gedenken und Fürbitte halten", sagt Pfarrer Vinzenz Brendler. Die Pfarrkirche an der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße wird an dem Sonntag zusätzlich bis 18 Uhr geöffnet sein, um Kerzen anzuzünden oder auch stille Gebete zu sprechen. Gebetszettel dazu liegen aus. Für den Pfarrer ist das Gedenken wichtig. "Aber wir sollten nicht nur zurückschauen. Letztlich folgt für uns Christen ein Leben nach dem Tod im Himmel. Daran glauben wir", führt der Theologe aus. Die evangelische Kirchgemeinde Pirna mit der Schwesterkirchgemeinde Graupa-Liebethal plant hingegen keine speziellen Aktionen anlässlich des Gedenktages. "Wir betreuen die Angehörigen bereits sehr individuell bei den Trauerfeiern, leisten Beistand und gehen auf sie ein", erklärt Pfarrer Burkhard Nitzsche diese Entscheidung. Allerdings werde das Thema Corona und die daran Verstorbenen sicherlich am Ewigkeitssonntag im November in den Pirnaer Gottesdiensten aufgenommen.

Sebnitzer Pfarrer: Auch Hoffnung kommt zum Ausdruck

Die evangelische Kirchgemeinde Sebnitz-Hohnstein lädt am 18. April zu zwei Gottesdiensten ein, in denen explizit der Corona-Toten gedacht wird. Sie finden in Lichtenhain um 9 Uhr und in Sebnitz um 10.30 Uhr statt. Zusätzliche Veranstaltungen seien nicht geplant, teilt Pfarrer Lothar Gulbins mit. Aber im Kirchenblatt wurde ein Gebet für die Corona-Toten abgedruckt. So könne jedes Gemeindemitglied individuell der Toten gedenken. "Das Schöne an diesem Sonntag ist, dass sowohl Klage, wie aber auch Hoffnung zum Ausdruck kommen. Wir denken an die Toten, aber auch an die Lebenden. Ich bin davon überzeugt, trotz aller Trauer in der Pandemie siegt letztlich das Gute", ordnet Gulbins ein.

Kerzen in der Radfahrerkirche Stadt Wehlen

In der Lohmener Kirche, die zur Philippuskirchgemeinde gehört, wird am 18. April zum regulären Gottesdienst eingeladen. " In unseren Fürbitten werden wir dabei auch explizit die Menschen, die an Corona gestorben sind, mit einschließen", sagt Pfarrer Michael Schleinitz. Außerdem haben Trauernde die Möglichkeit, in der Radfahrerkirche in Stadt Wehlen mit einer Kerze der Toten zu gedenken. Dort befindet sich ein Sandstein, auf dem die Kerzen aufgestellt werden können. Der Theologe betont, dass die Angehörigen der Verstorbenen generell sehr individuell und engmaschig betreut werden.

In Freital in der Katholischen Kirche läuten die Glocken um 15 und 18 Uhr. Die Kirche bleibt während dieser Zeit für die Besucher geöffnet, teilt Gemeindereferentin Lenka Peregrinová mit. Die Gemeinde lädt Besucher ein, eine Kerze für ihre betroffene Menschen anzuzünden und dort zu verweilen.

Landeskirche weist im Netz auf Gedenktag hin

Auch das Landeskirchenamt Sachsen verweist auf seiner Internetseite auf den besonderen Gedenktag und hat Materialien zur Verfügung gestellt. "Am Nachmittag und Abend dieses Sonntags werden viele Kirchen und kirchliche Räume geöffnet sein, um Christen und Nichtchristen eine Möglichkeit des Gedenkens, zur persönlichen Einkehr und für die eigene Klage zu geben und gleichzeitig einen Hoffnungsort mit Trost und Stärkung anzubieten", sagt Sprecherin Tabea Köbsch.

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen.

Mehr zum Thema Pirna