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Corona: Freude und Skepsis zu Kita-Öffnung

Mit diesem Montag kehrt an Kitas und Grundschulen in Löbau-Zittau fast normaler Alltag ein. Unter die Euphorie mischen sich aber auch Bedenken.

Endlich wieder normale Schule. So wie hier im Sommer in der Fichte-Grundschule Neugersdorf sieht es seit Montag an vielen Grundschulen wieder aus.
Endlich wieder normale Schule. So wie hier im Sommer in der Fichte-Grundschule Neugersdorf sieht es seit Montag an vielen Grundschulen wieder aus. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Wie klappt das, wenn nach zwei Monaten Pause die Kitas und Schulen in den Normalbetrieb zurückkehren? Offenbar unkomplizierter als gedacht. "Es lief sehr gut, die Kinder waren erstaunlich ruhig und entspannt", schildert eine Kita-Leiterin aus dem Süden des Kreises ihre Eindrücke.

Generell überwiegt bei vielen Erziehern und Lehrern wohl Freude über ein Stück mehr Alltag: "Die Mitarbeiter sind eindeutig eher froh über die Öffnung - bei allen Bedenken, die jeder persönlich wegen der Erkrankung eben auch hat", skizziert Raik Urban, der die Geschäfte der Zittauer Kindertagesstätten gGmbH "Gernegroß" mit 13 Einrichtungen für rund 1.400 Kinder führt. Nicht ganz so einheitlich sehen es die Mitarbeiter der Awo, erklärt Sprecherin Franziska Redmann. Die Stimmung unter den Erziehern in den 17 Awo-Kindertagesstätten sei geteilt. "Es gibt Bedenken, wie sich das Infektionsgeschehen entwickeln wird. Eine schrittweise Öffnung wäre hier aus Sicht der Einrichtungen die bessere Lösung gewesen", schildert die Sprecherin.

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Eltern haben auf Öffnung gewartet

Die Eltern nutzen die Möglichkeit hingegen gern und stark: Bei der Awo spricht man von weitgehend normaler Auslastung. Auch Raik Urban schätzt, dass die Auslastung wieder bei 80 bis 90 Prozent liege. Zum Vergleich: In den Wochen zuvor, wo nur einige Eltern einen Anspruch auf Notbetreuung hatten, besuchten weniger als ein Drittel der Kinder die Zittauer Einrichtungen.

Was den Neustart für Kitas und Grundschulen erleichtert: Die Regeln haben sich im Vergleich zu vor zwei Monaten nicht gravierend verändert. Lediglich die Eltern der Kita-Kinder müssten sich noch etwas daran gewöhnen, beim Betreten der Kitas einen medizinischen Mund-Nase-Schutz zu tragen. Aber entzerrte Pausenzeiten, Einbahnstraßen-Systeme und Maskenpflicht auf den Gängen - wenn auch strenger und mit der Pflicht zu medizinischen Masken - das kennen selbst die Grundschüler bereits. "Es haben sich alle daran erinnert - das funktioniert", bestätigt die Kittlitzer Schulleiterin Katja Marquardt. Ihre Schule, die dank umfangreicher Sanierungsarbeiten inzwischen über modern ausgestattete Klassenzimmer verfügt, ist inzwischen sogar mit CO2-Messgeräten ausgestattet. Wann gelüftet werden muss, ergibt sich damit von selbst. "Die derzeit noch laufenden Bauarbeiten im Altbau behindern uns aber absolut nicht", betont sie.

Häufiger Einschränkung der Öffnungszeiten

Hinderlich könnten den Kitas momentan Personalprobleme werden. Da möglichst feste Gruppen beieinander bleiben sollen, sind die sonst so üblichen Springer-Dienste nicht möglich. Wenn also Mitarbeiter erkranken oder Urlaub haben, könnte es zu Einschränkungen der Öffnungszeiten kommen. Das bestätigt Raik Urban von der Zittauer Kindertagesstätten gGmbH. "Ja, wir werden das so handhaben müssen", betont er. Auch die Awo-Sprecherin bestätigt: "Gerade die kleineren Einrichtungen stoßen durch die strikte Trennung der Gruppen personell an ihre Grenzen, können Randzeiten schlecht abdecken und haben deshalb die Öffnungszeiten eingeschränkt."

Grundschulleiter sind freilich ebenso froh, wenn alle Lehrer zum Dienst erscheinen. "Dass sich jemand aus gesundheitlichen Gründen wegen Corona vom Dienst befreien lässt, ist nach wie vor extrem selten", betont Vincent Richter, Sprecher des Landesamtes für Schule und Bildung (Lasub) für die Kreise Bautzen und Görlitz. Da auch die Präsenzpflicht in der Schule ausgesetzt ist, können Schüler in begründeten Einzelfällen weiter zu Hause bleiben. Genaue Zahlen liegen dem Landesamt dazu noch nicht vor. An der Kittlitzer Grundschule hieß es aber beispielsweise, dass es sich um ganz wenige, medizinisch begründete Ausnahmen handele.

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