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Abhol-Stress: Wenn die Kita früher schließt

Die besonderen Corona-Regeln sind der Grund, dass Einrichtungen an den Öffnungszeiten schrauben. Auch zwischen Löbau und Zittau gibt's besondere Fälle.

Hier ist man früh dran: Auf Wunsch der Eltern öffnet die Kita "Hutbergzwerge" Schönau-Berzdorf derzeit um 6 Uhr, schließt deshalb aber bereits 15.30 Uhr.
Hier ist man früh dran: Auf Wunsch der Eltern öffnet die Kita "Hutbergzwerge" Schönau-Berzdorf derzeit um 6 Uhr, schließt deshalb aber bereits 15.30 Uhr. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Rasch schnallt der junge Vater seinen Sprössling im Auto vor der Kita Hutbergzwerge in Schönau-Berzdorf an. Ein bisschen eng war es diesmal schon. In zehn Minuten, um 15.30 Uhr, schließt die Einrichtung momentan - coronabedingt. "Eigentlich schaffe ich es immer gut, aber heute hatte ich noch einen Termin beim Chef, da bin ich ein bisschen später dran", erzählt er. Auch die junge Mutter, die fünf Minuten vor Schluss zur Kita-Tür strebt, betont, dass sie es trotz der vorgezogenen Abholzeit normalerweise ganz gut schaffe. "Wir haben kulante Arbeitgeber", sagt sie. Doch eine halbe Stunde Puffer, das hätten sie schon ganz gern. Dafür brauche sie nicht unbedingt schon eine Kita-Öffnung um 6 Uhr früh. "Aber ich weiß, dass andere Eltern das anders sehen", sagt sie.

Viele Kitas müssen kürzer treten

Dass die Kitas seit reichlich zwei Wochen wieder geöffnet haben, ist für viele Eltern ein Segen. Doch der "eingeschränkte Regelbetrieb" hat Tücken - vor allem bei den Öffnungszeiten. Momentan können, wie sonst üblich, Kinder aus verschiedenen Gruppen früh am Morgen und spät am Nachmittag eben nicht von einer Kollegin gemeinsam betreut werden: Feste Gruppen, feste Kontakte, kein Mischen - so lauten die Regeln. Da aber die Erzieher auch nur eine begrenzte Zahl an Arbeitsstunden haben, müssen viele Einrichtungen an den Öffnungszeiten schrauben.

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Das trifft alle Träger gleichermaßen: Die Arbeiterwohlfahrt, die im Kreis 17 Kitas betreibt oder die Zittauer Kindertagesstätten gGmbH "Gernegroß", mit 13 Einrichtungen für rund 1.400 Kinder ebenfalls einer der größeren Träger, bleiben von diesem Phänomen nicht verschont. Beide haben bereits zu Beginn der Wiedereröffnung zum 15. Februar angekündigt, dass sie ihre normalen Öffnungszeiten nicht überall einhalten werden können. Absichtlich ganz offensiv, damit es es den Eltern bewusst ist.

Löbau legt Kern-Öffnungszeiten fest

Auch die Stadt Löbau, die acht städtische Kitas betreibt und seit Jahresbeginn auch für die bisherigen Awo-Einrichtungen in Lawalde und Großschweidnitz Sorge trägt, kennt das Problem. "Wir haben vereinbart, dass unsere Einrichtungen generell zwischen 7 und 16 Uhr geöffnet sind", sagt Stadtsprecherin Eva Mentele. In mancher Einrichtung sind das zwei Stunden weniger als normal. Das bedeute aber nicht, dass es nicht auch Ausnahmen geben kann: "In Kittlitz ist es beispielsweise möglich, die Kinder ab 6 Uhr zu bringen", zählt sie ein Beispiel auf. Mehrere Eltern hatten dies so gewünscht. "Wir versuchen bei Problemen immer, individuelle Lösungen zu finden", sagt Frau Mentele. Dennoch habe das momentan leider Grenzen. "Das hängt eben von der Gruppenkonstellation oder auch dem Krankenstand beim Personal in den Einrichtungen ab", erklärt sie. Die Zahl der Kinder ist jedenfalls seit der Wiedereröffnung so hoch wie eh und je.

Diese Konstellationen muss auch Marie-Luise Seifert, Leiterin der Schönau-Berzdorfer Kita "Hutbergzwerge", beachten. Sie kann die Zeitnöte der Eltern verstehen - sie waren jetzt auch im Gemeinderat Thema. Doch sie verweist auf eine Entscheidung im Frühjahr, wo es ebenfalls schon einen Kita-Alltag unter besonderen Bedingungen gab. "Uns wurde klar signalisiert, dass es den Eltern wichtiger ist, dass wir früh um 6 Uhr anfangen, weil viele im Schichtdienst arbeiten", sagt sie. Birkenstock, Euroimmun, Altenpflege - in vielen Firmen gibt es feste Zeiten, ein Verschieben des Dienstbeginns ist nicht möglich. Schon für die momentanen Öffnungszeiten ziehe man alle Register, mitunter teilen sich Erzieher ihren Tag auf, übernehmen in einer Gruppe den Früh- und dann den Spätdienst, damit alles funktioniert. Die zwölf Kollegen in der Einrichtung tun jedenfalls alles was möglich ist: "Die Kollegen gehen alle 40 Stunden", sagt sie. Und sie warten auch, wenn sie mal jemand etwas verspätet. Aber bislang war das noch gar nicht nötig.

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