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Kitas in der Region Döbeln schränken Öffnungszeiten ein

Die Eltern müssen die Kinder später bringen und eher abholen. Auch die Erzieherinnen stehen vor einigen Herausforderungen.

Von Cathrin Reichelt
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Im Landkreis Mittelsachsen gibt es derzeit in 25 Kindertagesstätten Corona-Fälle.
Im Landkreis Mittelsachsen gibt es derzeit in 25 Kindertagesstätten Corona-Fälle. © Symbolfoto: dpa/Waltraud Grubitzsch

Region Döbeln. In Mittelsachsen sind in 25 Kindertagesstätten Corona-Fälle aufgetreten. "In den meisten Einrichtungen handelt es sich aber lediglich um einen positiven PCR-Test", teilt Landkreissprecher André Kaiser auf Nachfrage mit, ohne die genau Zahl der Fälle bei den Kita-Kindern zu nennen.

In allen Kitas ist seit dieser Woche zum wiederholten Mal der eingeschränkte Regelbetrieb vorgeschrieben. Die Mitarbeiter versuchen, den Kindern einen möglichst normalen Alltag zu gestalten. Aber ohne Veränderungen geht es nicht. Von denen sind auch die Eltern betroffen.

Die Empfehlung sei, Kitas derzeit für neun Stunden zu öffnen. "Wir haben uns am Bedarf der Eltern orientiert", sagt Ines Hebenstreit, Leiterin der Kita "Tierhäuschen" in Waldheim. Dort werden die Kinder weiter ab 6 Uhr empfangen, müssen aber bis 16 Uhr wieder abgeholt sein. Normalerweise schließt die Kita erst um 17.30 Uhr.

Maximal ein Elternteil darf die Kita für zehn Minuten betreten. Dabei muss eine Maske getragen werden. Die Eltern seien sehr umsichtig. Für sie, aber auch für die Erzieherinnen sei die derzeitige Situation eine große Herausforderung.

Beruf der Erzieher erfährt zu wenig Wertschätzung

Ines Hebenstreit findet es traurig, dass der Beruf der Erzieherinnen wenig Beachtung und Wertschätzung erfährt. Aber sie seien oft, wie auch Mütter in anderen Berufen, doppelt belastet. ""Wir haben viele junge Erzieher. Wenn die Schule schließt, müssen die Mütter Zuhause bleiben und fehlen bei uns", erklärt die Kita-Leiterin.

Besonders während des eingeschränkten Regelbetriebs werde an das Wohl der Kinder gedacht und deren Freundschaften untereinander beachtet. Deshalb bleiben die Gruppen in Absprache mit dem Träger in den einzelnen Etagen zusammen. "Es ist wichtig, behutsam mit den Kindern umzugehen", meint Ines Hebenstreit.

Bisher sei keines der Kita-Kinder an Corona erkrankt. Einige hätten aber zu Hause in Quarantäne bleiben müssen, weil Geschwister positiv getestet wurden. "Ich habe Hochachtung vor den Eltern, wie sie das stemmen", so die Kita-Leiterin.

Die Eltern hatten für ihren Nachwuchs auch eine ganz besondere Weihnachtsfeier geplant. Dort wollten sie ein Märchen aufführen. "Das werden wir nachholen, sobald das möglich ist. Am wichtigsten ist es, den Optimismus nicht zu verlieren", meint Ines Hebenstreit.

Separate Eingänge für Kita- und Krippenkinder

Bereits seit Mitte November sind die Öffnungszeiten der kommunalen Kindertagesstätten in Döbeln auf 6 bis 16 Uhr beschränkt. "Das bleibt vorerst bis zum Jahresende so", teilt Stadtsprecher Thomas Mettcher mit. In den städtischen Kitas gebe es feste Gruppen mit festen Bezugspersonen entsprechend der räumlichen und personellen Bedingungen. Konkreter wird Mettcher nicht.

Eine halbe Stunde länger als in Döbeln hat die Kita Funtasia in Altenhof geöffnet. Dabei gibt es zwei separate Eingänge, an denen die Eltern die Kita- oder Krippenkinder abgeben. In der Kita fehlt Personal, trotzdem konnten vier feste Gruppen gebildet werden.

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„Für jede Gruppe erfolgen alle Angebote und das Essen in einem Zimmer. Es gibt separate Sanitäreinrichtungen und getrennte Garderoben“, erklärt Katrin Kipp, stellvertretende Leiterin der Kita. In dieser hat es bereits einige wenige Corona-Fälle gegeben.

Eltern sind sehr vorsichtig

"Es läuft noch eingermaßen", meint Kerstin Thanheiser, Leiterin des Kinderhauses Hartha. Allerdings gibt es dort zurzeit weder einen Früh- noch einen Spätdienst. Die Mädchen und Jungen werden in der Zeit zwischen 7 und 15.30 Uhr betreut. Das seien zurzeit aber auch weniger Kinder. Grund sei die Grippezeit. Einige Eltern lassen ihre Kinder bewusst Zuhause. Und die Pandemie komme noch erschwerend hinzu.

Die Eltern seien sehr vorsichtig, trotzdem seien einige wenige Kinder positiv getestet worden. Öfter als in den vorangegangenen Corona-Wellen müssten Kinder Zuhause bleiben, weil deren Geschwister erkrankt sind.

Mit einem Augenzwinkern meint Kerstin Thanheiser, der DDR-Bau, in dem sich das Kinderhaus befindet, sei perfekt für die derzeitige Situation. Denn es gibt für jede Gruppe einen Raum, einen Waschraum und eine Garderobe. Aus den Corona-Erfahrungen heraus habe die Kita die Reinigung beibehalten.

Sie erfolge erst am Nachmittag, wenn sich keine Kinder mehr in der Einrichtung befinden. Stoßlüften und regelmäßiges Händewaschen seien selbstverständlich. „Bei all dem vergessen wir aber die Besinnlichkeit nicht“, meint Kerstin Thanheiser.

Mit Lollitest Corona-Fälle entdeckt

Während die Eltern ihren Nachwuchs im Kinderhaus am Eingang abgeben und wieder in Empfang nehmen, können die Eltern ihre Kinder in die Kita Wirbelwind in Knobelsdorf bringen. Voraussetzung ist, dass die Erwachsenen auf dem gesamten Gelände eine Maske tragen und sich nur kurz dort aufhalten. Geöffnet ist der Wirbelwind von 6.30 bis 16 Uhr.

Die Krippen- und Kitakinder werden auf verschiedenen Etagen betreut, sagt eine Mitarbeiterin. Im Außengelände ist eine Trennung der Gruppen ebenfalls möglich. Auch in dieser Kita gab es schon Corona-Fälle. Nachdem ein Kind positiv getestet wurde, hat die gesamte Kitagruppe Lollitests erhalten. Dadurch wurden zwei weitere Fälle entdeckt.