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Kitas müssen schließen - Krankenhaus ist am Limit

In Weißwasser ist die Lage in den Kitas noch unkritisch, während sie sich im Umland zuspitzt. Das gilt auch fürs Kreiskrankenhaus.

Das Krankenhaus Weißwasser ist weiterhin für alle Patienten da. Allerdings kommt es durch steigende Zahlen von Covid-19-Erkrankten durchaus zur Verlegung von Patienten.
Das Krankenhaus Weißwasser ist weiterhin für alle Patienten da. Allerdings kommt es durch steigende Zahlen von Covid-19-Erkrankten durchaus zur Verlegung von Patienten. © Joachim Rehle

Region. Die Entscheidung fiel schwer. Doch Gemeinde und Kita-Leitung blieb keine andere Wahl, als das „Spatzennetz“ in Sagar kurzfristig ab heute, bis einschließlich 8. Dezember, zu schließen. Vorerst.

„Es ist uns nicht mehr möglich, den eingeschränkten Regelbetrieb mit dem zur Verfügung stehenden Personal zu gewährleisten“, heißt es dazu auch in einem Brief, den Eltern gestern bei der Abholung der Kinder bekamen und der auch auf der Krauschwitzer Internetseite steht. Grund für die Kita-Schließung sind Quarantäne-Maßnahmen. Viele Kinder dürfen dadurch erst wieder ab 9. Dezember in die Kita. Hinzu kommt, dass wegen anderer Erkrankungen, eigener Quarantäne oder der Betreuung eigener in Quarantäne befindlicher Kinder viele Erzieherinnen fehlen. Gruppenzusammenlegungen sind laut aktueller Verordnung nicht erlaubt. „Nun kam noch die Positivtestung einer Mitarbeiterin hinzu, wodurch wieder Kinder, mit denen sie zusammen war, fehlen und fast kein Erzieher mehr da ist“, erklärt Toralf Schindler von der Gemeinde auf TAGEBLATT-Nachfrage.

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In der Bad Muskauer Kita „Bergpiraten hat sich die Lage ebenfalls zugespitzt. Ab kommenden Montag ist, laut Dirk Eidtner von der Stadtverwaltung, nur Notbetreuung für Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen möglich. Wie lange dies gilt und ob eine kurzfristige Schließung droht, könne er nicht einschätzen. „Wir können nur abwarten, wie sich alles entwickelt, das Gesundheitsamt entscheidet und darauf reagieren.“

Besser ist die Lage in Weißwasser. Abgesehen von der katholischen Kita „St. Johannes“, in der aktuell Notbetreuung gilt und die ab Montag auf Betreuung von 7.30 bis 14.30 Uhr für alle Kinder hofft, funktionieren die städtischen Kitas. Zwar gibt es in den Einrichtungen wetter- und jahreszeitbedingte Krankheitsausfälle. Auch Corona-Verdachtsfälle sowie einzelne bestätigte Infektionen. „Aufgrund der Hygieneschutzmaßnahmen, klaren Regularien und engen Abstimmungen sind die Kitas aber einsatzfähig, besteht derzeit keine Schließungsgefahr“, so Stadtsprecher Wulf Stibenz.

Klinik erreicht Belastungsgrenze

Indes kämpft man im Kreiskrankenhaus Weißwasser weiter gegen die Pandemie und die Folgen. Die Akutversorgung der Bevölkerung – dazu gehören Unfälle, Knochenbrüche, hoher Blutverlust, Kopfverletzungen, Vergiftungen, lebensgefährliche Verletzungen, Herzinfarkt oder Entbindungen – sei, laut Sprecherin Jan-Cordelia Petzold, nicht gefährdet. Dies sei nur durch das Engagement der Ärzte und Pflegekräfte, „die fast übermenschlichen Einsatz zeigen“, möglich. Dass es trotzdem Kapazitätsengpässe und Patientenverlegungen in andere Häuser gibt, liege an verstärkter Zuweisung und Belegung mit Corona-Patienten. Zu ihrer pflegeintensiven Versorgung habe man Personal aus anderen Abteilungen aufstocken müssen, während gleichzeitig viele Mitarbeiter krankheitsbedingt ausfallen. Wie in anderen Häusern seien Strukturen angepasst, Stationen umgewidmet oder zeitlich befristet von der Versorgung ausgenommen worden, um Personal zu bündeln. In Weißwasser betrefft es eine Komplettstation und weitere Teilbereiche.

Als „nicht zutreffend“ bezeichnet Petzold dagegen Gerüchte, wonach die Kinderstation durch Covid-Erkrankung, zumindest eines Arztes, geschlossen worden sei.

14 weitere Todesfälle im Kreis

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Unterdessen sind die vom Kreisgesundheitsamt gemeldeten Fallzahlen weiter hoch. 195 neue Infektionen wurden am Donnerstag gemeldet. Auch sind laut Behörde 14 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 im Zeitraum vom 20. bis 26. November bekanntgeworden. Darunter sind zwei Frauen im Alter von 80 und 85 Jahren aus Weißwasser, eine 93-Jährige aus Weißkeißel und ein 82-jähriger Mann aus Bad Muskau. (mit mp)

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