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Kliniken kehren zum Regelbetrieb zurück

Die Zahl der Covid-Patienten reduziert sich. Das Coronavirus wird die Krankenhäuser aber dauerhaft beschäftigen.

Wie das Helios-Klinikum in Pirna gehen alle Krankenhäuser im Landkreis wieder Schritt für Schritt zum Normalbetrieb über.
Wie das Helios-Klinikum in Pirna gehen alle Krankenhäuser im Landkreis wieder Schritt für Schritt zum Normalbetrieb über. © Daniel Schäfer

Der Trend ist inzwischen stabil. In den Krankenhäusern des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sinkt die Zahl der Covid-19-Patienten, die stationär behandelt werden müssen. Am Donnerstag, 11. Februar, vermeldete das Landratsamt, dass 119 Personen in Krankenhäusern versorgt werden müssen. Davon werden 17 auf der Intensivstation behandelt, alle anderen auf Normalstationen.

Damit hat sich die Belastung durch die Corona-Pandemie in den Krankenhäusern erheblich reduziert. Ende des Jahres 2020 lagen bis zu 200 Patienten in den Krankenhäusern. Allerdings ist der Rückgang der auf den Intensivstationen geringer als auf Normalstationen.

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Infektionszahlen werden weiter beobachtet

Dennoch normalisiert sich die Lage zwei Monate nach dem angeordneten harten Lockdowns langsam. "Aktuell haben wir damit begonnen, zusätzlich geschaffene Isolierbereiche wieder ihrer ursprünglichen Aufgabe zuzuführen und den Regelbetrieb schrittweise wieder aufzunehmen", erklären die Helios-Kliniken, die in Freital, Dippoldiswalde und Pirna Krankenhäuser betreiben.

Die Lage in der Region werde aber weiterhin täglich beobachtet. Sollten die Zahlen der Covid-19-Patienten oder der Infektionszahlen wieder sprunghaft ansteigen, könnten die Kliniken "kurzfristig auf Entwicklungen reagieren".

Am Donnerstag wurden in den Weißeritztalkliniken in Freital und Dippoldiswalde 44 Corona-Patienten stationär behandelt, sechs davon auf der Intensivstation. Zum Vergleich: Am 29. Dezember kurz nach Weihnachten waren es mehr als 80. In Pirna waren es jetzt 32 stationäre Covid-Patienten. So niedrig war die Zahl seit 21. November vorigen Jahres nicht mehr. Das geht aus Veröffentlichungen der Helios-Kliniken hervor.

Am Hygienekonzept in den Kliniken ändert sich vorerst nichts. So gilt unter anderem weiterhin für Beschäftigte und Patienten eine Maskenpflicht. Besucher sind nur sehr eingeschränkt zugelassen.
Am Hygienekonzept in den Kliniken ändert sich vorerst nichts. So gilt unter anderem weiterhin für Beschäftigte und Patienten eine Maskenpflicht. Besucher sind nur sehr eingeschränkt zugelassen. © Egbert Kamprath

Isolierstation wird dauerhaft vorgehalten

In der Asklepios-Klinik in Sebnitz ist die Entwicklung ähnlich. Dort werden jetzt zehn Covid-Patienten stationär behandelt. Zwischenzeitlich waren es mal doppelt so viele. Auch dort geht man jetzt Schritt für Schritt wieder in den Regelbetrieb über. Regionalgeschäftsführer Patrick Hilbrenner rechnet damit, dass das Anfang März erreicht sein sollte.

Mit Covid-Erkrankungen sei es dann aber nicht vorbei. "Corona wird uns dauerhaft begleiten", sagt er. Ähnlich wie andere Viruserkrankungen würden sie immer wieder präsent sein. Deshalb werde Asklepios ständig eine Isolierstation vorhalten. In der Hohwald-Klinik, einem Fachkrankenhaus für Orthopädie der Asklepios-Gruppe, wurden keine Covid-Patienten behandelt.

Personalsituation verbessert sich

Das Klinik-Personal stand in den vergangenen drei Monaten unter Dauerbelastung - physisch wie psychisch. Folglich stieg auch der Krankenstand. "Unsere Kolleginnen und Kollegen meistern die herausfordernde Situation mit einem enormen persönlichen Engagement", heißt es von den Helios-Kliniken. Dort entspannt sich aktuell die Personalsituation. "Die Personalausfallquote sinkt langsam auf ein für diese Jahreszeit normales Niveau", erklärt die Helios-Pressestelle.

Auf den Intensivstationen herrscht trotzdem weiter Hochbetrieb. Zum einen liegt das daran, dass schwere Krankheitsverläufe bei Covid-19 eine lange Heilungszeit brauchen. Neben schweren Lungenschädigungen beeinträchtigt das Virus oftmals auch weitere Organe. "So kommt es sehr häufig zu Beeinträchtigungen des Herzens, der Nieren sowie zu neurologischen Komplikationen, was die Behandlung zusätzlich erschwert und langwierig macht", erklären die Helios-Kliniken.

Hinzu kommt, dass es einen Stau von Operationen gibt, die eine Zeit lang aufgeschoben werden konnten. Die müssen nun immer dringender erledigt werden. Insbesondere direkt nach einer OP werden die Betten der Intensivstation für die Überwachung benötigt.

© SZ Grafik

Notfallversorgung ist gewährleistet

Deshalb ist es für Rettungsdienste weiterhin kompliziert, Intensivbetten für Notfall-Patienten zugewiesen zu bekommen. Am Donnerstag zeigte das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) für vier der fünf Regel-Krankenhäuser im Landkreis volle Intensivstationen an. Lediglich für den Standort Freital wurde eine begrenzte Kapazität an Intensivbetten sowohl für schwere als auch leichtere Fälle ausgewiesen. Für Pirna galt das nur für leichtere Fälle.

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Alle Kliniken weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass eine Notfallversorgung jederzeit gewährleistet sei. Außerdem appellieren sie, Untersuchungstermine und Behandlungen auf jeden Fall wahrzunehmen und nicht aus Angst darauf zu verzichten. Welche Konsequenzen in den letzten Wochen ausgebliebene oder erst verspätet begonnene Therapien haben, lasse sich derzeit noch nicht absehen, heißt es.

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Der Artikel wurde am 12. Februar, 11 Uhr, aktualisiert.

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