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Ein Corona-Impfstoff für alle

Seit Sonntag werden die ersten Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Doch dabei darf es nicht bleiben. Ein Kommentar von Detlef Drewes.

Detlef Drewes kommentiert den Auftakt der Corona-Impfungen.
Detlef Drewes kommentiert den Auftakt der Corona-Impfungen. © Hendrik Schmidt/dpa

Es gibt eine Wirkung des Corona-Impfstoffes, die kein Wissenschaftler testen kann: Es ist die Erleichterung, endlich etwas gegen das Virus in der Hand zu haben, ein Mittel, das die Menschen vom Ende des Lockdowns träumen lässt.

Die Verantwortlichen in den EU-Mitgliedstaaten wussten, wie groß diese Sehnsucht nach einer guten Nachricht ist. Sie haben auch deshalb den Druck auf die Zulassungsbehörde der Gemeinschaft erhöht. Dennoch taten die EMA-Experten gut daran, sich für notwendige Tests Zeit zu nehmen. Jede Verunsicherung durch nicht erkannte Nebenwirkungen wäre ein gefundenes Fressen für die ohnehin viel zu große Zahl der Impfgegner.

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Die EU hat in dieser Situation vor allem eines richtig gemacht: Sie öffnete ihre Fördertöpfe und machte so die Forschung nach geeigneten Vakzinen und anderen Medikamenten erst möglich. Diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit bleibt die Grundlage für das Ringen um eine Rückkehr zu wenigstens annähernd normalen Verhältnissen.

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Das bedeutet aber auch, dass die finanzkräftigen Nationen die Errungenschaft der Pharmakologen nicht für sich behalten dürfen. Wir brauchen Allianzen und internationale Kooperationen, um Impfstoffe auch Afrika, Asien und Lateinamerika zur Verfügung zu stellen. Wer glaubt, er könne diese Kraftanstrengung auf die nächsten Jahrzehnte verschieben, wird sehr bitter von der Realität eingeholt werden, weil das Virus von jedem Punkt der Erde wieder zu uns zurückkehren kann.

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