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Bange machen gilt nicht

In stark vom Corona-Virus betroffenen Regionen sollen nur noch maximal 50 Menschen an Feiern teilnehmen dürfen. Ein Kommentar von Karin Schlottmann.

Karin Schlottmann kommentiert die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern.
Karin Schlottmann kommentiert die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern. © Odd Andersen/AFP Pool/dpa

Es hört sich an wie ein Horrorszenario. Wenn sich das Corona-Infektionsgeschehen so weiterentwickelt wie in den vergangenen Tagen, müsse Weihnachten mit täglich 19.200 neuen Ansteckungsfällen gerechnet werden. Es ist sicher kein Zufall, dass Kanzlerin Angela Merkel diese angsteinflössende Hochrechnung am Tag vor dem Bund-Länder-Treffen in die Welt gesetzt hat, an dem einheitliche Obergrenzen für Familienfeiern auf der Tagesordnung standen. 

Die alarmierende Zahl sollte wohl helfen, die Ministerpräsidenten zum Einlenken zu bewegen. Statt wie in früheren Krisen auf ihre vielfach gelobte Nüchternheit zu setzen, lässt Merkel keine Gelegenheit aus, zu warnen und zu mahnen. Aber ist Angst in dieser Lage wirklich ein guter Ratgeber?

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Seit dem Ausbruch der Pandemie haben Politiker, Mediziner und Bürger viele Erkenntnisse gewonnen. Dazu gehört unter anderem die Einsicht, Entscheidungen auf die jeweils regionale Entwicklung auszurichten. Aus dem Ruder gelaufene Mega-Partys in Ballungsräumen dürfen keine zusätzlichen Restriktionen für das ganze Land zur Folge haben, wenn die Regierung nicht die Akzeptanz ihrer Corona-Politik riskieren will. Der Föderalismus ermöglicht schnelles und flexibles Reagieren. 

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Gut möglich, dass zentralistisch geprägte Länder wie Frankreich deshalb im Nachteil sind. Ministerpräsidenten, die in ihrem Land höhere Infektionszahlen haben, sollten, wenn nötig, strengere Regeln verhängen und sich nicht hinter der Kanzlerin verstecken.

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