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Politik

Konzept für coronafreie "grüne Zonen"

Forscher haben einen Plan vorgestellt, der Europa den Weg in die Normalität ebnen soll. Er ist eine Abkehr von der bisher verfolgten Eindämmungsstrategie.

Beschränkungen des Alltagslebens sollen dem Plan zufolge dort örtlich aufgehoben werden, wo es 14 Tage lang keine Neuinfektionen unbekannten Ursprungs gibt.
Beschränkungen des Alltagslebens sollen dem Plan zufolge dort örtlich aufgehoben werden, wo es 14 Tage lang keine Neuinfektionen unbekannten Ursprungs gibt. © Daniel Bockwoldt/dpa

München. Die "No Covid"-Initiative von 14 Wissenschaftlern hat ihren Plan für coronafreie "grüne Zonen" in Europa vorgestellt. Die Initiative schlägt in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Papier vor, Beschränkungen des Alltagslebens dort örtlich aufzuheben, wo die Pandemie unter Kontrolle ist und es 14 Tage lang keine Neuinfektionen unbekannten Ursprungs gibt. Damit gemeint sind Corona-Fälle, die keiner vorher schon entdeckten und isolierten Infektionskette zugeordnet werden können.

1. Rote und grüne Zonen

Die "grünen Zonen" sollen durch drastische Reisebeschränkungen geschützt werden: Menschen aus "roten Zonen", in denen es lokale Infektionen außerhalb von Quarantäne oder Isolation gibt, sollen "grüne Zonen" nicht besuchen dürfen. Die der Corona-Einschränkungen müden Bürger sollen durch die Aussicht auf "grüne Zonen" motiviert werden, sich an die Regeln zu halten. Pendler zwischen "grünen" und "roten Zonen" und ihre Arbeitgeber sollen besonderen Kontrollen und Auflagen unterliegen.

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2. Paneuropäische "No Covid"-Partnerschaft

Abgesehen von "grünen" und "roten Zonen" schlagen die Wissenschaftler drei weitere "Werkzeugkisten" vor, die Europa den Weg zurück in die Normalität ebnen sollen. Dazu gehört eine paneuropäische "No Covid"-Partnerschaft, um das Zonenmodell über Ländergrenzen hinaus umsetzen zu können. Das könnte nach Einschätzung der Wissenschaftler auch gelingen, sofern sich genügend gleichgesinnte Kommunen finden - auch wenn nicht alle Regierungen mitmachen.

3. Umfassende Teststrategie

Dritter Teil des Konzepts ist eine umfassende Teststrategie mit besserer und schnellerer Kontaktnachverfolgung als bisher - inklusive der Isolation von Verdachtsfällen und Kontaktpersonen.

4. Vorschläge für die Wirtschaft

Der vierte Teil des Konzepts beinhaltet die Vorschläge für die Wirtschaft: So plädieren die Wissenschaftler dafür, Unternehmen möglichst flächendeckend und umfassend zur Arbeit im Heimbüro anzuhalten - ohne dies zur Pflicht zu machen. Unternehmen sollen außerdem ihre Hygienekonzepte an die Standards in der Medizin anpassen. Sofern Verschärfungen des Lockdowns notwendig werden sollten, soll die Industrie so lange wie möglich weiter produzieren dürfen.

Beteiligt an der Initiative sind Forscher aus mehreren Disziplinen von Medizin über Pädagogik bis Volkswirtschaft. Zu den Autorinnen und Autoren zählen unter anderem die Virologin Melanie Brinkmann und der Physiker Michael Meyer-Herrmann vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, sowie die Ökonomen Clemens Fuest und Andreas Peichl vom Münchner ifo-Institut.

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