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Leben und Stil

Krankenstand sinkt auf Rekordtief

In Deutschland waren nur wenige Menschen krank gemeldet. Der Rückgang hat auch mit Corona zu tun. Die langfristigen Pandemie-Folgen sind offen.

Der Krankenstand in Deutschland ist gefallen.
Der Krankenstand in Deutschland ist gefallen. © Archivbild: Rafael Sampedro

Im ersten Halbjahr 2021 gab es in Deutschland ungewöhnlich wenig krankheitsbedingten Arbeitsausfall. Beschäftigte hatten von Januar bis Juni pro Kopf durchschnittlich 6,7 Fehltage und damit 22 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus der aktuellen Krankenstands-Analyse der DAK-Gesundheit hervor. Sie ist die drittgrößte gesetzliche Kasse in Deutschland.

„Die Erkältungssaison 2021 ist nahezu komplett ausgefallen“, kommentiert DAK-Vorstandschef Andreas Storm. Auf 100 DAK-versicherte Beschäftigte kamen nur 48 Fehltage wegen Atemwegserkrankungen, rund 92 Tage weniger als im Vorjahreszeitraum. „Die wegen der Pandemie eingeführten Abstands- und Hygienemaßnahmen haben sich als wirkungsvoller Infektionsschutz erwiesen“, sagte Storm. Dieser neue Standard sollte nicht mehr aufgegeben werden.

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Viele Patienten haben Rückenleiden

Die meisten Fehltage gab es wie schon in den Vorjahren wegen Rückenleiden oder anderer Muskel-Skelett-Probleme. Ein Viertel des Arbeitsausfalls ließ sich damit begründen. Ein Fünftel wurde von psychischen Erkrankungen verursacht. Sie erreichten mit rund 133 Fehltagen je 100 Versicherte einen neuen Höchststand. „Die Pandemie mit allen ihren Begleiterscheinungen hat auf psychische Erkrankungen wie ein Verstärker gewirkt. Was uns als Folge aus den Lockdown-Zeiten noch bevorsteht, können wir heute nur schwer abschätzen“, sagte Storm.

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Ein Bundesvergleich macht deutlich: In den östlichen Bundesländern ist der Krankenstand auch unter Corona höher als im Westen (4,7 Prozent gegenüber 3,6 Prozent). Das bedeutet, von 100 Beschäftigten im Osten waren rechnerisch an jedem Tag 4,7 krankgeschrieben, im Westen nur 3,6. Ein Drittel der Beschäftigten im Osten hatte im ersten Halbjahr 2021 wenigstens eine Krankschreibung, im Westen nur ein Viertel. Krankschreibungen sind gesetzlich vorgeschrieben, wenn Beschäftigte länger als drei Tage bei der Arbeit krankheitsbedingt fehlen. (rnw/sk)

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