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Krebspatientin in Zeiten von Corona

Bei Burgunde Schöne wurde Anfang 2020 ein Tumor festgestellt. Wie sie die Pandemie im Krankenhaus erlebte.

Bei Burgunde Schöne wurde im Frühjahr ein Darmtumor diagnostiziert. Prof. Steffen Pistorius ist ihr behandelnder Arzt in der Asklepios-ASB Klinik Radeberg. Nach zwei erfolgreichen Operationen ist der Krebs inzwischen besiegt.
Bei Burgunde Schöne wurde im Frühjahr ein Darmtumor diagnostiziert. Prof. Steffen Pistorius ist ihr behandelnder Arzt in der Asklepios-ASB Klinik Radeberg. Nach zwei erfolgreichen Operationen ist der Krebs inzwischen besiegt. © Christian Juppe

Radeberg. Als die Beschwerden immer mehr zunahmen, ging Burgunde Schöne zum Hausarzt. Nach der Untersuchung gab er ihr den Rat und einen Überweisungsschein: Sie soll sich sofort bei einem Spezialisten in der Asklepios-ASB Klinik Radeberg vorstellen. Im März war das. Zu einer Zeit, als sich das Coronavirus immer weiter in Deutschland ausbreitete, als am 16. März die Grenzen zu anderen Staaten der EU geschlossen und als Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen verhängt wurden.

Die Zahnärztin im Ruhestand befolgte den Rat ihres Hausarztes, ließ sich in der Radeberger Klinik untersuchen. Dann die Diagnose: Dickdarmkrebs. Eine schnelle Operation ist unumgänglich. Sie muss unverzüglich ins Krankenhaus. Ein wochenlanger Aufenthalt auf Station, wo doch Corona-Patienten ebenfalls in Krankenhäusern behandelt werden? „Nein, Angst vor einer Ansteckung hatte ich nicht. Von Anfang an nicht. Ich habe da ganz auf die Erfahrung der Ärzte vertraut. Schließlich musste ja auch meine Erkrankung behandelt werden.“

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Die erste Operation verlief erfolgreich. Doch bei der Nachuntersuchung stellte sich heraus, dass der Tumor Metastasen in der Leber gebildet hatte. Im April folgte eine zweite OP. Im Krankenhaus bekam die Großröhrsdorferin zunehmend die Auswirkungen der Pandemie mit. Maskenpflicht, Schutzkleidung und schließlich Besuchsverbot.

„Selbst das hat mir keine Angst gemacht. Ich wusste ja, wenn meine Krankheit überstanden ist, dann kann ich wieder nach Hause. Es war für mich eine Trennung auf Zeit. In Alten- und Pflegeheimen ist das sicher schwieriger, bei Menschen die teilweise ein sehr hohes Alter haben. Außerdem gab es ja noch das Telefon, mit dem ich mit allen in Verbindung bleiben konnte.“

Burgunde Schöne wird in der Asklepios-ASB Klinik Radeberg behandelt.
Burgunde Schöne wird in der Asklepios-ASB Klinik Radeberg behandelt. © Archiv: Thorsten Eckert

Eine große Gelassenheit und Zuversicht bescheinigt ihr auch der behandelnde Arzt Prof. Steffen Pistorius. Er ist stellvertretender Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie im Radeberger Krankenhaus. „Das ist ja bei einer so schweren Erkrankung wie der von Frau Schöne sehr wichtig, dass sie an den Erfolg glaubt, nach vorne schaut. Das kann die Genesung sehr fördern.“

Chemotherapie noch bis Dezember. So kam es dann auch. Die Patientin konnte den Krebs inzwischen besiegen. Bis Dezember wird die Chemotherapie weitergeführt. Dann folgt noch eine Operation. Keine, um Tumorzellen zu beseitigen, sondern eine, um Teile ihres Darms wiederherzustellen. „Aber auch diese werde ich überstehen. Da bin ich ganz optimistisch. Angst vor einer Corona-Ansteckung habe ich auch jetzt nicht.“

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Offenbar denken nicht alle so wie Burgunde Schöne. Denn die Radeberger Klinik bemerkt eine Zurückhaltung bei manchen Patienten. Aus Angst, sich mit dem Coronavirus anzustecken, nehmen sie die Ratschläge ihres Hausarztes nicht ernst oder gehen gleich gar nicht zum Arzt. „Wir haben zwar keine genauen Zahlen, aber ein Rückgang ist spürbar“, sagt Steffen Pistorius.

Für ihn ist die Scheu unbegründet. „Das Infektionsrisiko im Krankenhaus ist sehr gering. Neben den allgemein bekannten Regeln wie Maskenpflicht, Mindestabstand und häufige Desinfektion haben wir ja bereits seit einiger Zeit ein Besuchsverbot verhängt.“

Corona-Patienten werden auf einer separaten Station von separatem Personal versorgt. „Es gibt spezielle Schleusen und extra Schutzkleidung. Wir sind zudem viel besser aufgestellt, was das Management der Pandemie angeht, als bei der ersten Corona-Welle, beispielsweise bei der Ausstattung mit Schutzkleidung.“

Der Mediziner rät jedem, bei Beschwerden zunächst zum Hausarzt zu gehen, und wenn der ihn dann zu einem Spezialisten überweist, die Untersuchung auch wahrzunehmen. „Gerade bei Tumorerkrankungen zählt jeder Tag.“

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