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Kreis bittet Bundeswehr um mehr Corona-Hilfe

Seit fast zwei Wochen hilft die Bundeswehr im Gesundheitsamt in Görlitz. Jetzt soll sie Pfleger schicken - um die Kliniken zu entlasten.

Symbolfoto
Symbolfoto © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Die vielen Neuinfektionen im Landkreis Görlitz führen mittlerweile zu vermehrt schweren Erkrankungen an Covid 19, die wiederum in den Krankenhäusern im Kreis zu versorgen sind.

Wie das Gesundheitsamt des Kreises in Görlitz am Mittwoch mitteilt, werden 107 Personen in Kliniken im Kreis stationär behandelt, drei weitere Einwohner in Krankenhäusern im Landkreis Bautzen und in Dresden. Von den 107 Patienten liegen 15 auf Intensivstationen, neun müssen beatmet werden. Diese Angaben enthält die neueste Statistik des zentralen DIVI-Intensivregisters.

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Zugleich versuchen die Krankenhäuser, Patienten von den Intensivstationen zu verlegen, die nicht  an Covid-19 erkrankt sind und keine Intensivpflege mehr benötigen. Trotz der höheren Zahl an Covid-19-Patienten stieg dadurch der Anteil freier Betten auf Intensivstationen im Kreis auf 23, belegt sind jetzt 45.

Die Lage in den Krankenhäusern im Landkreis Görlitz ist nach Einschätzung des Gesundheitsamtes angespannt. "Die Kapazitäten geraten an ihre Grenzen", heißt es in einer Pressemitteilung. Deswegen hat der Kreis bei der Bundeswehr ein Amtshilfeersuchen gestellt und darum gebeten, vorrangig pflegerisches Personal zur Verfügung zu stellen. Seit zwei Wochen sind Soldaten aus Gera bereits im Gesundheitsamt in Görlitz bei der Kontaktermittlung im Einsatz.

Im Görlitzer Klinikum ist mittlerweile eine ganze Etage im Hauptgebäude zur Infektionsstation eingerichtet worden. „Die steigende Zahl der Neuinfektionen ist besorgniserregend. Das Personal des Klinikums leistet großartige Arbeit, um die Situation zu meistern“, sagt Geschäftsführerin Ulrike Holtzsch. Vor allem die Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachkräfte, die die Covid-19-Patienten direkt behandeln, sind in besonderem Maße beansprucht. „Sie sind sowohl physisch als auch mental enorm gefordert. Ihre Leistung und Einsatzbereitschaft verdienen höchsten Respekt“, sagt die Geschäftsführerin. 

Auch das Kreis-Krankenhaus "Oberlausitzer Bergland" verzeichnet viele Covid-19-Patienten. Bis Dienstagmittag waren es in Ebersbach (Sachsen) und Zittau 50 Erkrankte. Doch seien die Kapazitätsgrenzen der Klinik noch nicht erreicht. 

Mit einem schnellen Ende der schwierigen Lage ist nicht zu rechnen. Die jetzt auf den Stationen eingelieferten Patienten haben sich vor mehr als zehn Tagen infiziert. Seitdem liegen die Neuinfektionen auf hohem Niveau. So auch an diesem Mittwoch. Die Labore haben dem Kreis 194 Neuinfektionen, darunter sechs Kinder, gemeldet - so viele waren es noch nie an einem Tag. Schwerpunkte waren Görlitz und Zittau mit 46 und 38 Fällen. 34 Personen haben die Infektion wieder überstanden. Die 7-Tages-Inzidenz liegt mittlerweile bei 278.

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