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Kreis Görlitz: Corona fordert sechs weitere Menschenleben

Die zweite Welle der Pandemie an der Neiße ist längst nicht gebrochen. Alle wichtigen Indizes steigen an diesem Dienstag.

Die Pflege von Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen ist sehr personalintensiv.
Die Pflege von Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen ist sehr personalintensiv. © Fabian Strauch/dpa

Trotz aller Einschränkungen schreitet die Corona-Pandemie im Kreis Görlitz unvermindert fort. Alle Hoffnungen, die seit zwei Wochen geltenden Einschränkungen würden zu schnellen Erfolgen führen, sind bislang nicht in Erfüllung gegangen.

Die aktuellen Zahlen vom Dienstag lauten so: Sechs weitere Menschen, die mit oder an dem Coronavirus gestorben sind, mehr Neuinfektionen als vor einer Woche und deshalb eine steigene Inzidenz. Die Werte im Einzelnen.

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Mit den sechs neuen Todesfällen steigt die Zahl der Toten in der Pandemie seit Anfang März auf 60. Nach Angaben des Kreis-Gesundheitsamtes waren die an diesem Dienstag gemeldeten Toten zwei Frauen im Alter von 97 und 89 Jahren sowie ein 92-jähriger Mann aus Boxberg und zwei Frauen im Alter von 80 und 88 Jahren sowie ein 98-jähriger Mann aus Görlitz. In der Kreisstadt sind bislang zwölf Menschenleben im Zusammenhang mit Corona zu beklagen, in Boxberg und Zittau jeweils acht. Die meisten starben in Niesky, was mit dem Ausbruch in einem Pflegeheim im Frühjahr zusammenhing.

Die Labore meldeten dem Landkreis 146 neue Infektionen, darunter drei Kinder. Am Dienstag vor einer Woche waren es noch 95. Die 7-Tages-Inzidenz berechnete der Landkreis auf 301 und damit deutlich über dem kritischen Wert von 50. Auf Fälle berechnet: Derzeit registrierte der Kreis in einer Woche 761 Fälle, würde der kritische Inzidenz-Wert von 50 eingehalten, dürften es nur 126 sein.

Unterdessen ist die Zahl der Covid-19-Patienten, die stationär in einer Klinik behandelt werden müssen, auf 143 gestiegen, 22 davon benötigen eine intensivmedizinische Betreuung. Die Altersspanne der in einer Klinik betreuten Personen liegt zwischen 25 und 94 Jahren.

Darüber hinaus hat der Landkreis mit der Verlegung von Intensivpatienten begonnen. So befinden sich fünf Patienten in einem Krankenhaus in Bautzen, und zwei Intensivpatienten werden in der Uniklinik Dresden behandelt. Dieses Vorgehen hatte Landrat Bernd Lange angekündigt. Durch die Verlegung soll ein Hochfahren der Bettenzahl auf den Intensivstationen im Landkreis so lange wie möglich hinausgeschoben werden. Bislang sind 28 der mittlerweile 70 Intensivbetten im Landkreis für Covid-19-Patienten reserviert. Durch Verschiebung von geplanten OPs könnten weitere Intensivbetten für sie freigeräumt werden.

Doch das Bettenproblem ist nicht entscheidend, sondern dann bräuchte es noch mehr Pflegepersonal. Die Personalengpässe waren ja bereits der Grund, warum die Bundeswehr 100 Männer und Frauen eines Sanitätskommandos aus Weißenfels (Sachsen-Anhalt) in den Landkreis Görlitz geschickt hat.

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