merken
PLUS Görlitz

Immer mehr Corona-Patienten in Kliniken

Über Nacht verdoppelt sich ihre Zahl im Kreis Görlitz. Auch ist das 27. Todesopfer der Pandemie im Kreis zu beklagen. Ein Wohnheim steht unter Quarantäne.

Tests sind immer wichtiger, um die Infektionsketten im Landkreis zu ermitteln.
Tests sind immer wichtiger, um die Infektionsketten im Landkreis zu ermitteln. © Nikolai Schmidt

Immer mehr Menschen werden in Kliniken des Landkreises wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt. Nach Angaben des Kreises waren es am Dienstag bereits 26 Personen, darunter vier auf Intensivstationen. Jeweils ein Patient wird in einer Klinik im Landkreis Bautzen und in der Stadt Dresden behandelt. Über Nacht sind damit 14 neue Patienten in Krankenhäuser eingeliefert worden, allein fünf aus Neusalza-Spremberg. 

Martina Weber, zuständige Beigeordnete im Landratsamt Görlitz, hatte bereits am Montag eine Einschätzung der Krankenhausleitstelle Ostsachsen weitergegeben, dass die Schwere der Erkrankungen zunimmt. Und Landrat Bernd Lange sprach von ständig steigenden Zahlen. Im Moment reichten die Kapazitäten aus, gebe es auch keine Probleme, ob das bei einer anhaltenden Infektionswelle aber der Fall ist, darauf wollte er sich nicht  festlegen.

Augusto
Leben und Genuss
Leben und Genuss

Für Genießer genau das Richtige! Leckere Ideen, Lebensart, Tradition und Trends gibt es in der Themenwelt Augusto.

Eine Frau aus Boxberg gestorben

Zu der ernsten Lage passt auch, dass eine 89-jährige Frau aus Boxberg den Kampf gegen das Coronavirus verloren hat. Es ist das 27. Opfer im Landkreis, das an oder mit dem Virus gestorben ist. 

An Neuinfektionen meldete der Landkreis am Dienstag 21 Fälle, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 130 und damit deutlich über der kritischen Lage von 50. Vor einer Woche waren es 25 Neuinfektionen.

Behindertenheim unter Quarantäne

Das Coronavirus hat unterdessen auch ein Behinderten-Heim in Zittau und die Zittauer Werkstätten erreicht. In beiden wohnen und arbeiten Menschen mit Handicap. 

Nach Auskunft des Betreibers, des Lebenshilfe-Vereins, sind zwei Bewohner des Heimes für Menschen mit geistiger Behinderung positiv getestet worden. Das gesamte Heim mit 38 Bewohnern steht bis 3. November unter Quarantäne. Zugleich testete der Kreis am Dienstag die Bewohner des Heimes. 

Die Zittauer Werkstätten, die von einem eigenen Verein betrieben werden, bestätigten gegenüber SZ und sächsische.de, dass verschiedene Mitarbeiter positiv getestet wurden und verschiedene Abteilungen geschlossen sind, weil sich die Mitarbeiter in Quarantäne befinden.

Landrat lobt Einrichtungen

Nach Hinweisen von Lesern soll es sich insgesamt bei den Werkstätten um fünf Fälle handeln. 

Landrat Bernd Lange hatte am Montag vor Journalisten versichert, dass Einrichtungen wie Behindertenwerkstätten oder Krankenhäuser, Kitas oder Schulen derzeit keine Hotspots der Corona-Entwicklung im Landkreis seien.

Weiterführende Artikel

Lehrbuch-Pandemie im Kreis Görlitz

Lehrbuch-Pandemie im Kreis Görlitz

Wer wissen will, wie eine Virusinfektion abläuft, der muss nur die letzten vier Wochen anschauen. Panik ist aber die falsche Reaktion. Ein Kommentar.

Da das Geschehen derzeit sehr diffus ist, ist es auch schwer den Ursprung der Infektion festzustellen. Wenn das Virus also in einem Heim auftritt, dann sagt das nichts über die Corona-Schutzmaßnahmen in der Einrichtung aus. Landrat Bernd Lange schätzte am Montag ein, dass die Gemeinschaftseinrichtungen im Kreis sehr verantwortungsbewusst mit der Lage umgehen und sensibel reagieren.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier

Mehr Nachrichten aus Zittau lesen Sie hier

Mehr Nachrichten aus Löbau lesen Sie hier

Mehr zum Thema Görlitz