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"Wir sind trauriger Corona-Spitzenreiter in Deutschland"

Der Görlitzer Landrat Lange appelliert erneut an seine Bürger, Kontakte zu vermeiden. 15 weitere Todesfälle und viele Neuinfektionen bestätigen ihn darin.

Eine elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt das Coronavirus.
Eine elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt das Coronavirus. © NIAID/NIH/AP/dpa

Landrat Bernd Lange hat sich erneut mit einem Appell an die Bevölkerung gewandt, die Kontakte jetzt drastisch zu verringern. Der Landkreis Görlitz sei nicht nur trauriger Spitzenreiter in Sachsen und Deutschland in der Corona-Pandemie, weil die Bevölkerung im Landkreis vergleichsweise alt und damit besonders gefährdet sei. "Es habe auch viel damit zu tun", erklärte Lange in der etwa einminütigen Videobotschaft, "dass die Kontakte nicht so gemieden werden, wie wir es tun sollten."

Laut Angaben des Kreises Görlitz lag die Inzidenz bei 603 am Freitagmittag. Ein Vergleich in Deutschland ist schwierig, weil das Robert-Koch-Institut nur einmal am Tag und zwar am Morgen für alle Landkreise Zahlen veröffentlicht. Am Freitagfrüh war der bayerische Landkreis Regen mit einer Inzidenz von 575 Spitzenreiter in der Corona-Statistik. Da läge Görlitz jetzt darüber. Allerdings kann sich auch die Pandemie in Bayern weiterentwickelt haben, so dass auch dort die Inzidenz gestiegen ist - das aber erfährt man dann erst beim RKI am Sonnabendmorgen.

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Seit Donnerstag gilt im Landkreis Görlitz eine Maskenpflicht auf allen Straßen und Plätzen, Alkoholverbot in der Öffentlichkeit sowie eine Ausgangssperre zwischen 22 und 6 Uhr. Sachsen will ab Montag die Corona-Maßnahmen verschärfen, dann sollen Schulen und Kitas geschlossen und zu Distanzunterricht beziehungsweise Notdienst übergehen. Außerdem soll ein Teil des Einzelhandels geschlossen werden.

Inzidenz steigt über 600

Die Zahlen des Gesundheitsamtes vom Freitag bestätigen Langes Appell. So meldeten die Labore dem Gesundheitsamt binnen 24 Stunden bis Freitagmittag 288 Neuinfektionen, darunter von 15 Kindern. Am Freitag vor einer Woche waren es 278 neue Fälle, die 7-Tage-Inzidenz lag damals bei 499.

227 Menschen werden derzeit stationär in den Kliniken des Landkreises Görlitz behandelt, 26 davon benötigen eine intensivmedizinische Betreuung.

Darüber hinaus wurden dem Gesundheitsamt auch wieder 13 Todesfälle im Zeitraum vom 2. bis 9. Dezember sowie zwei weitere Todesfälle vom 8. und 17. November 2020 bekannt. Bei den insgesamt 15 Todesfällen handelt es sich um einen 87-jährigen Mann aus Ebersbach-Neugersdorf, vier Frauen (91, 93, 97, 98 Jahre) und zwei Männer (87, 95 Jahre) aus Görlitz, eine 78-jährige Frau aus Jonsdorf, eine 85-jährige Frau und einen 93-jährigen Mann aus Löbau, einen 84-jährigen Mann aus Neusalza-Spremberg, einen 71-jährigen Mann aus Niesky, einen 96-jährigen Mann aus Oybin, eine 81-jährige Frau aus Rothenburg sowie eine Frau im Alter von 98 Jahren aus Zittau. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle im Landkreis Görlitz auf 228.

Wertstoffhöfe reduzieren Öffnungszeiten

Aufgrund coronabedingter Personalengpässe in der Entsorgungsgesellschaft Görlitz-Löbau-Zittau mbH (EGLZ) ist eine Öffnung der Wertstoffhöfe nur eingeschränkt möglich, teilt der Kreis mit. Bis Anfang Januar haben die Wertstoffhöfe nur noch an folgenden Tagen zu den üblichen Zeiten geöffnet:

  • Dienstag, 15. Dezember 2020
  • Donnerstag, 17. Dezember 2020
  • Dienstag, 22. Dezember 2020
  • Dienstag, 29. Dezember 2020
  • Dienstag, 5. Januar 2021
  • Donnerstag, 7. Januar 2021

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