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Corona: Kretschmer gegen Nahverkehr-Einstellung

Sachsens MP denkt über einen längeren Lockdown nach. Allerdings soll ein Stufenplan Lockerungen wie Verschärfungen möglich machen.

Michael Kretschmer hat sich für einen Stufenplan bis Ostern ausgesprochen - inklusive einer Verlängerung des aktuellen Lockdowns.
Michael Kretschmer hat sich für einen Stufenplan bis Ostern ausgesprochen - inklusive einer Verlängerung des aktuellen Lockdowns. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer hält eine Verlängerung des Corona-Lockdowns bis 14. Februar für denkbar. Nach einem Besuch im Städtischen Klinikum Dresden sprach sich der CDU-Politiker am Montag erneut für einen Stufenplan bis Ostern aus. „Wir müssen in Sachsen, glaube ich, nicht viel nachschärfen. Wir müssen nur das, was wir uns vorgenommen haben, konsequent umsetzen.“

Die Maßnahmen, die Sachsen im Dezember getroffen hat, zeigten inzwischen Wirkung. „Sie sind hart genug, und muten uns allen ziemlich viel zu“ so Kretschmer. Je konsequenter man jetzt sei, desto eher komme man aus der Sache heraus. Voraussetzung für Lockerungen sei eine niedrige Inzidenz. „Dann werden wir über Kindergarten und Friseure reden, wir werden mit Zeitverzug über den Handel reden. Wir wissen, dass Ostern das Datum ist für die Gastronomie und Hotellerie“, sagte er.

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Kretschmer schrieb im Klinikum Dresden den Satz "Vielen Dank für Ihre Arbeit, Michael Kretschmer" auf eine Trennwand
Kretschmer schrieb im Klinikum Dresden den Satz "Vielen Dank für Ihre Arbeit, Michael Kretschmer" auf eine Trennwand © dpa/Robert Michael

Derzeit arbeite das Sozialministerium an einem Stufenplan, ab welcher Inzidenz Lockerungen aber auch Verschärfungen der Corona-Maßnahmen möglich sind, sagte Ministerin Petra Köpping (SPD) am Montag. Details werden erst nach den Beratungen der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag sowie der Kabinettssitzung am Mittwoch feststehen.

Kretschmer schließt Lockdown für Betriebe aus

Kretschmer schloss unterdessen einen erheblich schärferen Lockdown im Freistaat aus. Es werde keine Schließung der Betriebe und Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs geben, sagte er am Montagabend in der Sendung "Fakt ist" im MDR-Fernsehen. Ein Lockdown für die Wirtschaft würde diese ruinieren. Je niedriger die Inzidenz sei - die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche - , desto schneller komme man zu Lockerungen. Mit Blick auf Gastronomie und Hotellerie müsse man den Zeitraum Ostern oder danach betrachten.

Etwa 50.000 Impfungen in Sachsen

Köpping zog Bilanz: In den 13 Impfzentren wurden in einer Woche rund 11.000 Impfdosen vergeben, dazu kommen mehr als 16.500 Dosen in Pflegeheimen durch mobile Teams. Zusammen mit den Impfungen in Krankenhäusern seien etwa 50.000 Menschen gegen Corona geimpft worden.

Doch der Impfstoff ist knapp. „Ich kann verstehen, dass die Menschen unzufrieden sind. Ich bin es auch“, sagte Petra Köpping mit Blick auf den akuten Lieferengpass beim Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer. In dieser Woche werden die bereits gelieferten 34.000 Dosen verimpft. „Jeder der eine Erstimpfung erhalten hat, kann trotz Engpass auch eine zweite bekommen.“

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Unterdessen sind am Montag die Abschlussklassen in die Schulen zurückgekehrt. Etwa 50.800 Mädchen und Jungen werden in geteilten Klassen unterrichtet, damit sie sich auf die Prüfungen vorbereiten können. Die Schüler und Lehrer konnten sich zunächst freiwillig auf Corona testen lassen. Wie viele von ihnen teilnahmen, konnte das Kultusministerium noch nicht sagen. Die Tests an den Schulen seien aber „reibungslos“ und ohne Probleme gelaufen, so das zuständige Landesamt. Weil die Tests gestaffelt erfolgen, sind manche Lehrer und Schüler erst am Dienstag dran.

Am Montag meldete das Sozialministerium 448 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, sowie 46 weitere Tote. Die Inzidenz für Sachsen lag bei 245 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. (SZ, dpa)

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