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Kretschmer: Löbauer Impfzentrum bleibt bis 31. Juli

Auch die anderen Zentren sollen am Netz bleiben. Die Sorge war groß, dass das Impftempo zu viel Fahrt verliert. Ausgerechnet jetzt, wo die Inzidenz sinkt.

Symbolfoto
Symbolfoto © dpa

Das Impfzentrum in Löbau bleibt mindestens bis 31. Juli geöffnet. Auch die anderen Impfzentren sollen voerst weiter betrieben werden. Das bestätigte Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer gegenüber der SZ. Zuvor plante der Freistaat, alle zentralen Impfzentren zum 30. Juni zu schließen. Ausnahmen sollten die Zentren in Chemnitz, Leipzig und Dresden sein, die auch betrieben werden.

Damit haben die Proteste aus den Regionen Wirkung erzielt. Vor allem war die Sorge groß, dass das Impftempo durch die Schließung der Zentren Fahrt verlieren würde. Diese Ansicht äußerte der Görlitzer Landrat Bernd Lange vor Journalisten am Montag. Auch der Görlitzer Impfarzt Hans-Christain Gottschalk, der mit in Löbau impft, sprach sich gegen die Schließung aus.

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Kritisch sah auch der Görlitzer Oberbürgermeister, Octavian Ursu, die Schließungsabsicht: "Sie sollten erst dann geschlossen werden, wenn man sicher ist, dass sie nicht mehr gebraucht werden." Momentan sei das noch nicht der Fall, "weil der Bedarf an Impfungen noch sehr hoch ist, nicht alle Impfwilligen einen Termin bekommen und die Hausärzte das offensichtlich nicht kompensieren können.“ Ursu war als Leiter des Krisenstabs der Stadt Görlitz am vergangenem Sonnabend in Löbau als Mitglied der Priorisierungsstufe 3 erstmals geimpft worden.

68 Prozent aller über 80-Jährigen im Kreis sind geimpft

Mit Blick auf die Schließung verimpft das Löbauer Zentrum bereits seit Wochen kein Serum von Astra-Zeneca mehr, weil es zum Zeitpunkt der zweiten Impfung schon geschlossen hätte. Lange befürchtete, dass das Zentrum ab Mitte Juni auch keine Erstimpfungen mit Biontech anbieten würde, weil der zweite Impftermin drei Wochen später liegt und dann ebenso das Zentrum geschlossen hätte.

Deswegen forderte Lange am Montag, dass das Zentrum bis zum letzten Tag Erstimpfungen sowohl mit Biontech als auch mit Astra-Zeneca durchführen soll. Die Zweitimpfungen sollten dann mobile Impfteams in kommunalen Impfzentren sowie Hausärzte durchführen. Das Impfzentrum in Löbau ist für über 1.000 Impfungen am Tag ausgelegt.

Nach Angaben des Kreises Görlitz sind bislang rund 68 Prozent der über 80-Jährigen komplett geimpft worden. An der Neiße wohnen besonders viele Senioren dieser Altersgruppe. Der Kreis hatte sie mit rund 25.000 angegeben, von denen nur rund 4.000 in Altenheimen betreut werden. Dort sind die Corona-Ausbrüche dank der Impfungen deutlich zurückgegangen. Nachdem ein solcher Ausbruch im Pflegeheim Lawalde im April noch weitere Todesopfer gefordert hatte, registriert das Kreis-Gesundheitsamt derzeit wenige Corona-Fälle im Altenheim Niesky. Ihr Verlauf sei aber nicht schwer.

Nur knapp jeder Dritte niedergelassene Arzt impft

Bis zum Montagabend waren nach Angaben des Sächsischen Sozialministeriums im Kreis Görlitz mindestens 54.798 Personen einmal geimpft, 25.763 zweimal. Hier sind die Zahlen der Krankenhäuser nicht dabei. Wie Sozialbeigeordnete Martina Weber erklärte, seien 25 Prozent aller Einwohner einmal geimpft, sieben Prozent vollständig.

Die Kassenärzte haben in ihren Praxen in der vergangenen Woche 5.963 Impfungen verabreicht, darunter 1.358 Impfdosen von Astra-Zeneca und 4.605 Impfdosen von Biontec. 134 niedergelassene Ärzte, darunter 114 Hausärzte, beteiligen sich an der Corona-Impfung im Landkreis Görlitz. Das Potenzial wäre aber noch höher. Denn im Landkreis zählt die Kassenärztliche Vereinigung 467 Haus- und Fachärzte.

Deutlich sinkende 7-Tage-Inzidenz im Kreis Görlitz

Währenddessen sank am Dienstag sowohl beim Kreis als auch beim Robert-Koch-Institut in Berlin der Inzidenzwert deutlich. Gab das RKI ihn am Morgen mit 182 und damit mehr als 40 Punkte niedriger als am Montag an, berechnete das Kreis-Gesundheitsamt ihn mit 203, das waren 27 Punkte niedriger als am Montag.

Binnen 24 Stunden meldeten Labore und Praxen dem Kreis-Gesundheitsamt 63 Neuinfektionen. Am Dienstag vor einer Woche waren es mit 130 neuen Fällen mehr als doppelt so viele.

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In den Krankenhäusern bleibt die Lage angespannt. 130 Covid-19-Patienten wurden stationär am Dienstag behandelt, 24 von ihnen benötigen eine intensivmedizinische Betreuung, darunter wurden elf beatmet.

Zwei weitere Personen sind im Zeitraum vom 25. bis 29. April 2021 in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion verstorben. Es handelt sich um eine Frau im Alter von 81, und um einen Mann im Alter von 57 Jahren. Sie stammten aus Lawalde und Niesky. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle im Landkreis Görlitz nach einer Coronavirus-Infektion seit März 2020 auf 1.078.

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