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Bautzener Klinik erweitert Kühlmöglichkeiten für Tote

Im Landkreis Bautzen sterben derzeit mehr Menschen als üblich. Das führt zu Problemen bei der Aufbewahrung. Ein Container soll Abhilfe schaffen.

Am Bautzener Krankenhaus soll in der kommenden Woche ein Kühlcontainer für Verstorbene eintreffen.
Am Bautzener Krankenhaus soll in der kommenden Woche ein Kühlcontainer für Verstorbene eintreffen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Weil die Kühlmöglichkeiten für Verstorbene im Landkreis Bautzen knapp werden, haben die Oberlausitz-Kliniken reagiert. Wie Geschäftsführer Reiner Rogowski mitteilte, ist ein Kühlcontainer bestellt worden. Der etwa 18 Quadratmeter große Container werde derzeit technisch gewartet. Er soll voraussichtlich am Montag am Bautzener Krankenhaus eintreffen.

Notwendig wird das aus zwei Gründen. Zum einen stehen in der Zeit vom 23. bis zum 28. Dezember Ämter und Bestatter nicht so zur Verfügung, wie üblich. Das Einwohnermeldeamt der Stadt Bautzen, beispielsweise, ist vom 24. bis zum 27. Dezember komplett geschlossen. Selbst Sterbeurkunden können dann nicht ausgestellt werden. Zum anderen gibt es durch die Corona-Pandemie mehr Sterbefälle als üblich. „Darauf wollen wir uns einstellen“, so Reiner Rogowski.

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„Die erste Situation, dass Ämter und Bestatter über die Weihnachtsfeiertage nicht voll arbeiten, kennen wir aus den Vorjahren“, so Rogowski. „Die zweite Situation, die Pandemie und die erhöhte Sterblichkeit, ist neu und ohne jegliche Parallele.“

Kapazität steht auch anderen Kliniken zur Verfügung

Der Container soll im hinteren Bereich des Bautzener Krankenhauses aufgestellt werden. Dort können technische Voraussetzungen, wie beispielsweise ein Starkstromanschluss, erfüllt werden. Wie Reiner Rogowski mitteilt, wird das Bautzener Krankenhaus - wenn nötig - auch Verstorbene aus anderen Krankenhäusern übernehmen. Dazu laufen derzeit Gespräche. Auch andere Kliniken im Landkreis Bautzen suchen gerade nach Lösungen. In Kamenz soll es dafür aber keinen Kühlcontainer geben.

Anders in Hoyerswerda. „In den letzten Wochen müssen wir höhere Sterbezahlen als noch im Frühjahr feststellen“, berichtet Gernot Schweitzer vom Lausitzer Seenland Klinikum. „Aufgrund der zunehmenden Auslastung unserer Kühlmöglichkeiten für Verstorbene sind wir derzeit dabei, Vorbereitungen für eine Erweiterung in Form eines zusätzlichen Kühlraumes zu treffen“, sagt er. Wie das genau aussehen wird, sei noch unklar. Sicher sei aber, dass mit den Verstorbenen pietätvoll und respektvoll umgegangen werde. Für Angehörige ändere sich nichts.

Das berichtet auch Reiner Rogowski. In beiden Krankenhäusern der Oberlausitz-Kliniken in Bautzen und Bischofswerda gibt es einen Abschiedsraum, in dem sich Angehörige von Verstorbenen verabschieden können. Derzeit sei dabei ein Problem, dass Angehörige häufig nicht in der Region wohnen – und pandemie-bedingt Anreiseschwierigkeiten haben.

Schon 181 Menschen sind mit oder an Corona gestorben

Auch dem Kamenzer Malteser-Krankenhaus ist es wichtig, trotz Corona die Begleitung von Sterbenden zu ermöglichen. „Wenn ein persönlicher Kontakt nicht mehr möglich sein sollte, werden technische Möglichkeiten, wie Tablet oder Telefon, zur Kontaktaufnahme eingerichtet“, berichtet Malteser-Sprecherin Stephanie Hänsch.

Überlastungserscheinungen gab es derweil auch in den Krankenhäusern in Zittau, Ebersbach und Weißwasser. Sie sind „in Folge der derzeitigen Übersterblichkeit an die vorzuhaltende Kapazitätsgrenze zur Lagerung von Verstorbenen“ gekommen, heißt es. Deshalb nutzten die Krankenhäuser zeitweise den Verabschiedungsraum zur Aufbahrung der Toten.

Insgesamt sind im Landkreis Bautzen seit Beginn der Pandemie 181 Menschen (Stand 18. Dezember) mit oder an Corona gestorben. Schon Mitte der Woche hatte das Bautzener Landratsamt bekanntgegeben, dass in zwei Kliniken im Landkreis Bautzen die Kühlmöglichkeiten für Verstorbene knapp werden – und weitere Kühlmöglichkeiten geschaffen werden sollen. Der Landkreis habe den Kliniken logistische Unterstützung angeboten. Gemeint war damit: Hilfe bei der Prüfung von technischen Möglichkeiten, bei der Suche nach Standorten oder bei Transport-Fragen, teilt das Landratsamt mit.

Der Beitrag wurde am 18. Dezember um 16.50 Uhr aktualisiert.

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