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Tenor Björn Casapietra holt Auftritt nach

Wochenlang keine Auftritte, kein Publikum, kein Applaus. Weshalb sich der Tenor Björn Casapietra auf sein Konzert in Neustadt freut.

Der Tenor Björn Casapietra gastiert am 31. Oktober in Neustadt.
Der Tenor Björn Casapietra gastiert am 31. Oktober in Neustadt. © privat

Bereits am 9. Mai wollte Björn Casapietra in der Neustädter Sankt Jacobi-Kirche sein neues Programm "Hallelujah - Die schönsten Himmelslieder" vorstellen. Damals musste das Konzert coronabedingt abgesagt werden.  Am 31. Oktober wird es nachgeholt. Beginn ist 18 Uhr. Sächsische.de sprach vorab mit dem Künstler.

Was bedeutet für Sie und Ihr Team der Auftritt in Neustadt?

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Kein Mensch kann sich vorstellen, wie sehr ich mich auf unser Konzert in Neustadt freue. Das hat mehrere Gründe. Zum einen hatte ich bereits einmal ein Konzert in Neustadt. Das ist sehr lange her. Damals war ich noch auf der Suche nach mir selbst. Inzwischen, nach so vielen Platten und 100 Konzerten jedes Jahr bin ich ein ganz anderer Tenor geworden. Ich weiß jetzt einfach, wie ich singen muss, um die Seelen und die Herzen der Menschen zu erreichen. Und besonders mit unserem neuen Programm, den Himmelsliedern, gelingt das überall wirklich gut. Und darum geht es mir. Ich will nicht nur für die Ohren singen. Ich will tiefer rein in den Menschen. Ich will die Seele berühren. Und dafür sind Lieder wie das „Ave Maria“ von Franz Schubert oder das „Hallelujah“ von Leonard Cohen ganz großartig geeignet.

Wie gehen Sie mit der jetzigen Situation überhaupt um?

Jedes Konzert, dass wir verschieben mussten, bricht einem das Herz. Aber jetzt haben wir seit Mitte August wieder angefangen und ich darf wieder glücklich sein. Wissen Sie, wenn ich nicht singe, geht es mir einfach nicht gut. Wir waren jetzt in Schwerin, Annaberg-Buchholz, Cottbus, Salzwedel usw. Überall sind die Menschen sehr diszipliniert und halten sich an die Regeln. Und es waren ausnahmslos wunderschöne Konzerte. Aber träumen tue ich immer noch von meiner Weihnachtstournee letztes Jahr. Egal wo wir hin kamen, die war überall ausverkauft. Ich sage das nicht um anzugeben, sondern weil ich stolz darauf bin. Volle Häuser in Leipzig, Berlin, Potsdam, Görlitz, Stendal, Münster usw. Und dann kam Corona. Das war schon ein heftiger Fall nach unten. Aber wie gesagt, jetzt haben wir wieder losgelegt und ich darf Menschen wieder glücklich machen. Und das ist für mich das, was zählt.

Was erwartet die Konzertbesucher in Neustadt?

Die schönsten Himmelslieder, die man sich nur vorstellen kann. Von der Vertonung Von Dietrich Bonhoeffers Gedicht „von guten Mächten wunderbar geborgen“, über das Wiegenlied von Johannes Brahms, diverse Ave Marias, und überhaupt Lieder, die im Grunde davon sprechen dass sich Menschen an den Himmel wenden. Und das sind mir die liebsten Lieder. Gebete von Menschen die Hoffnung, Zuversicht und Kraft suchen. Denn genau diese Dinge sollte auch Musik schenken. Ein Lied ist schöner als das andere in diesem Programm. Ich möchte Neustadt erobern. Ich möchte ein Konzert singen, dass niemand mehr vergisst. Wir leben weiß Gott in unruhigen Zeiten und Musik hat die Aufgabe und die Pflicht, den Menschen Hoffnung und Zuversicht zu schenken. Das habe ich vor.

Haben Sie selbst ein Lieblingslied?

Es ist schwer, darauf eine Antwort zu finden. Das "Hallelujah" berührt ganz viele Menschen. Wenn ich das singe, verliebe ich mich wieder neu in den Song. Ein anderes Beispiel ist "Gabriellas Song" aus dem Film "Wir im Himmel". Das ist einer, der sich für einen Tenor geil singt und der sagt, ich gehöre mir, ich liebe mich jetzt selbst, das liegt mir schon sehr nah.

Vielen Dank für Ihre offenen Worte.

Vita: Der Tenor, Moderator und Schauspieler kommt am 18. Februar 1970 in Genua als Sohn der weltberühmten Sopranistin Celestina Casapietra und des Dirigenten Herbert Kegel, dem ehemaligen Leiter der Dresdner Philharmonie und des Leipziger Rundfunkchors, zur Welt. Ursprünglich wollte Casapietra Wirtschaftsfachmann oder Musikalienhändler werden, doch dann entdecken die Eltern sein stimmliches und schauspielerisches Talent. Sein Halbbruder ist Uwe Hassbecker der Gitarrist der Band Silly. Casapietra sorgt nicht nur bei seinen Konzerten für volle Häuser. Er ist auch in verschiedenen Fernsehproduktionen zu sehen. Und er ist ein politisch denkender aufgeschlossenen Mensch. Er will in seinen Konzerten auch Konsens herstellen – Konsens gegen jene, die den Konsens der Zivilgesellschaft zerstören wollen, die Verbindung aus gegenseitigem Respekt und Toleranz. 

Das Konzert:  31. Oktober Sankt-Jacobi-Kirche Neustadt, Beginn ist 18 Uhr.

Karten gibt es deutschlandweit bei allen bekannten Eventim-VVK-Stellen, in den Touristinformationen sowie online bei Eventim, Ticketonline und getgo und weiteren Anbietern.

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