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Künstliche Nase soll Corona riechen

Die Technische Universität Dresden bekommt Millionen Euro zusätzlich für Forschungen gegen die Pandemie.

Der Sensor-Chip soll Corona-Viren binnen weniger Minuten erkennen.
Der Sensor-Chip soll Corona-Viren binnen weniger Minuten erkennen. © Steffen Füssel/TU Dresden

Dresden. Mit Hightech, neuen Materialien und viel medizinischem Wissen wollen sächsische Forscher das Corona-Virus bekämpfen. Allein an der TU Dresden laufen derzeit 13 Projekte. Mehr als zwei Millionen Euro stehen dafür zusätzlich zur Verfügung. Bundes- und EU-Gelder kommen dort noch dazu. Das teilte die Universität der Sächsischen Zeitung auf Anfrage mit.

Über 50 weitere Projekte haben an der TU Dresden zumindest einen inhaltlichen Bezug zu Sars-CoV-2. Das reicht von der Virenerkennung, über Bevölkerungsstudien bis zu Forschungen über Verschwörungstheorien. Bereits seit März laufen die ersten Projekte. Jeden Monat kommt etwas dazu. So gibt es seit August ein neues Großprojekt zur Virenerkennung.

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Materialwissenschaftler, Elektrotechniker und Virologen wollen gemeinsam innerhalb von nur zwei Jahren einen Schnelltest entwickeln. 410.000 Euro stellt dafür Sachsen zur Verfügung. Dieser Sensor-Chip soll Corona-Viren binnen weniger Minuten erkennen. Bisher sind dafür mindestens vier Stunden nötig. Neu wären dann auch Aussagen dazu, wie stark die Virusbelastung ist. 

Die Teams aus der Materialforschung und Nanotechnik von Gianaurelio Cuniberti sowie der E-Technik von Ronald Tetzlaff arbeiten bereits an diesem neuartigen mikroelektronischen Sensor. Der TU-Chef-Virologe Alexander Dalpke ist ebenso dabei. Der neue Bio-Chip soll das Virus aus einem Tropfen Blut oder Speichel zuverlässig erkennen und selbst so geringe Viruskonzentrationen nachweisen, die derzeit nicht auffindbar wären. „Wir wollen damit sehr früh schon feststellen, wenn sich Viren im Blut befinden“, sagt Ronald Tetzlaff. Das werde am Ende keinesfalls ein großer Laborschrank. Gianaurelio Cuniberti ergänzt: „Klein, schnell, präzise, überall einsetzbar, so wird unser Sensor sein. Ab 2022 dann gefertigt für den Weltmarkt – Made in Saxony. „Es ist eine sächsische Entwicklung, und das Produkt soll auch aus Sachsen kommen“, kündigt Tetzlaff an.

Auf einer ähnlichen technischen Basis wie dieser Bio-Chip zur Corona-Erkennung wird auch eine künstliche Nase funktionieren. Ein Projekt, das Cuniberti ebenfalls koordiniert. Diese elektronische Nase soll allein am Atem die Covid-19-Erkrankung riechen. Vergangene Woche wurde dieses ehrgeizige Vorhaben auf einer internationalen Tagung an der TU Dresden vorgestellt. Gefördert wird es von der VW-Stiftung und ist bis 2024 geplant.

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