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Kunden retten das Dresdner Ladencafé aha

Als das Geld für Rechnungen und Miete im Corona-Lockdown alle war, ging das Team seinen eigenen kreativen Weg und kann nun vorerst durchatmen.

Claudia Greifenhahn hat mit einer Crownfunding-Kampagne ihr Ladencafé gerettet.
Claudia Greifenhahn hat mit einer Crownfunding-Kampagne ihr Ladencafé gerettet. © Sven Ellger

Dresden. Wenn der Lockdown erbarmungslos zuschlägt, kann man vieles tun. Man kann schimpfen, man kann weinen, man kann aufgeben - oder man versucht Wege zu finden, das scheinbar unvermeidliche Endes eines Traums aufzuhalten.

Das Dresdner Ladencafé aha hat sich für das Kämpfen entschieden und eine Crowdfunding-Kampagne zur eigenen Rettung ins Leben gerufen. Die Idee: Die Kunden und Freunde des Ladencafée sollten dabei helfen, den Betrieb über die kommenden Wochen zu retten.

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Der Weltladen samt Restaurant an der Kreuzkirche mit weiterer Filiale am Goldener Reiter verband damit den Wunsch, "möglichst viele Menschen zu erreichen und gemeinsam diese Zeit zu überstehen".

"Ende Dezember dachten wir wirklich, das war's, weil wir die Miete und die Rechnungen nicht mehr zahlen konnten", erinnert sich Geschäftsführerin Claudia Greifenhahn.

Erst der Start der Kampagne habe ihr neue Hoffnung gegeben. Als Dankeschöns für die finanzielle Hilfe bietet das Ladencafé unter anderem hausgemachte Suppen, 52 positive Gedanken im Glas, veganen Schokoladenkuchen, upgecycelte Turnbeutel und eine Kaffee-to-go-Flatrate für ein ganzes Jahr.

"Die Ideen kamen aus der ganzen Mitarbeiterschaft", betont Claudia Greifenhahn. Die Kampagne sei der beste Ausdruck für den Zusammenhalt und die Kraft ihres Teams.

Als Ziel der Kampagne gab sie zunächst rund 22.000 Euro an und empfand das nach eigenen Worten als "ganz schön frech".

Das Ladencafé aha an der Kreuzkirche hat Dank der Hilfe seiner Kunden eine Zukunft.
Das Ladencafé aha an der Kreuzkirche hat Dank der Hilfe seiner Kunden eine Zukunft. © privat

Zwei Wochen nach dem Start sind nun allerdings schon mehr als 37.000 Euro zusammengekommen.

"Wir fühlen uns getragen von bisher über 450 Unterstützern, die dem Aufruf gefolgt sind", freut sich die 53-jährige Chefin stellvertretend für ihre Mitarbeiter.

Mit dem Geld könnten alle Fixkosten der ersten drei Monate des Jahres gedeckt werden. "Was übrig bleibt, verwenden wir nun, um die Differenz zwischen Kurzarbeit und vollem Lohn zu zahlen."

Außerdem könne damit begonnen werden, den Kredit in Höhe von 50.000 Euro, der im ersten Lockdown aufgenommen werden musste, zurückzuzahlen. Damals sei das Ladencafé bei der Förderung durch alle Raster gefallen.

"Die vielen Menschen geben uns Halt, Kraft und Hoffnung", sagt Claudia Greifenhahn. "Wir sind dankbar, sprachlos und nehmen die Verantwortung an, die uns diese Kampagne einmal mehr aufzeigt. Einen Ort zu erhalten, an dem fair gehandelte und nachhaltig produzierte Waren verarbeitet und angeboten werden und der nicht auf Gewinnmaximierung sondern auf Miteinander ausgerichtet ist."

www.ladencafe.de

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