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Kretschmer für Corona-Kontrolle von Ferienfliegern

Sachsens Regierungschef sorgt sich wegen Urlaubs-Rückkehrern aus dem Ausland. Kanzlerin Merkel will indes keine Grenzen schließen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sorgt sich vor einer verstärkten Einschleppung des Corona-Virus durch Urlauber.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sorgt sich vor einer verstärkten Einschleppung des Corona-Virus durch Urlauber. © Jürgen Lösel (Archiv)

Dresden. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat vor einer verstärkten Einschleppung des Corona-Virus durch Urlauber gewarnt. „Urlaub im Ausland ist etwas sehr sensibles“, sagte er der Sächsischen Zeitung. „Wir sehen gerade, was in Portugal passiert und in Großbritannien.“ Da habe die Bundesregierung „jetzt erst einmal eine enorme Verantwortung“.

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„Flieger, die aus diesen Region kommen, müssen kontrolliert werden, und das mit einer hohen Präzision“, forderte Kretschmer. Zugleich appellierte der Regierungschef aber auch an alle, sich impfen zu lassen. „Es geht darum, dass wir alle miteinander verstehen: Corona wird nur ein Ende haben, wenn mindestens 80 Prozent der Bevölkerung geimpft sind.“ Der Impfstoff sei jetzt da. „Das müssen wir nutzen. Und auch das zweite Mal“, appellierte Kretschmer an Menschen, die derzeit zu Tausenden auch in Sachsen den Termin für die Zweitimpfungen verstreichen lassen. „Wir sehen in Großbritannien, wie schnell sich das Blatt wenden kann“, warnte der CDU-Politiker. „Wir haben jetzt Zeit. Wir können uns alle miteinander vorbereiten. Was wir als Vorbereitung tun können, ist uns impfen zu lassen.“

Mehrere Länder-Chefs hatten sich zuvor angesichts der besonders ansteckenden Delta-Virus-Variante für eine Verschärfung der Einreise-Regeln von Urlauber aus bestimmten Risiko-Gebieten eingesetzt. Unter anderem forderte Hamburgs Regierender Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), dass alle nicht geimpften Reiserückkehrer aus Risikogebieten und Hochinzidenzgebieten grundsätzlich in Quarantäne gehen sollten. Frühestens nach fünf Tagen sollte diese bei einem negativen PCR-Test aufgehoben werden dürfen.

Am Montagnachmittag berieten daraufhin die Staatskanzlei-Chefs. Das Ergebnis: Auf Reisende kommen vorerst keine schärferen Corona-Regeln bei der Einreise oder Rückkehr nach Deutschland zu. Die derzeit geltende Einreise-Verordnung soll nicht kurzfristig geändert werden.

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Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) lehnt stationäre Grenzkontrollen derzeit ab, wie ein Pressesprecher mitteilte. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schloss zudem erneute Grenzschließungen zu europäischen Nachbarn wie Frankreich etwa bei einer Verschärfung der Krise aus. Diese Maßnahmen in der ersten Corona-Welle seien „etwas sehr Hartes“ gewesen, sagte Merkel bei einer virtuellen Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung. „In der damaligen Situation waren sie wahrscheinlich unumgänglich. Aber ich stimme zu, dass sich so etwas nicht wiederholen sollte. Ich glaube, wir haben daraus unsere Lektion gelernt.“ (mit dpa)

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