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Längere Öffnungszeiten vor dem Lockdown

Händler in Radeberg rechnen mit vielen Last-Minute-Kunden. Eine besondere Aktion soll den Ansturm entschärften. Einige Geschäfte bieten Rabatte.

Vor dem Lockdown noch einmal ohne Zeitdruck einkaufen: In Radeberg öffnen mehrere Geschäfte am Sonnabend länger als sonst.
Vor dem Lockdown noch einmal ohne Zeitdruck einkaufen: In Radeberg öffnen mehrere Geschäfte am Sonnabend länger als sonst. © dpa-Zentralbild

Radeberg. Ab Montag müssen wieder etliche Läden schließen: Modegeschäfte, Buchhandlungen, Elektronik-Märkte. Wer jetzt noch kein passendes Weihnachtsgeschenk hat, wird sich sputen und spätestens am Sonnabend einkaufen gehen. Dichtes Gedränge in den Fußgängerzonen ist da vorprogrammiert.

Radeberg will die Situation mit einer besonderen Aktion entschärfen. "Mehrere Geschäfte in der Innenstadt werden ihre Öffnungszeiten verlängern", sagt der Radeberger Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD).

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Er habe das gemeinsam mit Thomas Tiebel vom Gewerbeverein besprochen. "Die Idee ist auf große Zustimmung gestoßen", sagt der OB. Es ist geplant, dass Läden am Sonnabend bis 18 Uhr öffnen. "Viele Menschen werden jetzt kurzfristig Weihnachtsgeschenke kaufen wollen. Mit den längeren Öffnungszeiten wollen wir die Kundenströme etwas entzerren. Wem es am Sonnabendvormittag zu voll wird, kann auch noch am Nachmittag einkaufen."

Bekanntlich gelten ja Zugangsbeschränkungen in den Läden. In kleinere Geschäfte darf pro zehn Quadratmeter ein Kunde rein, in größere ein Kunde pro 20 Quadratmeter. "Da könnten sich Schlangen vor den Geschäften bilden", so der OB.

"Jetzt müsste auch der Letzte gemerkt haben, dass die Situation ernst ist"

Thomas Tiebel, Betreiber der Radeberger Destillation & Liqueurfabrik, wird sich an der Aktion beteiligen, auch wenn er vom harten Lockdown nicht betroffen ist. Er bietet auch Lebensmittel an und betreibt einen Paketservice, deshalb darf er weiterhin öffnen. "Die längeren Öffnungszeiten verhindern, dass sich zu viele Menschen auf engem Raum aufhalten und natürlich sorgen sie hoffentlich für zusätzlichen Umsatz in dieser schwierigen Zeit."

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Nach seinen Worten entscheidet jeder Händler selbst, ob er sich beteiligt. "Angesichts der Umstände kann ich alle Geschäften nur ermuntern, mitzumachen. Ich selbst verlängere meine Öffnungszeit auch schon am Freitag bis 20 Uhr."

Der harte Lockdown und damit der Verlust des Weihnachtsgeschäftes ist natürlich sehr ärgerlich, sagt das Vorstandsmitglied des Gewerbevereins. Aber es sei jetzt vor allem wichtig, von den hohen Infektionszahlen herunterzukommen. "Ich kann nur allen raten, sich an die Regeln zu halten. Jetzt müsste es auch der Letzte gemerkt haben, dass die Situation ernst ist."

Dazu müsse sich jeder nur die Lage in den Krankenhäusern ansehen. "Ich finde, die Landesregierung macht einen sehr guten Job. Sie handelt mit Besonnenheit. Die Verschärfung der Lage haben wir Unvernünftigen zu verdanken, die meinen, sich immer noch nicht an die Regeln halten zu müssen."

"Das Wochenende wird ein Superspreader-Event"

Verlängerte Öffnungszeiten bietet auch der Sportshop an der Pulsnitzer Straße an. "Bei uns sind am Sonnabend Kunden von 9 bis 18 Uhr willkommen", sagt Inhaber Peter Schäfer. Der Besuch lohnt sich jetzt besonders. "Wir geben einen Rabatt von 20 Prozent auf alle Waren", verspricht der Händler.

Das Geschäft Modeexpress No 1 ist ebenfalls dabei. Am Sonnabend ist bis 16 Uhr geöffnet. "Wir bieten noch unseren Weihnachtsrabatt an. 20 Prozent auf alle Stücke und hoffen, dass die Radeberger die Chance nutzen, am Sonnabendnachmittag noch gemütlich einkaufen zu gehen", sagt Inhaberin Simone Röthig.

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Glaskünstlerin Steffi Kunath vom Geschäft Facettenreich an der Oberstraße empfängt ihre Kunden am Sonnabend ebenfalls bis 18 Uhr. "Sie können an dem Tag einkaufen oder auch Aufträge beispielsweise für Gravuren abgeben. Wenn ich nicht mehr alle am Sonnabend erledigen kann, besteht die Möglichkeit, die Stücke dann zu einem späteren Zeitpunkt am Geschäft abzuholen."

Nach Bekanntwerden der verlängerten Öffnungszeiten in Radeberg wird im Netz heftig diskutiert. Auf Facebook schreibt ein Nutzer: "Das Wochenende wird ein Superspreader-Event sondergleichen." Eine Nutzerin schlägt vor: "Es wäre sicherlich besser auf unnötige Einkäufe zu verzichten, beziehungsweise auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben." Eine andere Schreiberin hält von den Einschränkungen nichts. "War ja wirklich ne super Idee, kurz vor Weihnachten die Geschäfte zu schließen, damit gehen in kürzester Zeit jede Menge Menschen zum Einkaufen."

Verstärkte Kontrollen am Wochenende

Für einen weiteren User ist der Lockdown sinnvoll. "Das Gebot ist die Kontaktreduzierung zur Verringerung des Infektionsgeschehens. Dies sollte in die Vernunft Einzug halten. Aber es ist sehr schwer, das erlebe ich auch täglich im Wirken und im persönlichen Umfeld. Bedauerlicherweise", schreibt er.

Vermutlich wird es am Wochenende verstärkt Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Regeln geben. "Uns als Stadtverwaltung hat zwar noch kein Amtshilfeersuchen erreicht. Aber ich kann mir vorstellen, dass Polizei gemeinsam mit unseren Bediensteten des Ordnungsamtes unterwegs sind", sagt der Oberbürgermeister.

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