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Landkreis Bautzen: 311 Corona-Tote seit März

Allein im Dezember starben 225 Patienten, fast viermal so viele wie im November. Eine Trendwende ist trotz Lockdown nicht in Sicht.

Auch vor dem Bautzener Rathaus gilt Maskenpflicht: Im Dezember starben im Landkreis 225 Corona-Patienten, fast viermal so viele wie im November.
Auch vor dem Bautzener Rathaus gilt Maskenpflicht: Im Dezember starben im Landkreis 225 Corona-Patienten, fast viermal so viele wie im November. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Traurige Bilanz zum Jahreswechsel: Mehr als 300 Menschen sind 2020 im Landkreis Bautzen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Konkret meldete das Landratsamt bis zum 31. Dezember 311 Todesfälle.

Damit setzt sich die Entwicklung der vergangenen Wochen fort. Während es vom Frühjahr bis zum Herbst vergleichsweise wenige Corona-Tote gab, steigen die Fallzahlen seit zwei Monaten deutlich an: Von März bis Oktober starben im Landkreis 28 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion, im November waren es 58 Patienten, im Dezember 225 – also fast viermal so viele Menschen wie im Monat zuvor.

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Eine Trendwende ist derzeit nicht erkennbar: Allein seit Montag dieser Woche starben 65 Männer und Frauen. Am Neujahrstags selbst gab es keinen Todesfall.

Wie wirkt der Lockdown?

Die aktuellen Schutzmaßnahmen gelten vorerst bis zum 10. Januar. Über das weitere Vorgehen beraten Bund und Ländern in der kommenden Woche. Dabei lautet die zentrale Frage: Wie wirkt der Lockdown?

Eine wichtige Kennziffer, um dies zu beurteilen, ist die Sieben-Tage-Inzidenz: Sie gibt an, wie viele Neuinfektionen es in der vergangenen Woche pro 100.000 Einwohner gab. Im Landkreis Bautzen ist dieser Wert zuletzt deutlich gesunken: von über 700 vor Weihnachten auf 436 am 1. Januar.

Wirklich aussagekräftig sind diese Daten allerdings nicht. Zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel führte das Gesundheitsamt an mehreren Tagen keine Tests durch. Wie die Lage wirklich ist, wird sich damit erst im Laufe der nächsten Woche zeigen.

Unabhängig davon ist auch eine Inzidenz über 400 noch immer hoch, angestrebt werden Werte unter 50.

Wie ist die Lage in den Krankenhäusern?

Ein deutlicher Hinweis, dass sich die Lage so schnell nicht entspannen wird, ist auch die Situation in den Krankenhäusern: Nach Angaben der zuständigen Leitstelle Dresden/Ostsachsen wurden am 1. Januar 2021 in den Kliniken im Landkreis Bautzen 293 Corona-Patienten behandelt, davon 44 auf einer Intensivstation. Anfang Dezember behandelten die Krankenhäuser im Landkreis im Schnitt 190 bis 200 Corona-Patienten, Anfang November waren es 50 bis 70.

Wo sind die Corona-Hotspots im Kreis?

Werte zur Corona-Belastung der Städte und Gemeinden weist das Landratsamt auf einer interaktiven Karte aus: Die meisten Corona-Fälle gibt es demnach aktuell in Bautzen (370), Hoyerswerda (242) und Kamenz (188). Gemessen an der Einwohnerzahl sind Steina, Großröhrsdorf, Großnaundorf und Neukirch bei Kamenz am stärksten betroffen. Dort sind jeweils 1,6 bis 1,7 Prozent der Bevölkerung infiziert.

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