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Das rollende Felsenmühlen-Gastro aus dem Kirnitzschtal

Sarina Ulbricht bietet mit ihrem Team Langos und Burger auf Rädern. Im zweiten Corona-Winter ist dieses Geschäft besonders wichtig.

Von Anja Weber
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Vom Kirnitzschtal nach Sebnitz. Sarina Ulbricht (2.v.l.), hier mit Enrico Adler, bereichert mit Katharina Pavlikova und Cindy Jokiel (rechts) das Imbissangebot in Sebnitz.
Vom Kirnitzschtal nach Sebnitz. Sarina Ulbricht (2.v.l.), hier mit Enrico Adler, bereichert mit Katharina Pavlikova und Cindy Jokiel (rechts) das Imbissangebot in Sebnitz. © Steffen Unger

Fast menschenleer ist es derzeit im Kirnitzschtal. Das ist nicht ganz ungewöhnlich außerhalb der Saison. Sonst sind aber zumindest in der Advents- und Weihnachtszeit die urigen Gaststätten oft Treffpunkt für Weihnachtsfeiern. Und an klaren Wintertagen sind auch Touristen unterwegs, die sich bei leckerem Essen und heißen Getränken in den Gaststätten aufwärmen. Doch aufgrund der aktuellen Corona-Situation bleiben viele Gäste fern.

Für die Wirte im Tal ein schweres Geschäft, das sich kaum noch lohnt. Und Geschäftsreisende, die auch jetzt übernachten dürften, verirren sich im Winter nicht ins Kirnitzschtal. Eine der Betroffenen ist Sarina Ulbricht, Wirtin der Gaststätte und Pension Felsenmühle. Sie hat beides im Kirnitzschtal vorerst geschlossen, weil es sich ganz einfach nicht lohne. Doch da gab es eine Idee.

Schon vor einiger Zeit wurde ein Imbisswagen gekauft. Der wurde renoviert und rollt nun als Event-Mobil. Darin ist alles, was das Team zum Kochen, Braten und Backen benötigt. "Eigentlich ist die Idee aus der Not heraus entstanden. Viele Besucher sind extra ins Kirnitzschtal in die Felsenmühle gekommen, um Langos und Burger zu essen. Deshalb war die Idee, beides so an die Gäste zu bringen", sagt Enrico Adler von der gleichnamigen Fahrschule und Lebensgefährte von Sarina Ulbricht.

Seit Ende November steht der Verkaufswagen auf dem Parkplatz am Viadukt auf der Neustädter Straße in Sebnitz. Die Wirtin ist mit den ersten Tagen zufrieden. "Es ist super angelaufen. Die Resonanz ist sehr gut, auch entgegen unseren Erwartungen", sagt sie. Schließlich begibt sich das Team damit auch auf Neuland mit Risiko. Und etwas skeptisch war man schon, ob sich nun tatsächlich Sebnitzer auf den Weg machen, um Langos und Burger zu testen. Doch das neue Imbissangebot lockt die hungrigen Kunden an. "Wir müssen neue Wege gehen. Keiner weiß doch hier, was noch wird", sagt die Wirtin. Die Stadt Sebnitz kam ihr mit der Stellgebühr auf dem Parkplatz entgegen. Das sei ein faires Angebot gewesen.

Die Einnahmen aus dem Verkaufswagen sollen nun helfen, wenigstens etwas Geld in der zweiten verkorksten Wintersaison einzunehmen. Auch der Sommer sei in diesem Jahr nicht so gut gelaufen.

Weniger Touristen im Sommer 2021

Es seien deutlich weniger Gäste ins Kirnitzschtal gekommen als im Boom-Sommer 2020, als die Leute nirgendwo anders hinreisen konnten. Ein Trend, den nicht nur sie, sondern auch andere Gaststätten im Tal bestätigen. Und inzwischen geht man auch davon aus, dass sich die Gästezahlen eher auf einem niedrigeren Niveau einpegeln. Der Supersommer 2020 war wohl doch ein Ausnahmejahr. Und auch aus diesem Grund lassen sich die Wirte und nicht nur die aus dem Kirnitzschtal inzwischen einiges einfallen, um ein Nebengeschäft zu haben.

Langos, Burger und die klassische Bratwurst

Der Verkaufswagen ist so ausgestattet, dass alles frisch vor Ort zubereitet werden kann. Der Kunde kann zwischen sieben Langos-Variationen wählen. Vom Klassischen mit Sauerrahm, Käse und Knoblauch bis zum Ausgefallenen mit Nutella, Sahne und Früchten. Die Preispanne liegt zwischen 3,50 Euro und fünf Euro.

Die Felsenmühle ist für ihre Burgervielfalt bekannt. Im Verkaufswagen gibt sieben verschiedene Sorten. Das Angebot reicht vom normalen Schüler-Burger mit Rindfleisch, Käse, Salat Tomate und saure Gurke bis hin zum Felsenmühlen-Burger. Der ist belegt mit Camembert, Apfel, gebratener Zwiebel, Hähnchenfleisch, verfeinert mit Honig-Senf-Sauce. Die Preise liegen zwischen 3,50 Euro und acht Euro. Diese Gerichte wie auch die Currywurst mit Pommes und die Bratwurst werden vor Ort hergestellt. Dazu kommt noch ein Tagesgericht (Preis ab 4,50 Euro). Auch auf die Spezialitäten wie geräucherten Fisch müssen die hungrigen Kunden nicht verzichten. Der wird dann im Räucherofen in der Felsenmühle produziert.

Arbeitsplätze über den Winter gerettet

Sarina Ulbricht weiß aber auch um die schwierige Situation im Gastgewerbe auf dem Arbeitsmarkt. So manches Personal hat sich umorientiert, nach etwas einigermaßen Krisenfestem umgeschaut. Und deshalb sei es auch wichtig, dem Personal auch in schwierigen Zeiten ganzjährig eine Perspektive zu bieten. Und mit dem Verkaufswagen ist ihr das für die beiden Angestellten Katharina Pavlikova und Cindy Jokiel auch geglückt.

Vorerst bis März soll der Verkaufswagen an der Neustädter Straße stehen. Dann kehrt sicherlich auch in das Kirnitzschtal wieder Leben ein. Der Verkaufswagen soll danach nicht ausgedient haben. Sarina Ulbricht sucht jemanden, der das rollende Geschäft dann ab März weiter betreibt. Damit hätte auch sie ein zweites Standbein gesichert. Aus ihrer Sicht sei das wichtig in so gastronomisch unruhigen Zeiten.

Geöffnet hat der Imbisswagen mittwochs bis sonnabends von 11 bis 19 Uhr.