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Lehrbuch-Pandemie im Kreis Görlitz

Wer wissen will, wie eine Virusinfektion abläuft, der muss nur die letzten vier Wochen anschauen. Panik ist aber die falsche Reaktion. Ein Kommentar.

Symbolfoto
Symbolfoto © Jonas Güttler/dpa

Wochenlang arbeiteten sich Corona-Skeptiker daran ab, dass Infizierte noch nicht Erkrankte seien, Erkrankte noch keine Patienten in Kliniken, Patienten in Kliniken noch nicht auf Intensivstationen liegen und so fort. Und nun?

Fast lehrbuchhaft hat sich die Corona-Pandemie in den vergangenen vier Wochen im Kreis Görlitz entwickelt. Erst infizierten sich Jüngere, dann nahm die Zahl der Infizierten in allen Altersgruppen zu, jetzt sind es auch wieder besonders gefährdete Gruppen. Mit einiger Verzögerung geht die Zahl der Corona-Patienten in Kliniken hoch. Es tritt das ein, was Virologen immer sagen: Wenn die Zahl der Infizierten schnell anwächst, dann können gefährdete Gruppen nicht mehr ausreichend geschützt werden. Die Folge:  schwere Krankheitsverläufe nehmen zu.

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Trotzdem muss jetzt einem nicht angst und bange werden. Die Zahlen in diesen Tagen sind nicht mit denen im Frühjahr zu vergleichen, weil mehr getestet wird, die Fälle realistischer erkannt und die Dunkelziffer, die im Frühjahr noch als groß eingeschätzt wurde, jetzt kleiner wird. Das Bild der Pandemie, das wir jetzt haben, liegt offener zutage als noch im Frühjahr. Das Gesundheitswesen ist gefordert durch die Pandemie, aber es steht keineswegs vor einem Zusammenbruch. Allein im Landkreis Görlitz waren am Dienstag 26 Betten auf Intensivstationen frei, 44 waren belegt - nur zwei mit Corona-Patienten.

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Die Lage ist ernst, aber zu Panik besteht kein Anlass. Wohl aber, dass alle ihre Verantwortung wahrnehmen. Das bedeutet: Einhaltung der Corona-Einschränkungen. Nicht um seiner selbst willen, sondern um andere zu schützen.

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