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Leipzig

Thrombose-Fall an Leipziger Uni-Klinik

In der Leipziger Uni-Klinik wird derzeit eine Patientin mit einer Sinusthrombose behandelt. Sie war vor dem Impfstopp mit Astrazeneca geimpft worden.

Im Universitätsklinikum Leipzig wird eine Frau mit einer Sinusthrombose intensivmedizinisch behandelt.
Im Universitätsklinikum Leipzig wird eine Frau mit einer Sinusthrombose intensivmedizinisch behandelt. © Jan Woitas/dpa

Von Sven Heitkamp

Am Leipziger Universitätsklinikum (UKL) wird seit einigen Tagen eine junge Frau intensivmedizinisch behandelt, die nach einer Impfung mit Astrazeneca an einer Sinusthrombose erkrankt ist. „Ihr Zustand ist kritisch, aber stabil“, sagt Klinikumssprecher Markus Bien auf Anfrage von saechsische.de. Zuerst hatte die Leipziger Volkszeitung über den Fall berichtet.

Bei der Patientin handele es sich um eine 25-Jährige, die vor etwa zwei Wochen mit Astrazeneca geimpft wurde – vor dem zwischenzeitlichen Stopp des Mittels am 15. März. Mehrere Tage später hätten sich Symptome der Thrombose bei der Frau eingestellt. „Es geht nun vor allem darum, sie aus dem kritischen Zustand zurückzuholen“, erklärte Bien weiter.

Auch eine Meldung an das Paul-Ehrlich-Institut sei erfolgt. Ob es aber eine medizinische Ursache zwischen der Impfung und der Erkrankung der Patientin gebe, sei nicht sicher. „Wir wissen bisher nur, dass es einen zeitlichen Zusammenhang gibt“, betonte Bien. Warum die junge Frau bereits geimpft wurde und ob sie zu einer bestimmten Berufs- oder Risikogruppe gehöre, wollte der Sprecher nicht sagen.

Fälle von Hirnvenenthrombosen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Astrazeneca-Impfung hatten Mitte März in Deutschland zu einer zeitweisen Aussetzung der Impfungen mit diesem Vakzin geführt. Hinweise darauf, dass diese Impfungen tatsächlich die Vorfälle verursachten, hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) nicht gefunden und die Sicherheit des Mittels bekräftigt. Dieses wird nun mit der Warnung versehen, dass es in möglichen seltenen Fällen solche Thrombosen bei Frauen unter 55 Jahren verursachen könnte.

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Die EMA gab auch zu bedenken, dass es zumindest zum Teil auf den höheren Anteil dieser Gruppe bei den Impfungen zurückgehen könnte, dass die meisten Berichte Frauen unter 55 Jahren betrafen: In Deutschland wurden mit Astrazeneca zunächst Menschen unter 65 Jahren, vielfach Klinik- und Pflegepersonal geimpft - das von Frauen dominiert wird. (mit dpa)

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