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Deshalb war LernSax erneut gestört

Ein Cyberangriff wurde abgewehrt, danach war die Lernplattform trotzdem nicht erreichbar. Das sind die Gründe für die erneuten Probleme.

LernSax antwortet nicht. Schüler in Sachsen können erneut die Unterrichtsplattform nicht nutzen.
LernSax antwortet nicht. Schüler in Sachsen können erneut die Unterrichtsplattform nicht nutzen. © privat

Die sächsische Lernplattform LernSax war den ganzen Dienstag über erneut nicht oder nur teilweise erreichbar. Seit dem Morgen häuften sich in sozialen Medien die Meldungen von Eltern, deren Kinder zu Hause mithilfe der Schulsoftware lernen sollen, es aber wegen technischer Probleme nicht konnten.

Auf Twitter rangierte der Hashtag #Lernsax zeitweise sogar deutschlandweit auf Platz drei, weil so viele Menschen darüber schrieben oder Fotos von Bildschirmen posteten. Zu sehen waren meist Fehlerseiten mit Mitteilungen, dass die Plattform nicht erreichbar sei. Eine Nutzerin kommentierte ein solches Bild in Anspielung auf den Filmklassiker "Dinner for One" mit dem Satz "Same procedure as last year, James!"

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Am Mittag bestätigte das Kultusministerium schließlich den Ausfall des Systems. "Die Ursache der Störung ist dieses Mal kein DDOS-Angriff oder ein Kapazitätsproblem. [...] Es ist vielmehr ein technisches Problem im Rechenzentrum", erklärte Sprecher Dirk Reelfs gegenüber Sächsische.de. Der Betreiber arbeite fieberhaft an der Lösung und man hoffe, dass LernSax "in Kürze wieder voll einsatzfähig ist". Die Hoffnung wurde nicht erfüllt - am Abend war Lernsax immer noch gestört.

Der Sprecher teilte ferner mit, dass es bereits am Montag einen Cyberangriff gegeben hätte. "Ein DDOS-Angriff konnte durch ein zwischenzeitlich erfolgtes Sicherheitsupdate erfolgreich abgewehrt werden", so Reelfs. DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) werden gleichzeitig von einer sehr großen Zahl an Rechnern ausgeführt, um die Server mit einer Flut sinnloser Anfragen in die Knie zu zwingen.

Minister ärgert sich über technische Probleme

Bei einer Online-Pressekonferenz am späten Dienstagabend sagte der für Lernsax zuständige Kultusminister Christian Piwarz, dass ihn die aktuelle Situation wütend mache. Man habe nach den Ausfällen im Dezember bereits Geld in die Hand genommen und sehe nun, dass das System immer noch nicht funktioniere. Der CDU-Politiker entschuldigte sich bei Schülern, Eltern und Lehrern für die wiederholten Probleme. Der Minister stellte heraus, dass man mit dem technischen Dienstleister seit Jahren gut zusammenarbeite, er sich aber auch vorstellen könne, bei anhaltenden Schwierigkeiten teils auch auf andere Schulangebote zu setzen.

Probleme bei LernSax seit Beginn des Lockdowns

LernSax soll seit Beginn des harten Lockdowns in Sachsen am 14. Dezember eine zentrale Funktion übernehmen. Schließlich sind Schulen geschlossen und der Unterricht findet nur noch zu Hause statt. Über den Dienst erhalten Schüler Mitteilungen von ihren Lehrern, es gibt Chats und Foren sowie Aufgabenplaner und weitere Instrumente, die das Lernen abseits der Klassenräume erleichtern sollen.

Jedoch bereitet die Plattform seit Anfang an Probleme. Während der ersten beiden Tage im Lockdown funktionierte sie gar nicht, dann pendelte es sich drei Tage lang ein, und dann waren auch schon Weihnachtsferien. Während Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) in einem Interview bei Sächsische.de damals von einem "schlechten Start" für LernSax sprach, prognostizierte der Chef des IT-Unternehmens, das die Plattform hostet, dass die Leistungsfähigkeit für einen einwandfreien Betrieb erst Mitte Januar ausreichend sein werde. Es würden zusätzliche Serverkapazitäten geschaffen, hieß es.

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Als Grund für die teilweisen Totalausfälle nannte das Kultusministerium im Dezember ebenfalls einen DDoS-Angriff auf eine große überregional agierende Lernplattform. LernSax basiert auf der gleichen Technologie und wird auch vom selben Hosting-Anbieter in Karlsruhe betrieben, der Bringe Informationstechnik GmbH.

In Teilen widersprach der Hoster dieser Darstellung. Von dort hieß es auch, dass die Plattform nicht für so große Nutzerzahlen, wie sie aktuell durch den Lockdown zustande kämen, eingerichtet sei.

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