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Bautzen: Weniger Infektionen, mehr Tote

Warum der harte Corona-Lockdown im Landkreis Bautzen Wirkung zeigt und warum trotzdem vieles gegen eine rasche Lockerung spricht.

Der Lockdown wirkt: Seit sechs Tagen geht die Corona-Inzidenz im Landkreis Bautzen deutlich zurück.
Der Lockdown wirkt: Seit sechs Tagen geht die Corona-Inzidenz im Landkreis Bautzen deutlich zurück. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Ist das die Trendwende? Seit sechs Tagen verzeichnet der Landkreis Bautzen einen kontinuierlichen Rückgang der Corona-Inzidenz. Diese Entwicklung deutet daraufhin, dass der harte Lockdown mittlerweile Wirkung zeigt. Für Entwarnung ist es allerdings noch zu früh. Denn nach wie vor werden in den Krankenhäusern des Landkreises viele Covid-19-Patienten behandelt. Auch die Zahl der Todesfälle ist weiterhin hoch, in der Tendenz sogar höher als im Dezember.

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Ein Blick auf die Zahlen: Am Freitag lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis bei 318 pro 100.000 Einwohner. Das ist halb so viel wie am 18. Dezember. An diesem Tag meldete das Gesundheitsamt mit 711 die bislang höchste Inzidenz. Anschließend sank der Wert stetig bis auf 397. Das war am 2. Januar. Allerdings wurde über Weihnachten und Neujahr auch deutlich weniger getestet. Und so blieb zunächst unklar, wie aussagekräftig die Daten für diesen Zeitraum sind.

Nur folgerichtig stieg die Corona-Belastung in der ersten Januar-Woche wieder an: auf 532. Doch seitdem geht sie Tag für Tag deutlich zurück. So niedrig wie am Freitag war sie seit dem 14. November nicht mehr.

Das ist ein gutes Zeichen, doch von Entspannung kann noch längst keine Rede sein. Denn die Zahl der Patienten, die an und mit Corona sterben, ist nach wie vor hoch. 412 Todesfälle gab es im Landkreis Bautzen seit Beginn der Pandemie, mehr als die Hälfte davon im Dezember. Und die Entwicklung setzt sich fort: Seit dem 1. Januar starben bereits 101 Männer und Frauen im Zusammenhang mit Corona, das sind fast 40 mehr als zum selben Zeitpunkt des Vormonats.

Lage in Krankenhäusern bleibt angespannt

Auch die Lage in den Krankenhäusern bleibt angespannt. Nach Meldung der Leitstelle Dresden/Ostsachsen wurden am Freitag in den Kliniken des Landkreises 174 Corona-Patienten behandelt, 33 davon auf einer Intensivstation. Immerhin: Auch das sind weniger als Ende Dezember. Damals stiegt die Patienten-Zahl zeitweise auf mehr als 300, darunter bis zu 45 Intensiv-Patienten.

Eine Lockerung der Schutz-Maßnahmen ist dennoch nicht absehbar. Auch eine Inzidenz von über 300 ist noch immer hoch, angestrebt werden Werte unter 50. Das war im Landkreis Bautzen zuletzt im Oktober der Fall.

Update: Dieser Beitrag wurde am 15.01.2021 aktualisiert.

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