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Lockdown: So reagiert der Einzelhandel

Dresdner Geschäfte und Shoppingmalls dürfen trotz des bevorstehenden Lockdowns offen bleiben. Was das für Geschäfte und Kunden bedeutet.

Ab Montag gelten neue Einlassregeln in Geschäften: Jeden Kunde muss mindestens 10 Quadratmeter Platz haben.
Ab Montag gelten neue Einlassregeln in Geschäften: Jeden Kunde muss mindestens 10 Quadratmeter Platz haben. © Sven Ellger

Dresden. Ab Montag gelten wieder verschärfte Corona-Maßnahmen. Die Menschen sind aufgefordert, zu Hause zu bleiben, dürfen sich in der Öffentlichkeit nur mit einem weiteren Hausstand treffen. In Geschäften muss für jeden Kunden eine Fläche von zehn Quadratmetern vorhanden sein, mehr Leute dürfen nicht herein. Immerhin: Schließen müssen Geschäfte im Gegensatz zur Gastronomie nicht.

Elbepark ist vorbereitet

Gordon Knabe ist dankbar, dass der Lockdown am Handel vorbeigegangen ist. "Die Reduzierung der Kunden in den Läden ist bei uns geübte Praxis", sagt der Centermanager des Elbeparkes. 

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Er geht davon aus, dass die bisher noch nicht veröffentlichte Sächsische Verordnung ebenfalls einen Kunden pro zehn Quadratmeter vorsieht und rechnet sämtlichen Mietern aus, wie viele Kunden sie gleichzeitig in das Geschäft lassen dürfen. In den Läden gibt es Einlasskontrollen, davor sind Wartezonen mit Bodenmarkierungen für den Abstand eingerichtet.

In der Mall selbst hat Knabe keine Bedenken, dass es zu voll wird. "Wir haben 80.000 Quadratmeter Fläche, die selbst an den besten Tagen mit bis zu 28.000 Kunden nicht zu voll wird", sagt er. Doch von solchen Kundenanstürmen ist sein Haus derzeit weit entfernt. 

Die Maskenpflicht gilt im Elbepark in allen Bereichen, es gibt Einbahn-Markierungen auf dem Boden, Desinfektionsmittel stehen bereit. "Unsere Wachleute kontrollieren regelmäßig, aber bis jetzt hatten wir kaum Fälle, in denen die Maske verweigert wurde", sagt Knabe. 

Die Sitzbereiche vor den gastronomischen Anbietern sind abgesperrt, niemand soll sich hinsetzen können. Außer-Haus-Verkauf aus Abholfenstern ist aber geplant. 

Leere Innenstadt

"Unsere Einzelhändler sind schon wirklich geübt darin, Einbahnstraßen und Hygienekonzepte zu erstellen", sagt Friederike Wachtel vom Dresdner Citymanagement. Dort geht man derweil davon aus, dass der Lockdown besonders kleinere Geschäfte hart treffen wird. 

Sie müssten zwar nicht schließen, aber die Kunden würden trotzdem wegbleiben, sagt Wachtel. "Es ist ein Trugschluss, dass der Umsatz beim Einzelhandel nicht einknicken wird, denn die Leute bleiben natürlich zu Hause."

Der Einzelhandel hoffe darauf, dass die Kontaktbeschränkungen im Dezember wieder gelockert werden, damit nicht alle Leute ihre Weihnachtsgeschenke im Internet bestellen. Allerdings sei auch schon der November für das Weihnachtsgeschäft enorm wichtig, sagt Wachtel. 

Keine Lebensfreude in der aktuellen Zeit

Bei kleineren Modegeschäften wird man in den nächsten Wochen froh sein, wenn überhaupt mal ein Kunde kommt, prognostiziert Andrea Gelfert, die mehrere Läden in der Altmarkt-Galerie und die "Lieblingsläden" in Haupt- und Hüblerstraße betreibt. 

Die 10-Quadratmeter-Regelung sei dabei überhaupt nicht das Problem. "Mit unseren Produkten verkaufen wir Lebensfreude und diese Lebensfreude ist in der aktuellen Zeit nicht da."

Ihre Kleidung würden Frauen kaufen, die sich zu bestimmten Anlässen eine Freude machen wollen, doch die fallen derzeit aus, vielen fehle das Geld. 

Die Angst lasse die Menschen zu Hause bleiben. Die Waren für den November hatte sie dabei geplant wie immer, doch mit dem Lockdown könnte sie nun darauf sitzenbleiben. "Das kann für uns nicht gut enden."

Warten auf die Verfügung

Die Centrum-Galerie wartet derweil noch auf die sächsische Verordnung, die die ab Montag geltenden Regelungen konkret ausformuliert. "Aber wir warten gelassen und bereiten uns vor", sagt Centermanger Jürgen Wolf. Ähnliches gilt für die Altmarktgalerie.

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Überhaupt betrifft der neue Lockdown die großen Geschäfte nur wenig. Bei Wöhrl in der Prager Straße ändert sich ab Montag erstmal nichts, sagt der stellvertretende Geschäftsführer Torsten Krause. 

Auf 2.900 Quadratmetern hätten mit den neuen Regeln theoretisch 290 Kunden Platz, über die elektronischen Kundenzähler weiß er immer, wie viele Leute sich im Geschäft aufhalten.

Dennoch: "Im November werden bei uns die Umsätze gemacht" und mit der Maskenpflicht auf der Prager Straße könnten diese ausfallen. Die Mitarbeiter arbeiten bereits nur noch zu 80 Prozent, in den nächsten Wochen könnte sich das noch verringern.

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