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Der Lockdown braucht einen Öffnungsplan

Klare Regeln für künftige Lockerungen sind notwendig, um die Krise besser durchzustehen, meint SZ-Redakteur Gunnar Saft.

Ohne konkrete Ziele wächst nur die Unsicherheit.
Ohne konkrete Ziele wächst nur die Unsicherheit. © [M] dpa/SZ

Eine Bundesregierung, die mit ihren Entscheidungen gegen die Hoffnungen und Wünsche ihrer Bürger agiert, braucht dafür sehr gute Gründe. Offenbar wiegen die Argumente von Pandemie-Experten und Virologen schwer genug, um den – zumindest im Fall von Sachsen – nun schon fast zwei Monate andauernden Lockdown erneut zu verlängern. Das sollte, das muss man akzeptieren.

Nicht akzeptabel ist dagegen, dass die damit verbundene Unsicherheit vieler Menschen unnötig verstärkt wird, weil immer noch nicht feststeht, unter welchen Bedingungen endlich wieder Lockerungen möglich sind. Es fehlt ein Öffnungsplan mit klaren Kriterien und Regeln. Die alleinige Aussicht auf einen Inzidenzwert 35 für den Einzelhandel reicht dafür nicht aus. Der Plan selber kann das Virus nicht besiegen. Er wäre aber für alle, die unter dieser Ausnahmesituation leiden, ein wichtiges Hilfsmittel zur Orientierung, mit welchen Strapazen noch zu rechnen ist. Konkrete Ziele vorgebend, wäre er zudem Ansporn, alle Einschränkungen weiter durchzuhalten.

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Begrüßenswert ist, dass Sachsens Staatsregierung inzwischen an einem solchen Stufenplan für das eigene Land arbeitet. Noch wichtiger ist es, ihn wie angekündigt in den nächsten Tagen verbindlich zu beschließen. Bundesregierung und andere Bundesländer sollten dagegen aus dem Debakel um die Impfstoffe lernen. In der Krise darf man mit dem Lösen von Problemen nicht erst beginnen, wenn die uns erreicht haben. Man muss sofort beginnen, wenn klar ist, dass sie so oder so definitiv auf uns zukommen.

E-Mail an Gunnar Saft

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