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Was ein Berliner an Löbau schätzt

Thomas Ramm hat ein Stadthaus gekauft - um darin Urlaub zu machen. Dabei wollte er eigentlich ein Umgebindehaus. Warum es doch anders kam.

Thomas Ramm
vor seinem Haus in der Inneren Bautzner Straße in Löbau, gegenüber der Augenklinik.
Thomas Ramm vor seinem Haus in der Inneren Bautzner Straße in Löbau, gegenüber der Augenklinik. © Matthias Weber

Thomas Ramm macht gern Urlaub in Löbau und Umgebung. Wenn der Berliner aber derzeit in die Oberlausitz kommt, dann meistens nicht zur Erholung. "Das artet dann immer in einen Arbeitsurlaub aus", sagt er und lacht. Denn der Unternehmer aus Berlin hat ein altes Haus in Löbau gekauft und saniert es.

Auf die Region aufmerksam geworden ist er - im Urlaub. "Wir hatten uns mit der Familie in einem schönen Umgebindehaus in Oderwitz eingemietet, in 'Mattos Häusel'", erzählt der 45-Jährige. "Das hat uns sofort gefallen. Auch die Landschaft ist schön hier." Es reifte die Idee, ein Haus in der Region zu kaufen, um öfter hierher zu kommen. Eigentlich sollte es zunächst ein traditionelles Umgebindehaus sein. "Da waren einige günstig zu haben", erzählt Thomas Ramm. "Die waren aber eben auch sehr heruntergekommen und das Ganze mit entsprechend viel Arbeit und Aufwand verbunden." Zu viel Arbeit. Denn der Berliner ist voll berufstätig, betreibt seit 20 Jahren einen Cateringservice in der Hauptstadt und Umgebung.

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In Löbau fündig geworden bei der Immobiliensuche

Bei der weiteren Suche landete Ramm auch in Löbau und wurde auf einen Altbau in der Inneren Bautzner Straße, direkt gegenüber der Augenklinik, aufmerksam. Das Gebäude stand zum Verkauf. 2018 erwarb Thomas Ramm das Haus. "Die Lage ist schön, rundherum ist alles zu Fuß erreichbar: der Bäcker, nette kleine Geschäfte." Die Lage spielte für seine Entscheidung eine große Rolle. Denn Thomas Ramm will künftig seine freien Tage öfter in seinem Haus in Löbau verbringen.

Ein weiterer Pluspunkt: Das Bauprojekt sei überschaubar gewesen. Das Haus war gut in Schuss und auch noch vermietet. 2019 starteten die Bauarbeiten: Dach und Fenster wurden erneuert, die Fassade aufgefrischt. Das neue Dach fällt dem Passanten gar nicht auf. Die Häuserzeile ist so hoch, dass man es vom Gehweg aus gar nicht sieht. "Es sind wieder traditionelle Biberschwanzziegeln drauf gekommen", sagt Thomas Ramm. "Den Kaufpreis haben wir locker noch mal in das Haus gesteckt", sagt der Berliner Unternehmer, verrät die Investitionssumme aber nicht.

Nun geht es drinnen weiter. Drei Wohnungen sind im Haus. Zwei sind zur Vermietung gedacht, wobei für eine bereits Mieter gefunden sind. Eine Zweiraumwohnung mit rund 60 Quadratmetern steht noch zur Verfügung. Die dritte Wohneinheit im Dachgeschoss will Thomas Ramm als Urlaubsdomizil für sich und seine Familie herrichten. "Wir sind eine große Familie. Da kann immer mal jemand hier seine Freizeit verbringen."

Bis er in seinem Löbauer Haus Freizeit hat, wird es aber noch eine Weile dauern, vermutet der Bauherr. Es gibt noch einiges zu tun. Das Treppenhaus zum Beispiel muss noch erneuert werden, ebenso wie Böden und Wände in den Wohnungen. Bereits so gut wie fertig und wieder vermietet, ist das Ladengeschäft im Erdgeschoss, wo zuvor das Büro der Linken untergebracht war. "Wir haben jetzt in den letzten drei Monaten den Fokus auf das Geschäft gelegt, damit das fertig wird." Kathleen Seibt eröffnet hier demnächst ihr Augenoptik-Fachgeschäft. Sie hatte ihr Geschäft bisher gegenüber im Gebäude der Augenklinik im Obergeschoss. "Sie hat uns angesprochen und das passte", freut sich Thomas Ramm. "Wenn man Wohnungen und gleichzeitig einen Laden im Haus hat, muss man darauf achten, dass es ein ruhiges Gewerbe ist. Es sollen sich ja alle Mieter wohl fühlen."

"Die Stadt ist wirklich schön geworden"

Gebaut worden ist das denkmalgeschützte Haus nach Thomas Ramms Informationen um 1890 herum. Eine Tabak- und Zigarrenhandlung ist hier wohl früher gewesen. Ein altes Foto von der Häuserzeile aus DDR-Zeiten hängt noch im Flur, gleich hinter der Haustür. Trist und grau sieht es darauf aus - und das liegt nicht nur daran, dass es eine Schwarz-weiß-Aufnahme ist. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist noch das Sparkassenlogo zu erkennen. Die Sparkasse war früher in der jetzigen Augenklinik, bevor sie um die Ecke um- und anbaute und an den Altmarkt zog. "Es ist schon toll, was sich alles getan hat. Die Stadt ist wirklich schön geworden, wenn man das mit Fotos von damals vergleicht", sagt Ramm.

Will der Berliner noch weiter in Löbau investieren? Thomas Ramm lacht. "Nein, wir sehen das ja nicht nur als Geldanlage, sondern wollen hier wirklich Zeit verbringen und ein Urlaubsdomizil einrichten." Potenzial gebe es ja noch, stellt Thomas Ramm aber fest. "Es gibt viele schöne Häuser in Löbau, wo sich eine Sanierung noch lohnt." Viel habe sich aber auch schon getan, hat er beobachtet. "Die Äußere Bautzner Straße zum Beispiel wird immer schöner." Hier baut vornehmlich die städtische Wohnungsverwaltung- und Bau GmbH (Wobau) Löbau alte Häuser aus- und um. Aber auch private Bauherren investieren und sanieren.

Wann Thomas Ramm wieder mit seinem Cateringunternehmen in der Hauptstadt durchstarten wird, weiß er momentan nicht. Große Veranstaltungen, wie er sie sonst ausstattet, gibt es pandemiebedingt derzeit nicht. "Vor Sommer wird das sicher auch nicht werden", vermutet er. Die Zeit will er nun nutzen, um mit dem Haus in Löbau voranzukommen.

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