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Wirtschaftsminister Dulig vorsorglich in Quarantäne

Während seiner Österreich-Reise wurde Wien zum Corona-Risikogebiet erklärt. Das hat nun auch Folgen für Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig.

Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) muss nach seiner Rückkehr aus Österreich sein Corona-Testergebnis abwarten.
Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) muss nach seiner Rückkehr aus Österreich sein Corona-Testergebnis abwarten. © Robert Michael/dpa

Dresden. Martin Dulig  wird sich nach seiner Rückkehr von einer Unternehmerreise nach Wien und Linz am Freitag vorsorglich in Quarantäne begeben.  „Wir werden uns heute Abend nach der Einreise in Sachsen alle testen lassen und dann in vorsorgliche Quarantäne gehen, bis die Ergebnisse vorliegen“, betonte Ministeriumssprecher Jens Jungmann am Donnerstag.  Er rechnet damit, dass die Testergebnisse nach 24 Stunden da sind. Nächste Woche werde Dulig also seine Termine wieder wie vorgesehen wahrnehmen können, heißt es. 

Der SPD-Politiker besuchte vom 13. bis 17. September Österreich, um sich über Innovationen und Förderansätze für die Kultur- und Kreativwirtschaft, Smart City-Lösungen und  die Situation im Tourismus zu informieren. Zu seinen Gesprächspartnern gehörte die österreichische Ministerin für Wirtschaft und Digitalisierung, Margarete Schramböck sowie Wiens Wirtschafts- und Digitalisierungsbürgermeister Peter Hanke. Mit beiden tauschte er sich über Hilfsprogramme und Maßnahmen zur Wiederbelebung der Wirtschaft nach Corona aus.

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Begleitet wurde Dulig von Vertretern der Wirtschaftsförderung Sachsen, des Zentrums für Kreativwirtschaft, Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft, kommunalen Vertretern der Städte Leipzig und Dresden. In Sachsen arbeiten über 70.000 Menschen in der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Schwerpunkte der Reise: E-Government und Smart City

Ein weiterer Schwerpunkt der Reise waren die Digitalisierungsprozesse in Österreich am Beispiel von E-Government und Smart City. In der "Smart City Wien Rahmenstrategie" sind die gemeinsame Vision aller politischen Ressorts und Meilensteine festgeschrieben. Ganz ausdrücklich sucht man die Kooperation mit Dritten, um digitale Anwendungen, Technologien und Infrastruktur in umsetzungsorientierten digitalen Stadtlaboren zu erproben und für den Einsatz im gesamten Stadtgebiet vorzubereiten.

Ein Beispiel für die Erprobung einer Smart City ist die außerhalb Wiens gelegene Seestadt Aspern. Dort rollt unter anderem ein autonom fahrender Linienverkehr, den der Minister in der Seestadt Aspern selbst ausprobieren durfte. „Hier muss man sagen, dass der Bus dennoch einen Fahrer hat, sehr langsam fährt und es noch viele Unwägbarkeiten gibt. Technisch sind wir bei Versuchsfahrten genauso weit. Nur ist das Busprojekt hier Teil eines ganzen Stadtviertels, wo es diverse Testfelder gibt“, so das Fazit von Dulig.

Sensortechnik kommt aus Sachsen

Weiterhin ist in der Seestadt auch Europas größtes Energieforschungsprojekt in den Bereichen Smart Grid, Smart Building und Smart ICT beheimatet. Ein ganzer Gebäudekomplex wurde so energieeffizient errichtet und mit verschiedensten technischen Geräten ausgestattet, dass er quasi Energie-autark ist. „Auch in diesem Bereich könnten wir Sachsen perspektivisch eine relevante Rolle spielen: Denn Smart Citys benötigen zur Steuerung Sensortechnik. Und da sind wir hervorragend aufgestellt“,  ließ der  Minister mitteilen. Das begleitende Forschungsinstitut des Energie-Projekts in der Seestadt möchte bis zum Jahr 2023 seine Ergebnisse vorstellen und diese dann kommerzialisieren. Weltweit gebe es inzwischen Nachfragen.

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Der Alpenstaat gehört zu den wichtigsten sächsischen Handelspartnern und Herkunftsländern ausländischer Investitionen in Sachsen. 2019 hat der Freistaat Waren im Wert von rund 1,3 Milliarden Euro nach Österreich exportiert und Waren im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro aus Österreich importiert. Im Länder-Ranking der sächsischen Exportpartner belegte Österreich im vergangenen Jahr Rang elf, bei den Importen Rang sechs.

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