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Nächste Runde Masken-Verteilung

Im Dezember hatten viele Apotheken in der Sächsischen Schweiz noch gar keine FFP2-Masken, als sie diese verteilen sollten. Jetzt fehlt es an etwas anderem.

Nicht nur drei Masken wie im Dezember, sondern zwei Mal sechs gibt es bis Ende April für über 60-Jährige.
Nicht nur drei Masken wie im Dezember, sondern zwei Mal sechs gibt es bis Ende April für über 60-Jährige. © dpa

Die Kleinen waren die Schnellsten: Krankenkassen wie die Knappschaft und die DAK haben die neuen Bezugsscheine für die FFP2-Schutzmasken schon an ihre über 60-jährigen Versicherten verschickt. Sieben davon wurden in der Heidenauer Goethe-Apotheke bereits eingelöst, sagt Apotheker Gert Friedrich. Anders als bei der Schnellverteilungsaktion im Dezember letzten Jahres haben die Apotheken nun in der Regel ausreichend Masken auf Lager.

Dennoch rechnet Friedrich in den nächsten Tagen mit einem Ansturm. Dann nämlich, wenn die AOK als größte Kasse die Scheine verschickt. Es sind zwei. Jeder berechtigt zum Bezug von sechs FFP2-Masken für insgesamt zwei Euro. Der erste Schein kann bis Ende Februar eingelöst werden, der zweite bis Ende April. Damit ist zwar genug Zeit, in die Apotheke zu gehen, doch oft wollen die Leute einfach auf Nummer sicher gehen. Deshalb rechnet Friedrich mit einem Andrang.

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Versicherte fragen bei Krankenkassen nach

Die AOK Plus bereitet den Versand der Scheine in der nächsten Woche vor. Im ersten Schwung sind das für Sachsen eine halbe Million. Das ist viel, aber noch nicht alles. Wann die zweite Lieferung kommt, sei noch offen, sagt AOK-Sprecherin Hannelore Strobel.

Die IKK Classic hat am 12. Januar die erste Lieferung für ihre anspruchsberechtigen Versicherten ab 75 Jahren bekommen. Bis 15. Januar sollten alle verschickt sein. Wann die Bundesdruckerei die Scheine für die nächsten Altersgruppen schicke, wisse man nicht, sagt Andrea Ludolph von der IKK Sachsen. Angekündigt sei die zweite Auslieferung an die Krankenkassen wohl für nächste Woche. "Eine etwas größere Terminsicherheit wäre natürlich hilfreich, weil viele Versicherte bereits nachfragen", sagt Andrea Ludolph. Wenn die Scheine dann da sind, geht es schnell. "Der Versandprozess ist gut vorbereitet und die schnelle Umsetzung unproblematisch", heißt es. "Wir wollen allen Anspruchsberechtigen schnellstmöglich ihre Berechtigungsscheine zur Verfügung stellen."

Die Barmer ist nicht ganz so optimistisch. Ihr zufolge werde die Auslieferung aller Voucher durch die Bundesdruckerei erst Ende der ersten Februarwoche abgeschlossen sein.

Wer bekommt die Gutscheine?

  • Zuerst die ab 75-Jährigen.
  • Dann folgen die 70- bis 74-Jährigen inklusive der Risikopatientinnen und -patienten.
  • Zum Schluss sind die 60- bis 69-Jährigen an der Reihe.

Während bei der ersten Verteilung der FFP2-Masken Ende letzten Jahres viele Apotheken noch gar keine hatten, als es losging, ärgert die Apotheken diesmal etwas anderes. Anders nämlich als im Dezember können die Bezugsscheine nun auch im Internet bei Online-Apotheken eingelöst werden. Ob sich das bei zwei Euro für sechs Masken tatsächlich lohnt, wie es sie für die Gutscheine gibt, ist die eine Frage. Die andere ist, dass sich Apotheker ausgenutzt fühlen. "Beim ersten Mal waren wir gut genug, jetzt machen das Geschäft die Online-Apotheken", sagt Kreisapothekerin Astrid Fabian im Namen ihrer Berufskollegen. So groß dürfte das Geschäft wahrscheinlich nicht sein, aber es geht ums Prinzip. Und das ist für Astrid Fabian "höchstgradig unverständlich".

Wie sind die Gutscheine einzulösen?

  • Der erste Gutschein gilt bis Ende Februar.
  • Der zweite bis Ende April.
  • Pro Gutschein gibt es sechs FFP2-Masken für insgesamt zwei Euro.

Die Bundesapothekenkammer verweist auf die Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums, die den Bezug der Masken auch bei den Versendern ermöglicht. "Etwas anderes wäre wohl auch europarechtlich kaum möglich", sagt Reiner Kern, Sprecher der Bundesapothekenkammer. Er sieht das aber nicht ganz so kritisch. "Es wird sich zeigen, wie viele anspruchsberechtigte Patienten sich tatsächlich dafür entscheiden, ihre Coupons mit der Post zu verschicken und dann auf die Zusendung zu warten." Außerdem werde die Eigenbeteiligung der Patienten auch bei den großen Versendern erhoben. Viele Apotheken vor Ort bieten zudem ihren Kunden die Versorgung mit Schutzmasken über ihren Botendienst an. "Schneller und bequemer geht’s eigentlich nicht", sagt Kern.

Darauf setzen auch Astrid Fabian und die Apotheker im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Hinzu kommt, dass viele Ältere nach wie vor treue Kunden ihrer Apotheken vor Ort sind. Doch auch in der Altersgruppe der über 60- bzw. 70-Jährigen nimmt das Bestellen im Internet zu. Sie fühlen sich manchmal hin- und hergerissen: Auf der einen Seite sollen sie zu Hause bleiben, auf der anderen nun wieder raus, um die Masken abzuholen.

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