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Das denken die Sachsen über die Maskenpflicht in Schulen

Seit Montag gelten in Schulen strengere Regeln. Nur eine knappe Mehrheit begrüßt das. Dass Schulen generell offen sind, finden die meisten aber gut.

Ab Klasse 5 gilt ab dieser Woche auch im Unterricht Maskenpflicht.
Ab Klasse 5 gilt ab dieser Woche auch im Unterricht Maskenpflicht. © Norbert Millauer

Nach den Osterferien hat die Schule in Sachsen in dieser Woche wieder begonnen - allerdings mit verschärften Corona-Vorsichtsmaßnahmen. So müssen sich nun das gesamte Schulpersonal sowie alle Schüler zweimal pro Woche einem Test unterziehen. Ab Klassenstufe fünf müssen Schülerinnen und Schüler künftig eine medizinische Gesichtsmaske oder FFP2-Maske oder vergleichbare Atemschutzmaske auch im Unterricht tragen.

Wie die ersten Tage gezeigt haben, werden die Maßnahmen von vielen Schülern und Eltern akzeptiert, allerdings gibt es auch Widerstand. Martin Raschke, Chef des Dresdner Elternrates, beobachtet eine zunehmende Zwei-Lager-Bildung bei den Eltern in der Stadt. "Es gibt nur noch Schwarz-Weiß-Denken bei den Familien. Die einen wollen aufgrund der hohen Zahlen Schulschließungen, die anderen kritisieren die Test-und Maskenpflicht", so Raschke.

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Diese Einschätzung bestätigt sich in einer Umfrage, die sächsische.de gemeinsam mit den Meinungsforschern von Civey gestartet und nun ausgewertet hat. Wir wollten wissen, wie es die Sachsen bewerten, dass für Schüler ab Klasse 5 eine Maskenpflicht im Unterricht gilt. Das Ergebnis ist gespalten. 47 Prozent der Sachsen findet die Maßnahmen "eindeutig richtig" oder "eher richtig". Rund 44 Prozent lehnen die Maskenpflicht im Unterricht hingegen ab. Sie finden die Maßnahmen "eher falsch" oder "eindeutig falsch". Rund neun Prozent sind bei der Frage unentschieden.

Die Detailauswertung der Umfrage zeigt, dass die Ablehnung der Maskenpflicht unter den direkt betroffenen Sachsen noch größer ist. So sagen rund 52 Prozent der Sachsen mit Kindern im Haushalt, dass sie die Maßnahme ablehnen. Rund 39 Prozent in dieser Gruppe sind hingegen für die Maskenpflicht. Rund acht Prozent sind hier unentschieden.

Generell ist jedoch eine deutliche Mehrheit der Sachsen dafür, dass die Schulen und Kitas auch bei hohen Infektionszahlen und Wochen-Inzidenzwerten von mehr als 100 geöffnet bleiben. Dies halten rund 57 Prozent der Sachsen für richtig. 34 Prozent lehnen dies hingegen ab. Rund neun Prozent sind bei der Frage unentschieden.

Vor der aktuell gültigen Corona-Schutzverordnung, die am 1. April in Kraft getreten ist, galt die Wocheninzidenz von 100 als Grenzwert für Schul- und Kitaschließungen in Sachsen. Eine Ausnahmeregelung erlaubte es jedoch, davon abzuweichen. Seit dem Inkrafttreten der aktuellen Corona-Verordnung haben Kitas und Schulen unabhängig von der Inzidenz geöffnet. Zum Schutz vor Infektionen wurden stattdessen die erweiterte Test- und Maskenpflicht eingeführt.

Diese Regelung könnte sich jedoch schon bald ändern. Nach der am Dienstag beschlossenen "Corona-Notbremse" des Bundes müssten Schulen und Kitas ab einem Inzidenz-Schwellenwert von 200 wieder schließen. Diese Marke ist in Sachsen bereits in vielen Landkreisen überschritten. Allerdings muss das Gesetz noch im Bundestag und Bundesrat beschlossen werden. Sachsen hat bei den geplanten Schulschließungen und bei weiteren Punkten Widerspruch angemeldet.

CoronaCast: Auch Kinder haben öfter Corona

Einher mit der Debatte um Kita- und Schulschließungen geht die Frage, wie oft Kinder tatsächlich mit Corona infiziert sind. Eine aktuelle Auswertung der Fr1da-Studie des Helmholtz Zentrums München zeigt: Corona-Fälle bei Kindern nehmen deutlich zu. Studien-Autor Markus Hippich erklärt im CoronaCast, dem Podcast von Sächsisch.de zur Pandemie, die Details. Die Folge hören Sie direkt hier über den eingebetteten Player. Mehr zum Thema gibt es in diesem Artikel: Auch Kinder haben öfter Corona.

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Hinweis zu den ausgewerteten Civey-Umfragen: An der erstgenannten Umfrage wurde bisher 3.145 Mal teilgenommen. Aus 2.017 Stimmen wurde eine Stichprobe gezogen, die der Grundgesamtheit der sächsischen Wahlbevölkerung entspricht. An der zweiten Umfragen wurde bundesweit 6.966 Mal teilgenommen. Die Stichprobe für die Sachsen-Zahlen besteht aus 375 Personen. Wie Umfragen mit Civey funktionieren, wird in diesem Artikel (mit Video) erklärt.

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