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McDonalds verliert die Hälfte der Kunden

Das Schnellrestaurant in Großweitzschens Gewerbegebiet ist aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Noch sind alle 45 Mitarbeiter vor Ort.

Knapp 850 Gäste verzeichnet McDonalds im Autohof "Heiterer Blick" nahe der A-14-Anschlussstelle Döbeln-Nord normalerweise pro Tag. Zurzeit ist es nur knapp die Hälfte.
Knapp 850 Gäste verzeichnet McDonalds im Autohof "Heiterer Blick" nahe der A-14-Anschlussstelle Döbeln-Nord normalerweise pro Tag. Zurzeit ist es nur knapp die Hälfte. © Dietmar Thomas

Großwitzschen/Region Döbeln. Die Filiale der Fastfood-Kette McDonalds ist nicht nur Anlaufpunkt für viele Familien und Jugendliche, oder Handwerker aus der Region. Auch viele Durchreisende nutzen das Schnellrestaurant am Autohof „Heiterer Blick“ in Mockritz nahe der A-14-Anschlussstelle Döbeln-Nord für einen kurzen Zwischenstopp. Im Schnitt sind es rund 850 Gäste pro Tag im November. In diesem Jahr ist es nur knapp die Hälfte.

Coronabedingt ist das Restaurant geschlossen. Die Küche aber bleibt nicht kalt. Denn der Drive-In kann noch bedient werden. Aus dem Auto heraus geben die Kunden dort ihre Bestellung auf, bezahlen und erhalten anschließend die Ware. Rund 430 Gäste pro Tag nutzen diese Option zurzeit, sagt Rainer Schaffrath.

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Die Kundenzahl hat sich nahezu halbiert. Ähnlich stark gesunken ist auch der Umsatz, wenn auch im Drive-In selbst mehr gekauft wird, meint der General Manager bei der Willy Dany Restaurantbetriebsgesellschaft mbH, Franchaisnehmer für McDonalds. Zuständig ist Dany für insgesamt 29 Filialen in Sachsen.

Zwar können die Produkte von McDonalds zurzeit nicht im Restaurant verzehrt werden. Aber durch den Drive-In kommen sie trotzdem auch während der Pandemie zum Kunden.
Zwar können die Produkte von McDonalds zurzeit nicht im Restaurant verzehrt werden. Aber durch den Drive-In kommen sie trotzdem auch während der Pandemie zum Kunden. © Dietmar Thomas

Kurzarbeitergeld wird bei McDonalds aufgestockt

Vor der Pandemie haben rund 35 Prozent der Gäste ihre Produkte aus dem Auto heraus bestellt und auch abgeholt. Bezogen auf die Kundenzahl im November 2019 ist der Anteil der Kunden des Drive-In nun auf 52 Prozent gestiegen. Das macht deutlich, dass auch Gäste, die sonst im Restaurant gewesen sind, jetzt den McDrive nutzen.

Dass weniger Kundschaft kommt, liege aber, so Schaffrath, nicht nur an dem geschlossenen Restaurant. Es fehle auch an Durchreisenden, die sonst Zwischenstopp in der Filiale machten. Denn im Normalbetrieb wird das Schnellrestaurant auch von Urlauber und Geschäftsreisende besucht.

Knapp 45 Beschäftigte arbeiten in der Mockritzer Filiale der Kette. Wie in den anderen Betrieben des Franchaisnehmers auch befänden sich die Mitarbeiter alle in Kurzarbeit. Sie erhielten jedoch 90 Prozent ihres Durchschnittsnettogehalts, das Kurzarbeitergeld werde durch das Unternehmen aufgestockt, sagt Schaffrath. Seit der erneuten Schließung des Restaurants seien alle Mitarbeiter bisher auch vor Ort gewesen. Es sei versucht worden, für jeden eine ähnliche Arbeitszeit zu realisieren.

„Im Frühjahr war das durch die geschlossenen Schulen und Kitas gar nichts möglich“, sagt Schaffrath. Einige Kollegen hätten aufgrund der Betreuung der Kinder nur wenig oder gar nicht arbeiten können. Eine ähnliche Situation droht auch nun wieder, wenn ab Montag die Bildungseinrichtungen sowie Kitas in Sachsen erneut schließen.

Kein Lieferservice für die Region Döbeln in Sicht

Einschränkungen bei der Öffnungszeit der Filiale gab es bisher nicht. Sie hat zurzeit noch von 7 bis 0 Uhr geöffnet. „Das ist dem Umstand geschuldet, dass das Arbeitsleben noch weitestgehend normal läuft“ meint Rainer Schaffrath. So kämen am Morgen die Handwerker, aber auch am Abend noch Kunden. „Im Frühjahr war das nicht zu halten. Da hatten wir morgens und abends die Öffnungszeiten reduziert“, sagt der General Manager.

Einen Lieferdienst gibt es für die Produkte von McDonlds in Mockritz bislang nicht. Schaffrath rechnet auch nicht damit, das dies zeitnah kommen wird. Denn um die Produkte in einer angemessenen Qualität den Kunden zur Verfügung stellen zu können, müsse die Anlieferung innerhalb einer bestimmten Zeit möglich sein. Da sich die Filiale aber außerhalb der Stadt befindet, sei dies schwierig. Zudem sei der Kundenkreis zu klein.

Anders als in Dresden. Hier arbeitet der Franchaisnehmer mit dem Lieferdienst Lieferando zusammen. „Das Angebot ist zurzeit auf bestimmte Bereiche in Dresden.“

Digitale Speisekarten geplant

Für Großweitzschen stellt der General Manager zumindest neue Anzeigetafeln für die Speisekarten in Aussicht. Jene sollen digitalisiert werden. Da sei nicht nur eine optische Aufwertung, sondern auch praktisch. Denn durch die Digitalisierung können die Inhalte schneller geändert werden. Dies sei zukünftig über die Zentrale in München einfach umzusetzen.

Weitere Veränderungen in Mockritz seien derzeit nicht geplant. „Die Filiale wurde 2018 erst umgebaut. Da haben wir umfangreich investiert“, begründet Schaffrath. Installiert worden sind in dem Zug auch die Terminals, über die die Kunden die Produkte auswählen und bestellen können. Auch das Bezahlen ist an den Geräten möglich. Seit der Wiedereröffnung Anfang 2018 gibt es in der Filiale zudem einen Tischservice. Auf Wunsch wird den Kunden das Bestellte an den Tisch gebracht. Überarbeitet wurden im Zuge des Umbaus damals auch das Küchen- und Bestellsystem.

Im Jahr 1997 wurde die Filiale in Mockritz eröffnet. Rund 3,5 Millionen DM hatte der Bau gekostet. Über 40 Parkplätze wurden im Zuge des Baus mit geschaffen, 38 Mitarbeiter waren anfangs in dem Schnellrestaurant tätig.

Knapp zehn Jahre nach der Eröffnung wurde das erste Mal umfangreich in die Filiale investiert. 2007 entstanden der Café-Bereich sowie zusätzliche Sitzmöglichkeiten. Während der Bauarbeiten, die über den Sommer erfolgten, wurden die Kunden im Zelt bedient.

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