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Kreis Bautzen: Mehr als 50 Corona-Tote im November

Die Lage im Landkreis Bautzen bleibt angespannt. Ab Dienstag gelten Ausgangsbeschränkungen und neue Regeln für Kitas und Schulen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Bautzen stieg am Montag auf 420.
Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Bautzen stieg am Montag auf 420. © Tom Weller/dpa

Bautzen. Kein Alkohol in der Öffentlichkeit, nur aus wichtigem Grund aus dem Haus gehen, Auflagen beim Einkaufen und in der Freizeit: Der Landkreis Bautzen führt ab diesem Dienstag schärfere Corona-Regeln ein. Auch an Schulen und Kitas gelten Einschränkungen.

Bereits am Freitag hatte der Freistaat diesen Schritt für alle Corona-Hotspots in Sachsen angekündigt. Als Grenze gelten 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Wenn Landkreise und kreisfreie Städte diesen Wert an mehr als fünf Tagen in Folge überschreiten, müssen sie handeln.

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So ist die Lage im Landkreis

Der Landkreis Bautzen hat die 200er-Grenze schon längst überschritten. Erstmals war dies vor einem Monat der Fall. Seitdem hat sich die Lage weiter verschärft. Am 4. November – kurz nachdem deutschlandweiten Teil-Lockdown trat – lag die Sieben-Tage-Inzidenz erstmals über 300, am Sonntag stieg sie erstmals über 400. Damit zählt der Landkreis deutschlandweit zu den Hoch-Risikogebieten.

Daran ändern auch die Zahlen von Montag nichts: Zwar meldete das Gesundheitsamt nur 50 Neuinfektion, doch dies liegt ausschließlich daran, dass am Wochenende nicht getestet wurde. Die Inzidenz stieg dennoch auf 420.

Eine Folge sind steigende Patientenzahlen in den Krankenhäusern: Nach Angaben der Leitstelle Dresden/Ostsachsen wurden am Montag 183 Covid-19-Patienten in den Kliniken im Landkreis Bautzen behandelt, davon 29 auf einer Intensivstation.

Eine zweite Folge sind deutlich mehr Todesfälle als während der ersten Welle im Frühjahr. 86 Patienten sind seit Beginn der Pandemie im Landkreis Bautzen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben, mehr als 50 davon im Monat November.

Diese Regeln gelten jetzt

"Wir haben es selbst in der Hand, wieder zur Normalität zurückzukehren, es liegt an uns allen", sagte Landrat Michael Harig (CDU) am Montag. In einer Video-Botschaft kündigte der Chef der Kreisverwaltung die neue Allgemeinverfügung für den Landkreis an. Diese tritt zum 1. Dezember in Kraft und gilt vorerst bis zum 28. Dezember. Konkret sieht sie unter anderem folgende Regelungen vor:

  • Kontaktbeschränkungen: Ab Dienstag gilt für Treffen – ob in der Öffentlichkeit oder Zuhause: Es dürfen nur maximal fünf Personen aus zwei Haushalten dabei sein, Kinder bis 14 Jahre werden hier nicht mitgerechnet.
  • Ausnahme Weihnachten: Ab 23. Dezember dürfen sich maximal zehn Personen treffen, unabhängig von der Zahl der Haushalte. Kinder unter 14 werden nicht mitgezählt.
  • Maskenpflicht: Das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung ist auch unter freiem Himmel Pflicht – und zwar in Fußgängerzonen auf öffentlichen Parkplätzen, vor Einkaufszentren, Geschäften und Läden, in Parkhäusern, auf Spiel- und Sportplätzen und in öffentlichen Parks. Ausnahmen gelten zum Beispiel für Radfahrer und Jogger, die dort unterwegs sind.
  • Alkoholverbot: Alkohol darf nur noch in Geschäften verkauft werden, auch das Trinken von Alkohol in Fußgängerzonen, auf Parkplätzen, in Parks und auf allen vergleichbaren öffentlichen Plätzen ist verboten.
  • Versammlungen begrenzt: Versammlungen unter freiem Himmel dürfen nur noch an einem festen Platz stattfinden. Die Zahl der Teilnehmer wird auf 200 begrenzt. Es gelten Maskenpflicht und Abstandsregeln.
  • Ausgangsbeschränkungen: Das Verlassen des Hauses ohne wichtigen Grund ist untersagt. Als solcher gelten unter anderem der Weg zur Arbeit, zur Schule, zur Kita, zum Arzt oder zu wichtigen Dienstleistungen.
  • Auflagen beim Einkaufen: Auch Einkaufen ist weiterhin gestattet, hier gelten zwar Auflagen. Allerdings sind diese recht großzügig gestaltet. Eingekauft werden darf im Landkreis Bautzen, in allen Nachbarlandkreisen und in Dresden.
  • Besuche bleiben erlaubt: Gestattet ist der Besuch bei Ehe- und Lebenspartnern, bei Kindern, für die man das Sorgerecht hat, bei hilfsbedürftigen Menschen und Kranken.
  • Sport im Umkreis: Ob Radfahren, Joggen oder Spazierengehen - Sport und Bewegung müssen sich auf einen Umkreis von 15 Kilometer um die eigene Wohnung beschränken. Erlaubt bleibt der Weg in den Kleingarten. Allerdings sind die Kontaktbeschränkungen einzuhalten.

Das gilt jetzt für Schulen und Kitas

Schulen und Kitas bleiben grundsätzlich geöffnet. Allerdings werden die Kinder in Krippen und Kitas ab Dienstag wieder in festen Gruppen betreut – so wie bereits im Frühjahr. Dadurch kommt es teilweise zu Einschränkungen bei den Öffnungszeiten, das ist zum Beispiel bei den städtischen Kitas in Bautzen der Fall.

An den Schulen können die Schulleiter in Absprache mit dem Kultusministerium ein Wechsel-Modell einführen: Dafür werden die Klassen geteilt, die Gruppen lernen wochenweise abwechselnd in der Schule und von Zuhause aus. Die Abschlussklassen sind davon ausgenommen.

Das Sorbische Gymnasium verfährt schon seit einigen Tagen so. Auch das Bautzener Philipp-Melanchthon-Gymnasium führt dieses Modell ab dieser Woche ein. Welche weiteren Schulen im Kreis Bautzen betroffen sind, dazu wollte sich das Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) am Montag noch nicht festlegen. „Das Ziel ist es, möglichst am Präsenzunterricht festzuhalten“, sagte Vincent Richter vom Lasub. Eingeführt werden darf das Modell nur an Schulen, an denen es auch tatsächlich Coronainfektionen gibt.

Weitere Schutzmaßnahmen betreffen alle Schulen im Kreis: An den Grund- und Förderschulen wird nur noch in festen Gruppen unterrichtet. Außerdem wird die Maskenpflicht ausgeweitet. Sie gilt ab Klasse 7 nun auch im Unterricht.

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