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Mehr als 500 Dresdner Kinder unter Corona-Beobachtung

An den Kitas und Schulen tauchen immer mehr neue Infektionen auf. Aber warum werden nur einzelne Kinder einer Gruppe oder Klasse in Quarantäne geschickt?

An Dresdens Schulen leeren sich die Klassenzimmer trotz Infektionen in diesem Schuljahr langsamer als vor den Sommerferien.
An Dresdens Schulen leeren sich die Klassenzimmer trotz Infektionen in diesem Schuljahr langsamer als vor den Sommerferien. © dpa/Philipp von Ditfurth (Symbolfoto)

Dresden. Die vierte Corona-Welle ist längst an Dresdens Schulen und Kindertagesstätten angekommen. Aktuell befinden sich zwar lediglich 57 Kinder, Lehrer und Erzieher in Quarantäne. Engen Kontakt zu den Infizierten - in der Kita oder im Klassenzimmer - hatten aber deutlich mehr Menschen. Warum werden nicht auch sie nach Hause geschickt? Was gilt für geimpfte und genesene Kinder? Und haben Eltern Anspruch auf finanzielle Hilfe, sollte ihr Kind in Quarantäne müssen? Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie viele Kinder, Lehrer und Erzieher sind aktuell von Corona-Fällen betroffen?

Mit Stand vom Donnerstagnachmittag sind mindestens 16 Kitas und 27 Schulen in Dresden von Corona-Infektionen betroffen. In Quarantäne befinden sich 25 Kinder beziehungsweise Erzieher der Kita Himmelblau in Pieschen sowie 32 Schüler beziehungsweise Lehrer der 15. Grundschule in der Neustadt.

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Darüber hinaus stehen 271 Kita-Kinder und Erzieher sowie 293 Schüler und Lehrer unter Beobachtung, weil sie engen Kontakt zu Infizierten hatten.

Worin liegt der Unterschied zwischen Quarantäne und Beobachtung?

Wird ein Kind positiv auf Corona getestet, muss nicht mehr die ganze Klasse in Quarantäne, sondern erst einmal nur der Infizierte selbst sowie dessen Familienmitglieder.

In Kitas sowie den Klassen 1 bis 6 gilt: Kinder und Erzieher derselben Kindergartengruppe beziehungsweise Klasse stehen 14 Tage ab dem letzten Kontakt zu dem Infizierten unter Beobachtung. „Das bedeutet, dass sie sich während dieser Zeit dreimal pro Woche einem Antigen-Schnelltest (in Schulen) beziehungsweise einem Lolli-PCR-Test (in Kitas) unterziehen müssen“, so das Gesundheitsamt. Im Beobachtungszeitraum müssen die engen Kontaktpersonen auch in ihren festen Gruppen oder Klassen bleiben. Dies gelte auch für die Erzieher und Lehrer. „Eine Vermischung mit anderen Gruppen bzw. Klassen muss vermieden werden.“ Wird in der Beobachtungszeit eine weitere Person positiv getestet, werde für die gesamte Gruppe eine Quarantäne angeordnet.

Was gilt für Kinder und Lehrer ab der siebten Klasse?

Kinder ab der siebten Klasse müssen sich in Quarantäne begeben, wenn ihr unmittelbarer Sitznachbar – seitlich, vorn und hinten – infiziert hat. Dies gelte gegebenenfalls auch für Lehrer, so das Gesundheitsamt. Von der Quarantäne wird den Regeln zufolge abgesehen, wenn Kinder und Lehrer durchgehend eine Maske im Unterricht getragen haben und das Klassenzimmer gut gelüftet wurde.

Alle anderen Schüler und Lehrer stehen 14 Tage ab dem letzten Kontakt zum Infizierten unter Beobachtung. Auch hier sind drei Schnelltests pro Woche sowie feste Klassenverbände Pflicht. Tritt ein zweiter Fall auf, wird die komplette Klasse nach Hause geschickt.

Gilt die Quarantäne auch für Geimpfte und Genesene?

Nein, wer vollständig geimpft oder genesen ist, muss sich nicht in Quarantäne begeben – ganz gleich, wie nah er der infizierten Person gekommen ist, so das Gesundheitsamt.

Wie erfahren Eltern von einer Infektion in der Schule?

Zunächst einmal muss die Kita- oder Schulleitung sowohl den Infizierten als auch alle engen Kontaktpersonen dem Gesundheitsamt zu melden. In der Regel erfahren Eltern bereits zu diesem Zeitpunkt von dem Corona-Fall. Das Gesundheitsamt prüft die Angaben im Anschluss, setzt sich mit der Einrichtungsleitung in Verbindung und erstellt ein Quarantäne- oder Beobachtungssammelbescheid. Dieser Bescheid wird zentral von der Kita- oder Schulleitung an die Familien weitergereicht, bestenfalls per E-Mail. „So haben die Betroffenen schnell Klarheit und einen Nachweis zur eventuellen Beantragung von Verdienstausfällen“, so das Gesundheitsamt weiter.

Der Sammelbescheid dient für die Erziehungsberechtigten als Nachweis und zur Vorlage beim Arbeitgeber.

Wer hat Anspruch auf finanzielle Hilfe bei Verdienstausfällen?

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Verdienstausfälle können bei der Betreuung von Quarantäne-Kindern unter zwölf Jahren oder bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderung geltend gemacht werden, teilt das Gesundheitsamt mit. Ein Verdienstausfall kann bei Angestellten durch den Arbeitgeber beantragt werden. Selbständige müssen den Antrag bei der ebenfalls zuständigen Landesdirektion Sachsen selbst einreichen.

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