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Mehr Freiheiten für Geimpfte und Genesene in Sachsen

Sachsen macht ab Donnerstag 2G-Regeln möglich - mit Ausnahmen für Kinder. Unzufrieden ist man im Freistaat nach wie vor mit der Impfquote.

Sachsen führt mit der neuen Corona-Schutzverordnung in einigen Bereichen eine 2G-Option ein. Damit sind dann Lockerungen der Hygieneregeln möglich.
Sachsen führt mit der neuen Corona-Schutzverordnung in einigen Bereichen eine 2G-Option ein. Damit sind dann Lockerungen der Hygieneregeln möglich. © Robert Michael/dpa

Sachsen setzt in der Corona-Pandemie künftig verstärkt auf das 2G-System und will damit einen weiteren Schritt hin zu mehr Normalität gehen. Die Möglichkeit, nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt zu gewähren, soll etwa für die Innengastronomie, Veranstaltungen in Innenräumen, Events von bis zu 5.000 Personen, Hallenbäder, Saunen, Diskotheken und Clubs oder bei touristischen Busreisen gelten.

Die Regelung ist in der am Dienstag vom Kabinett beschlossenen neuen Corona-Schutzverordnung als Optionsmodell formuliert. Sozialministerin Petra Köpping (SPD) betonte, dass es sich bei 2G um eine „neue Möglichkeit, aber nicht um ein Muss“ handelt. Niemand sei gezwungen, auf das Modell zurückzugreifen.

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Für Kinder unter 16 Jahren gilt dabei eine Sonderregel. Sie dürfen generell an 2G-Veranstaltungen teilnehmen, im Gegensatz zu Personen, die sich nicht impfen lassen können. Die müssen bei der gegenwärtigen Corona-Lage ebenfalls außen vor bleiben. Ungeimpfte Beschäftigte aller am 2G-Modell beteiligten Einrichtungen brauchen einen Negativ-Test und müssen vor Ort Masken tragen. Das neue Modell darf auch nicht für den öffentlichen Nahverkehr oder im Einzelhandel genutzt werden. Dort gelten die bekannten Coronaschutzregeln unverändert weiter. Die neue Verordnung ist bis zum 20. Oktober gültig. Dann will die Regierung entscheiden, ob das 2G-Modell fortgesetzt wird.

Köpping zufolge gibt es mittlerweile neun Bundesländer, die vom 2G-Modell Gebrauch machen oder das demnächst umsetzen wollen. Wer in Sachsen am 2G-Modell teilnimmt, muss das drei Tage vorher beim Gesundheitsamt anzeigen. Damit kann das Modell frühestens ab Sonntag angewendet werden.

Maskenpflicht in Wahllokalen und Regelbetrieb in Schulen

Die neue Corona-Schutzverordnung gilt vom 23. September bis einschließlich 20. Oktober. Neu aufgenommen in die Verordnung wurde auch eine Hospitalisierungsstufe, die Einschränkungen vorsieht, sobald sieben bzw. zwölf Personen pro 100.000 Einwohner wegen Covid im Krankenhaus behandelt werden müssen. Gleichzeitig bleibt es in Sachsen bei der Vorwarn- und der Überlastungsstufe, die sich nach der Zahl der mit Corona-Patienten belegten Betten richten. Aufgrund der niedrigen Inzidenzwerte, so Köpping, liege der Freistaat zurzeit aber deutlich unter all diesen Grenzwerten.

Eine dritte Änderung betrifft die Regelung am Tag der Bundestagswahl: In Wahllokalen muss eine Maske getragen werden, auf eine Kontaktnachverfolgung und einen 3G-Nachweis (geimpft - genesen - getestet) wird aber verzichtet.

In Schulen und Kitas wird inzidenzunabhängig der Regelbetrieb fortgeführt. Es gilt weiterhin die Schulbesuchspflicht. In Schulen bleibt es zudem bei regelmäßigen und kostenlosen Corona-Tests sowie in bestimmten Situationen bei einer Maskenpflicht, so das Kultusministerium.

Sachsen beim Impfen weiter Schlusslicht in Deutschland

Unzufrieden zeigte sich die Ministerin mit dem Impfgeschehen im Freistaat. 57,1 Prozent der Bürger hätten die erste Impfung erhalten, 53,9 Prozent auch die zweite. "Wir liegen immer noch weit hinten im Bundesdurchschnitt", stellte Köpping fest. Sachsen wolle weiter niedrigschwellige Angebote machen, die Impfkampagne des Bundes habe nur "ein wenig mehr Impfungen" gebracht.

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