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Mehrheit für verkürzte Winterferien in Sachsen

Kürzere Ferien wegen Corona: Die meisten Sachsen finden das gut. Dabei sind viele Unterstützer nur indirekt betroffen. Die Details unserer Umfrage.

Derzeit gilt in Sachsen nur für Abschlussklassen Präsenzunterricht. Für sie und alle anderen Schüler gibt es ab Montag eine Woche Winterferien.
Derzeit gilt in Sachsen nur für Abschlussklassen Präsenzunterricht. Für sie und alle anderen Schüler gibt es ab Montag eine Woche Winterferien. © dpa-Zentralbild

Es soll eine Verschnaufpause für im Heimunterricht gestresste Eltern und Schüler sein. So hat Kultusminister Christian Piwarz (CDU) die vorgezogenen und um eine Woche verkürzten Winterferien jüngst bezeichnet. Statt am 8. Februar beginnen sie nun schon nächste Woche und dauern nur eine statt zwei Wochen. Die zweite Ferienwoche soll allerdings nicht komplett ausfallen, sondern in der Karwoche vor Ostern nachgeholt werden.

Das ursprüngliche Ziel dahinter: Als die Landesregierung den Plan zu Jahresbeginn veröffentlichte, ging sie noch von einem Neustart des Präsenzunterrichts am 8. Februar aus. Bis zu den Osterferien sollten die Schüler so viel "echten" Unterricht wie möglich bekommen. Mittlerweile ist der Plan, wie so vieles in diesen Zeiten, jedoch wieder Makulatur. Fest steht: Dass sich alle Schüler bis auf die Abschlussklassen auch nach den verkürzten Winterferien weiterhin mit dem Heimunterricht abfinden müssen. Frühestens am 15. Februar sollen dann auch weitere Schulen geöffnet werden.

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Trotz dieses Makels steht eine Mehrheit der Sachsen hinter der Entscheidung, die Winterferien vorzuziehen und zu verkürzen. Das ist das Ergebnis eine repräsentativen Umfrage, die Sächsische.de gemeinsam mit den Meinungsforschern von Civey exklusiv gestartet und nun ausgewertet hat.

Demnach sagen 47 Prozent der Sachsen, dass sie den entsprechenden Beschluss der Landesregierung für "eindeutig richtig" oder "eher richtig" halten. Rund 34 Prozent bezeichnen die Entscheidung hingegen als "eindeutig falsch" oder "eher falsch". Rund 19 Prozent sind bei der Frage unentschieden.

Die Detailauswertung zeigt jedoch auch, dass unter den Befürwortern der Ferienverschiebung und -verkürzung viele sind, die davon gar nicht oder nur indirekt betroffen sind. Denn betrachtet man nur die Antworten der Sachsen mit Kindern im Haushalt dann fällt die Gewichtung anders aus. Nur rund 38 Prozent sagen, dass sie den Beschluss für richtig halten. 47 Prozent hingegen halten ihn für falsch. Rund 15 Prozent sind bei der Frage unentschieden.

Bei den Sachsen ohne Kinder im Haushalt ergibt sich wiederum ein anderes Bild: Rund 53 Prozent halten die Maßnahme für richtig, rund 28 Prozent für falsch und rund 19 Prozent sind hier unentschieden.

Eine weitere Detailauswertung der Umfrage zeigt, welcher Altersgruppe die Befürworter zumeist zuzuordnen sind. Mit rund 64 Prozent ist die Zustimmung zum Winterferien-Beschluss unter den über 65-Jährigen mit Abstand am größten. Nur 20 Prozent sind in dieser Altersgruppe gegen die Maßnahme. Rund 16 Prozent sind unentschieden. Auch unter den 50- bis 64-Jährigen ist die Zustimmung (42,6 Prozent) noch größer als die Ablehnung (36,7). In allen anderen Altersgruppen ist der Anteil der Ablehner hingegen größer als der der Zustimmer.

Eine mögliche Erklärung: Die im Heimunterricht gestressten Eltern hätten sich wohl doch zwei Wochen Ferien statt nur eine Woche gewünscht. Diejenigen, die keine Kinder im Haushalt haben, kennen diese Belastung nicht. Sie befürworten die Maßnahme, weil sie den Kindern unterm Strich mehr Präsenzunterricht ermöglicht - wenn die Entwicklung der Pandemie diese Pläne nicht zerstört.

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An der Umfrage wurde bisher 2.517 Mal teilgenommen. Aus 2.008 Stimmen wurde eine Stichprobe gezogen, die der Grundgesamtheit der sächsischen Wahlbevölkerung entspricht. Wie Umfragen mit Civey funktionieren, wird in diesem Artikel (mit Video) erklärt.

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