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Mehrheit für Weihnachtsmarkt in Radeberg

Stadträte haben ganz unterschiedliche Meinungen zu dem Event. Jetzt ist eine Entscheidung gefallen.

Die heimelige Atmosphäre auf Weihnachtsmärkten gehört in der Adventszeit einfach dazu. Ob der Markt in Radeberg stattfinden kann, hängt jetzt vom Gesundheitsamt ab.
Die heimelige Atmosphäre auf Weihnachtsmärkten gehört in der Adventszeit einfach dazu. Ob der Markt in Radeberg stattfinden kann, hängt jetzt vom Gesundheitsamt ab. © Jens Kalaene/dpa

Radeberg. Die Infektionszahlen steigen, ab Montag werden Restaurants geschlossen, Theateraufführungen, Kino oder Sportveranstaltungen dürfen nicht stattfinden. Soll es angesichts dieser Lage einen Weihnachtsmarkt in Radeberg geben? Einen Markt, wo Menschen womöglich dicht gedrängt stehen? Im Rödertal wurden zahlreiche Events bereits abgesagt: Der Pfefferkuchenmarkt in Pulsnitz fällt aus, genauso das Nikolausfest. Der Weihnachtsmarkt in Großröhrsdorf findet nicht statt. Auch das Stollenfest in Ottendorf ist in der gewohnten Form abgesagt. Der Striezelmarkt in Dresden wird verschoben, noch ist unklar, in welcher Form er öffnet und ob er wirklich stattfinden kann. Eventuell kommt noch das komplette Aus.

Geplante Eröffnung am 10. Dezember

In Radeberg wird seit Tagen um die Frage gerungen: Soll der Weihnachtsmarkt stattfinden, oder nicht? Jetzt hat sich die Stadt festgelegt: Er soll pünktlich am 10. Dezember öffnen, wenn das Gesundheitsamt zustimmt. Wie schwierig diese Entscheidung war, zeigt die Diskussion unter den Stadträten. "Angesichts der Entwicklung der Zahlen können wir den Markt nur absagen“, erklärte Frank Höhme, Fraktionschef von SPD/Grüne/Linke im Stadtrat. „Das sage ich mit einem weinenden Auge. Es tut mir auch sehr leid, aber die Sicherheit sollte an oberster Stelle stehen“, sagte er. Auch Steffi Dauphin (Freie Wähler) argumentierte ähnlich. „Ich bin mir sehr bewusst, dass Kultur wichtig ist, dass der Weihnachtsmarkt zum Leben der Stadt dazugehört, aber wir sollten angesichts der Situation Demut zeigen und in diesem Jahr zurückstecken.“

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Thomas Lück (CDU) verwies darauf, dass ohnehin das Gesundheitsamt in Bautzen die endgültige Entscheidung trifft. „Wir sollten uns jetzt die Möglichkeit offenhalten und die Vorbereitungen weiterführen. Ich bin dafür, den Markt stattfinden zu lassen. Letztendlich können dann auch  die Bürger entscheiden, ob  sie hingehen oder nicht.“ Uwe Kirchner (AfD) plädierte dafür, sich die Infektionszahlen genau anzuschauen. „Wenn es bedenkliche Entwicklungen gibt, muss man reagieren. Aber nach jetzigem Stand sollte der Markt wie geplant öffnen“, sagte er. 

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Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD) hatte immer betont, dass noch Zeit sei, die weitere Entwicklung zu beobachten und erst später eine Entscheidung zu treffen. „Der Markt würde erst vom 10. bis 13. Dezember stattfinden. Das sind noch anderthalb Monate Zeit, um zu reagieren. Ich hoffe, dass wir den Markt hinbekommen.“ Am Ende sah das auch die Mehrheit der Stadträte so. 14 von ihnen stimmten für die Organisation eines Weihnachtsmarktes in Radeberg, sieben waren dagegen. Vor einer Eröffnung muss allerdings das Gesundheitsamt seine Zustimmung geben und auch Verordnungen des Bundes oder des Freistaates dürften nicht dagegen sprechen. 

"Einbahnstraßensystem" für Besucher vorgesehen

Bereits in den Tagen zuvor hatte die Stadtverwaltung festgelegt, dass der Markt im Falle einer Genehmigung vom Areal an der Stadtkirche auf den Marktplatz ziehen wird. OB Lemm begründete den Schritt noch einmal. „Dort können wir ein Einbahnstraßensystem für die Besucher einrichten, an der Stadtkirche wäre dafür nicht der Platz.“ Frank Höhme und andere Stadträte begrüßten den Umzug. Allerdings wünschen sie sich ein Mitspracherecht des Stadtrates bei solchen Entscheidungen. „Das ist ein wichtiges Thema für die Stadt. Da sollten wir einbezogen werden und zuvor im Stadtrat darüber diskutieren.“

Der Weihnachtsmarkt ist bei Radebergern und Einwohnern aus der Umgebung sehr beliebt. Zahlreiche Besucher kommen jedes Jahr schon zur Eröffnung mit dem traditionellen Anschnitt des Riesenstollens an die Stadtkirche. Außerdem ist täglich der Weihnachtsmann mit seinen Geschenkesack dabei. Rund 30 Stände waren vergangenes Jahr aufgebaut. Auf der Bühne wurde ein abwechslungsreiches Programm mit Märchen und Konzerten geboten.

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