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Mehrheit unzufrieden mit Impfstart

Wie eine Umfrage zeigt, empfindet mehr als die Hälfte der Sachsen den Beginn der Corona-Impfungen als misslungen. Auch grundsätzliche Zweifel bestehen.

Seit Ende des vergangenen Jahres kann in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft werden,
Seit Ende des vergangenen Jahres kann in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft werden, © Sven Hoppe/dpa (Symbolbild)

Zu wenige Dosen von dem jetzt verfügbaren Biontech-Impfstoff bestellt, Quarantäne-Regeln in den Altenheimen und nicht vorliegende Einverständniserklärungen der zu Impfenden - die Gründe, warum deutschlandweit und speziell in Sachsen bislang vergleichsweise wenig Corona-Impfstoff verimpft worden ist, sind vielfältig. Allgemein ist - auch angesichts der großen Erwartungen - von einem misslungenen Impfstart die Rede.

Diese Einschätzung hat sich auch in der Öffentlichkeit festgesetzt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die sächsische.de gemeinsam mit den Meinungsforschern von Civey gestartet hat.

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Demnach sagen rund 55 Prozent der Sachsen, dass sie mit dem Start der Corona-Impfungen in Deutschland "eher unzufrieden" oder "eindeutig unzufrieden" sind. Hingegen schätzen gerade einmal rund 23 Prozent den Impfstart als zufriedenstellend ein. Rund 23 Prozent sind bei der Frage unentschieden.

Der Vergleich zur deutschlandweiten Auswertung der Umfrage zeigt, dass die Sachsen den Impfstart insgesamt relativ skeptisch bewerten. Denn bundesweit sind lediglich rund 52 Prozent unzufrieden mit dem Impfstart - drei Prozentpunkte weniger als in Sachsen. Zugleich bewerten rund 28 Prozent den Impfstart positiv - fünf Prozentpunkte mehr als in Sachsen. Rund 20 Prozent der Deutschen sind bei der Frage unentschieden.

Dass diese skeptische Bewertung des Impfstarts nicht nur eine Momentaufnahme ist, sondern längerfristige Folgen haben kann, zeigt eine zweite repräsentative Umfrage. Demnach haben viele Menschen generelle Zweifel, was die Organisation der Impfstoff-Verteilung angeht.

So sagen rund 51 Prozent der Sachsen, dass sie "eher geringes" oder "sehr geringes" Vertrauen darin haben, dass die Verteilung des Corona-Impfstoffs in Deutschland gut organisiert wird. Rund 31 Prozent der Sachsen sehen das anders und vertrauen auf eine gute Organisation. Rund 17 Prozent sind bei der Frage unentschieden.

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Für die Sachsen-Zahlen der erstgenannten Umfrage besteht die Stichprobe aus 371 Stimmen, die Sachsen-Stichprobe für die zweitgenannte Umfrage besteht aus 360 Umfrageteilnehmern. Wie Umfragen mit Civey funktionieren, wird in diesem Artikel (mit Video) erklärt.

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