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Corona-Skeptiker überraschen Kretschmer

Sachsens Ministerpräsident wollte in Görlitz nur mit dem OB essen gehen, sah sich aber plötzlich einer Demo gegenüber. Er will nun mit den Teilnehmern reden.

Michael Kretschmer wollte mit dem Görlitzer OB Essen gehen und wurde von Demonstranten überrascht.
Michael Kretschmer wollte mit dem Görlitzer OB Essen gehen und wurde von Demonstranten überrascht. © Matthias Rietschel

Überraschung für Sachsens Ministerpräsidenten: Am Montagabend hatte sich Michael Kretschmer (CDU) mit Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU) zu einem gemütlichen Abendessen in einem Lokal am Görlitzer Untermarkt verabredet. Davor traf er auf eine Gruppe Corona-Skeptiker. 

Zweifel an Zahlen und Zählweise von Corona-Infizierten kamen zur Sprache. Nach Beobachtungen von Augenzeugen hatten viele der Spontandemonstranten keine Maske auf. Michael Kretschmer, der vorher das Görlitzer Gesundheitsamt besucht hatte, stellte sich der Debatte. Allerdings gab es für beide Seiten offensichtlich kein befriedigendes Ergebnis. "Das Gespräch wird nachgeholt", so Michael Kretschmer am Dienstag in Görlitz. 

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Das Miteinander reden sei ihm wichtig, das gegenseitige respektieren. Es müsse ein Mindestmaß an Respekt geben, und eben auch mit dem zugehörigen Abstand, in Zeiten von Corona im wahrsten Sinne des Wortes. Michael Kretschmer will einen zweiten Lockdown auf jeden Fall verhindern. "Den schaffen wir nicht", sagt er mit Blick auf die Wirtschaft.

Er plädiere für einheitliche Regelungen im Umgang mit dem Corona-Virus. "Es ist wie im Straßenverkehr. Dort gelten ebenfalls gewisse Regeln. Wir fahren auf der rechten Spur, bei Rot wird an der Ampel angehalten", sagt er.  Wenn jeder seine eigenen Regeln mache, gehe das Ganze schief. Als Ursache für die steigenden Infektionszahlen sieht er vor allem Familienfeiern mit vielen Teilnehmern. "Dort muss man ansetzen", so Michael Kretschmer. 

Kretschmer gegen Grenzschließungen

Grenzschließungen zu Polen und Tschechien schließt Sachsens Ministerpräsident nach derzeitigem Stand der Dinge aus. "Wir wollen unsere Nachbarländer in dem Fall behandeln, als ob sie deutsche Bundesländer sind", sagte er in Görlitz.

Michael Kretschmer verweist auf sechs Milliarden Euro, die Sachsen bereits an coronabedingten Krediten aufnehmen musste. "Ein zweites oder gar drittes Mal können wir uns das nicht leisten", sagt er. 

Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu sieht das Ganze ähnlich. "Wir haben in der Stadt trotz Corona schon viel ermöglicht", sagt er. Der Tippelmarkt sei ein Beispiel. Der Weihnachtsmarkt soll, so der jetzige Stand der Dinge, ebenfalls stattfinden. "Aber wir brauchen auch die Unterstützung, das Verständnis in der Bevölkerung. Alles geht nicht", so der Görlitzer OB.

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